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Wohnungsnot in Bad Honnef: Diese Strategien haben die Parteien

Kommunalwahl : Diese Strategien gegen die Wohnungsnot haben die Parteien in Bad Honnef

Wege zur Wohnraumbeschaffung: Mit diesen Strategien wollen die Parteien die Stadtentwicklung und vor allem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Bad Honnef angehen.

■ SPD Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum bewegt viele Menschen auch in unserer Stadt. In einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft oder in einer Genossenschaft sehen wir Chancen für bezahlbares Wohnen, um so Familien Perspektiven fürs Bleiben oder Kommen zu bieten. Auch wir wollen unsere Stadt wachsen und sich weiterentwickeln sehen, aber nicht auf Kosten von Natur- oder Spiel- und Sportflächen, denn diese Flächen werden dringend benötigt – besonders von Kindern und Jugendlichen. Deshalb sind der nördliche Stadtgarten und der Hockeyplatz für uns als Bauplätze inakzeptabel. Mit Konzepten für neue Wohnformen wollen wir an geeigneten Plätzen generationengerechte und sozial ausgewogene Wohnverhältnisse in neuen Quartieren möglich machen. Auch ein Programm, das Anreize schafft für die Umgestaltung sehr großer Wohnflächen in mehrere kleinere Einheiten, trägt dazu bei, mehr Wohnraum zu gewinnen, ohne Bodenflächen zu belasten. Dadurch können wir gleichzeitig auch Tendenzen der Zersiedelung stoppen.

 Bürgerblock Mit dem integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) wird ein strategischer Rahmen geschaffen, der die Stadt zukunftsfähig macht. Für die Umsetzung treten wir ein. Die Wohnqualität in Bad Honnef ist extrem gut. Daher setzen wir uns für eine moderne Stadtentwicklung ein und legen Wert auf bezahlbaren Wohnraum. Das heißt für uns eine intelligente, zukunftsorientierte und ökologisch-energetisch sinnvolle Quartiersentwicklung von Selhof-Süd. Die Schaffung eines lebenswerten Areals für junge Familien, Singles und Senioren in einem gesunden Mix, und das bezahlbar. Auch die Entwicklung von Wohnraum in Aegidienberg kann kurzfristig preisgedämpften Wohnraum hervorbringen. Städtische Grundstücke müssen in die Prüfung, ob dort kurzfristig Wohnraum realisiert werden kann, aber mit der Maßgabe einer klar begrenzten Innenstadtverdichtung und der sorgfältigen Prüfung der Verkehrssituation.

■ B90/DIE GRÜNEN Wohnbauprojekte im geförderten Wohnungsbau auf verfügbaren städtischen Grundstücken (zum Beispiel am Rederscheider Weg) mit der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft des Kreises realisieren. Kommunales Vorkaufsrecht, Zwischenerwerb oder Erbpacht nutzen, um als Stadt zu steuern. Denn so wird Bauen erschwinglicher und Mietpreisdämpfung erreichbar. Also Einfluss nehmen. Priorität bei Projekten: Integration von öffentlich gefördertem Wohnungsbau bei größeren Vorhaben. Rechtliche Möglichkeiten ausschöpfen, um eine zügige Umsetzung bewilligter Bauprojekte zu erreichen – beispielsweise auf dem Drachenquellgelände. Verfügbares besser nutzen. Tausch, Teilung und Anpassung entsprechend veränderter Bedarfe, unterstützt durch ein kommunales Wohnraummanagement. Spekulation mit bebaubaren Grundstücken unattraktiver machen. Preiswerte Möglichkeiten zur Schaffung von Wohnraum durch Beratung und Förderung attraktiver machen, zum Beispiel den Dachausbau und die Aufstockung von Gebäuden mit Flachdächern.

FDP Wir setzen uns dafür ein, dass Baulücken geschlossen werden können; dass die Stadt, soweit keine höheren Interessen dagegen stehen, ihre eigenen Grundstücke zur Wohnbebauung erschließt oder erschließen lässt unter der Maßgabe, dass ein angemessener Anteil an Sozialwohnungen entsteht, wie dies schon bei den Neubauten in Aegidienberg-Siefenhoven umgesetzt wurde. Und dass endlich der Bebauungsplan Bad Honnef-Süd verabschiedet und dann zügig umgesetzt wird.

■ CDU Für uns steht neben einer Verbesserung der Einnahmesituation (Steigerung der Anteile an der Einkommensteuer) vor allem auch der Erhalt und Ausbau unserer sozialen Infrastruktur an erster Stelle (Kindergärten, Schulen, Spiel- und Sportplätze und vereinsbezogene sowie privatwirtschaftliche Angebote). Dabei spielt die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum eine wesentliche Rolle. Seit mehr als 25 Jahren sind in dieser Periode wieder 42 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau entstanden. Wir müssen im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes weitere Flächen prüfen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dies ist allerdings nur auf städtischen Flächen realistisch. So hat die Stadt in Aegidienberg ein größeres Areal gekauft, welches für den Wohnungsbau entwickelt werden soll. Überdies werden weitere Flächen, wie zum Beispiel nördlich des Stadtgartens, hierfür geprüft. Eigentümer und Investoren zu zwingen, bei Neubauvorhaben einen bestimmten Anteil für den sozialen Wohnungsbau bereitzustellen, ist für uns kein Weg und rechtlich bedenklich.