1. Region
  2. Siebengebirge

Museumsleiter Lothar Vreden zum Klassiker England-Deutschland: „Das Kleinklein-Gewusel im Strafraum des Gegners muss abgestellt werden“

Museumsleiter Lothar Vreden zum Klassiker England-Deutschland : „Das Kleinklein-Gewusel im Strafraum des Gegners muss abgestellt werden“

Lothar Vreden tippt ein 3:2 für Jogis Jungs. Der Leiter des Virtuellen Brückenhofmuseums kennt viele Duelle des Klassiker und weiß, wie die DFB-Elf im Wembley auftreten sollte.

Die EM-Achtelfinalpartie England gegen Deutschland wird aus Sicht von Lothar Vreden, Leiter des Virtuellen Brückenhofmuseums, eine torreiche Begegnung. Wer sonst wäre im Siebengebirge besser geeignet, solch eine historische Partie im Range eines Klassikers zu bewerten als Vreden. „Nur so kann Deutschland im Wembley-Stadion gewinnen: Es müssen mehr Flanken von außen und stramme Schüsse aus dem 16-Meter-Raum kommen.“

„Das Kleinklein-Gewusel im Strafraum des Gegners muss abgestellt werden.“ Gleichzeitig müsse der Rück­raum für Tempogegenstöße etwa von Sterling oder Kane gewappnet sein. „Ein Schiedsrichter muss einschreiten, wenn ein Kimmich vom Gegenspieler systematisch ‚zusammengemacht’ wird“, findet der Ehrenvorsitzende des Heimatvereins Oberdollendorf, der ein 3:2 für die DFB-Elf prognostiziert.

Im Virtuellen Brückenhofmuseum sei das Spiel Deutschland-England, „das bei der WM 2010 – wie 1966 – durch ein Phantomtor legendär wurde“, dokumentiert, berichtet er. Eine Episode: Während einer Tagesfahrt des Heimatvereins Oberdollendorf habe es genau zum Zeitpunkt des WM-Spiels 2010 eine Führung durchs Industriemuseum Bergisch Gladbach gegeben. „Während der Führung hörten einige heimlich per Miniradio ins Spiel hinein. Wenn ein Tor für Deutschland fiel, unterbrachen wir mit einem Riesenaufschrei die Führung. Und das war oft. Das Spiel ging 4:1 aus“, erinnert sich Vreden.

Und: „Nicht nur zur Europameisterschaft werden Fußballtalente gesucht“, sagt er. Im Internetarchiv mit 12 000 Exponaten ist der FV Bad Honnef als „Talentschmiede“ zu finden: „Für Franz Brungs und Horst Heldt war es ein Sprungbrett in höhere Gefilde“, sagt Vreden. Franz Brungs habe den Spitznamen „Goldköpfchen“ erhalten, weil er blonde Haare hatte und viele Kopfballtore erzielte. Vom FV Bad Honnef ging er – wie später Heldt – zum 1. FC Köln. Dann wechselte Brungs zu Borussia Mönchengladbach und gewann dort 1960 den DFB-Pokal. Mehr Infos unter www.virtuellesbrueckenhofmuseum.de.