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Flutkatastrophe: Helfer aus dem Siebengebirge verlassen vorerst Flutgebiet

Feuerwehrleute seit zwölf Tagen im Dauereinsatz : Helfer aus dem Siebengebirge verlassen vorerst das Flutgebiet

Die Feuerwehrleute aus dem Siebengebirge und dem Kreis Neuwied haben im Katastrophengebiet an der Ahr bis an die Belastungsgrenze gearbeitet. Doch jetzt sei nicht mehr in erster Linie die Feuerwehr gefragt.

Es war ein Einsatz, der wohl allen Beteiligten das Maximum abverlangt hat: Seit Sonntag sind die Einsatzkräfte aus dem Kreis Neuwied, die in dem durch die Flutkatastrophe verwüsteten Bad Neuenahr-Ahrweiler eingesetzt waren, wieder zu Hause. Als letzte Einheit kehrte das Einsatzleitwagen (ELW 2) des Kreises Neuwied an den Standort in Kurtscheid zurück. Die Wehrleute übergaben den von ihnen geleiteten Abschnitt an die Kollegen aus Schleswig-Holstein, die in Windhagen stationiert sind. Landrat Achim Hallerbach und Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) Holger Kurz dankten am Sonntag den Einsatzkräften, die alle gesund und ohne körperliche Verletzungen wieder von ihrem Einsatz zurückkehrten: „Ihr habt fantastische Arbeit geleistet“, so Hallerbach.

Seit der Flutnacht vor knapp zwei Wochen waren die Feuerwehrleute aus dem Kreis insgesamt zwölf Tage in wechselnden Schichten ununterbrochen im Einsatz. BKI-Chef Kurz betonte, dass die Ruhepause nun vor allem für die psychologische Verarbeitung genutzt werden muss. „Viele haben schreckliche Bilder gesehen und hatten Erlebnisse, die sehr belasten. Dieser Einsatz muss in der Seele aufgearbeitet werden.“ Teilweise geschehe das über Gespräche unter den Kollegen, aber auch professionelle Kräfte seien im Einsatz. Wann genau es für die Neuwieder wieder zurück ins Krisengebiet geht, steht noch nicht fest.

 Achim Hallerbach (links) und BKI-Chef Holger Kurz dankten den Helfern
Achim Hallerbach (links) und BKI-Chef Holger Kurz dankten den Helfern Foto: Kreis Neuwied

„Jetzt ist nicht mehr in erster Linie die Feuerwehr gefragt. Aber wir werden sicher auch noch gebraucht und eingesetzt werden“, sagte Kurz. Auch die Einheiten der anderen Hilfsorganisationen aus dem Kreis Neuwied befänden sich in der Übergabe auf Nachfolgeeinheiten. Nun gelte es, wieder „Kraft zu tanken“ und die technische Ausstattung wieder in die regionale Einsatzbereitschaft zu stellen.

Auch für die Wehrleute der Freiwilligen Feuerwehren in Bad Honnef und Königswinter sind die Einsätze in den Katastrophengebieten mittlerweile beendet. Noch bis Montag war der Tankwagen des Löschzugs Oelberg, der bis zu 14.000 Liter Löschwasser fasst, im Kreis Ahrweiler stationiert, „im Zuge der überörtlichen Hilfe“, wie Marc Neunkirchen, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter, sagt. Vom Drei-Schicht-Betrieb wechselten die Königswinterer am ersten Wochenende nach der Flut in einen Hilfseinsatz mit jeweils zwei Schichten pro Tag. „Jede Schicht war mit rund 40 Helfern aller Einheiten des Stadtgebiets besetzt“, sagte Sascha Brengmann, ebenfalls Sprecher der Wehr. Wie für die Kollegen aus Bad Honnef lagen die Einsatzschwerpunkte seit der Flutnacht in Rheinbach und Swisttal. Insgesamt 40 Wehrleute, so schätzt Sprecher Björn Haupt, waren routierend auch für die Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef in Swisttal und Rheinbach. „In der Flutnacht ging um 19 Uhr die erste Alarmierung bei uns ein“, erinnert er sich. „Um 20 Uhr haben wir die erste Gruppe losgeschickt.“

Der Rheinbacher Ortsteil Loch sowie Swisttal waren zunächst die Einsatzschwerpunkte. Als die Gefahr gebannt war, dass die Steinbachtalsperre überläuft und die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten, unterstützte die Honnefer Wehr zudem die Aufräumarbeiten in Odendorf.