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Wein von der B42: Winzer verkosten Jungwein aus dem Siebengebirge

Wein von der B42 : Winzer verkosten Jungwein aus dem Siebengebirge

Die Winzer aus dem Siebengebirge sind zur Probe des nächsten Weinjahrgangs mit der Mittelrhein-Weinkönigin zusammen gekommen. Noch bleibt Zeit für Korrekturen.

Zum zweiten Mal nach 2017 treffen sich die Siebengebirgswinzer jetzt reihum zur Begutachtung ihrer Jungweine. „Wir wollen sehen, wo man noch etwas machen kann. Denn noch wäre Zeit, etwa hinsichtlich der Säure etwas zu korrigieren“, erklärte der Bruchhausener Winzer Oliver Krupp, der vor 26 Jahren seine Ausbildung im Weingut Scheidgen begann und danach Getränketechnologie an der Hochschule in Geisenheim studierte. Der 44-Jährige und sein Vater Bruno waren in diesem Jahr die ersten Gastgeber und begrüßten in der gerade erst fertiggestellten Kelterhalle mit ihren Mitarbeitern die Winzerkollegen Karl-Heinz Broel aus Rhöndorf, Felix Pieper aus Königswinter sowie aus Dollendorf Bernd und Josef Blöser.

Majestätischen Glanz verlieh dem Treffen die amtierende Mittelrhein-Weinkönigin, die Honneferin Jessica Gottsauner. Verhindert waren Kai Thiel, der 2016 als Nebenerwerbswinzer die Lage Heisterbach übernommen hat, und Weinexperte Bernd Siebdrat, der unter anderem Wein am Uhleskrötzje und an der B42 anbaut.

Die Qualität des Weins Jahrgang 2018 sei generell zufriedenstellend, der Ertrag quantitativ aber alles andere als berauschend, berichtete Krupp. Die Trauben hätten unter dem späten Frost gelitten.

Entsäuern oder nicht entsäuern?

Die Winzer kosteten einen Weißburgunder, die „zweite, richtige Ernte“ der Reben, die Krupp vor fünf Jahren auf dem von Bernd Siebdrat erworbenen Wingert an der B42 gepflanzt hatte. Und sie fachsimpelten bei der Begutachtung weiterer Jungweine, darunter eine Cuvée aus Rivaner und Weißburgunder aus derselben Lage.

Den Wein werde er wohl noch entsäuern, meinte Krupp und erntete Protest. „Die Fruchtnote kommt doch gut durch“, so Pieper, und Bernd Blöser warnte entschieden vor einem solchen Eingriff. „Ohne Säure passte er nicht zum Rhein. So wird das ein idealer Sommerwein“, urteilte er, bevor die Siebengebirgswinzer einen Riesling probierten und sich dann nach den Rotweinen aus dem Süden des Anbaugebiets erkundigten.

Deren Anteil, vor allem des Spätburgunders, will Krupp sukzessiv erhöhen. Schließlich sei Unkel als „Rotweinstadt“ berühmt, sagte er. Und steigende Temperaturen brächten mittel- bis langfristig auch Veränderungen beim Weinbau. Als nächstes treffen sich die Winzer in Königswinter.