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Hochwasser im Siebengebirge: Aktuelle Lage - der Rheinpegel steigt weiter an

Rheinpegel steigt : Hochwasser-Lage im Siebengebirge bleibt angespannt

Das Wasser des Rheins steigt weiter an: Im Siebengebirge sind wegen der Flutwelle weitere Straßen gesperrt worden. Den Pegelhöchststand erwarten Experten erst am Mittwoch.

Die Lage am Rhein bleibt angespannt: Zwischen Königswinter und Linz stiegen am Montag die Pegel weiter an. Am frühen Montagmorgen sperrte die Polizei an der B 42 die Abfahrt Rhöndorf aus Richtung Bonn kommend. Ebenso dicht ist auf der L 193 am Ortsausgang von Bad Honnef-Rhöndorf in Richtung Königswinter die Unterführung „Am Steinchen“.

Wie der Hochwassermeldedienst des Landesamts für Umwelt Rheinland-Pfalz berichtete, klettert der für die Region maßgebliche Pegel Andernach am Dienstag auf einen Wert von 7,70 Meter und maximal 8,10 Meter. Am Montagnachmittag stieg der Rhein dort auf einen Wert von 7,57 Meter.

Den Höchststand des Hochwassers erwarten die Experten des Landesamtes für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Ab der Wochenmitte sollen die Messwerte laut der Umweltbehörde wieder fallen. „Wir rechnen damit, dass das Wasser noch zwei Tage ansteigt“, erklärte Christine Pfalz, Pressesprecherin der Stadt Bad Honnef, auf GA-Anfrage. Allerdings rechnet die Stadtsprecherin wegen der ab Mittwoch fallenden Pegelstände nicht damit, dass weitere Sperrungen vonnöten sind und die Stadt einen Krisenstab einrichten muss.

Aufkommen an Hochwassertouristen sei überschaubar

„Erst ab einem Wert von 8,00 Meter am Pegel Andernach bilden wir eine ‚Einsatzleitung Hochwasser“, sagte auch Lutz Schumacher, Sprecher der Feuerwehr Königswinter. „Das Wasser steigt derzeit recht langsam.“ Nachdem die Feuerwehrleute am Sonntag rund um die Altstadt Stege an der Kellerstraße, Tomberger Straße und der Altenberger Gasse aufgebaut hatten, gab es am Montag bis Redaktionsschluss keine hochwasserbedingten Einsätze. „Wir beobachten die Pegelstände aber sehr genau“, so Schumacher. Anders als in den Jahren zuvor sei das Aufkommen an Hochwassertouristen am vergangenen Wochenende überschaubar gewesen. „Die sind vermutlich eher in den Schnee auf den Höhen gezogen“, meinte der Feuerwehrsprecher.

Seit Samstagabend hat die Bad Honnefer Feuerwehr einen Hochwasserticker eingerichtet: Auf der Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr sind etwa alle aktuellen Straßensperrungen aufgeführt. „Wir sind auf weiter steigende Pegel vorbereitet“, erklärte Björn Haupt, Sprecher der Bad Honnefer Wehr. Ab einem Wert von 8,00 Meter stünden weitere Sperrungen in Rhöndorf an und ebenso kämen dann dort auch Pendelboote zum Einsatz.

Haupt hofft, dass dieses Mal die Straßensperrungen auch allenthalben Beachtung finden: Beim letzten Hochwasser im Januar 2018 hatten Autofahrer das Verbotsschild an der überfluteten Unterführung „Am Steinchen“ offenbar übersehen und waren mit ihrem Wagen in den Fluten stecken geblieben. „Das ist leider schon zu einer Art Tradition geworden“, so Haupt. Eindringlich appellierte Bad Honnefs Stadtsprecherin, dass die aufgestellten Absperrungen auch beachtet werden. „Wir müssen immer wieder feststellen, dass die Schilder einfach beiseite geschoben werden. Das ist lebensgefährlich, sich darüber hinweg zu setzen“, sagte Pfalz.

Einschränkungen bei Linie 66 und gesperrte Uferstraßen

Die Straßenbahnlinie 66 verkehrt nach wie vor zwischen der Endhaltestelle Bad Honnef und Königswinter Clemens-August-Straße nur mit Ersatzbussen. Vom Haltepunkt Clemens-August-Straße startet die Straßenbahn in Richtung Siegburg. „Schon ab einem Pegel von 6,60 Meter müssen wir wegen der Überflutung der Königswinterer Rheinpromenade die Verbindung kappen“, erklärte Michael Henseler, Sprecher der Stadtwerke Bonn. Wie lange die Ersatzbusse im Einsatz sein müssen, steht noch nicht fest. „Wenn die Fluten zurückgehen, werden wir die Strecke erst nach Probefahrten ohne Fahrgäste wieder freigeben“, so Henseler.

Auch im Kreis Neuwied mussten zwischen Unkel und Linz zahlreiche Uferstraßen gesperrt werden, darunter die B 42 in Höhe der Fähre sowie in Erpel. In Bad Hönningen schleppte die Polizei am Sonntag an der Rheinallee ein geparktes Auto ab. Der Wagen hatte laut Linzer Polizei mit seinen Vorderreifen bereits im Wasser gestanden.

Mehr Bilder zum Hochwasser an Rhein und in der Region gibt es unter ga.de/hochwasser