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Workshop für die Dorfbewohner: In Vinxel wurden neue Bebauungspläne mit den Anwohnern erarbeitet

Workshop für die Dorfbewohner : In Vinxel wurden neue Bebauungspläne mit den Anwohnern erarbeitet

Wie es rund um die Kapelle von Vinxel weitergeht, beschäftigt die Bürger seit Jahren. Rund 120 Dorfbewohner folgten jetzt der Einladung der Stadt zum Bürgerdialog um den Bebauungsplan Nr. 50/18 Kapellenweg/Holtorfer Straße.

„Ich hätte nicht gedacht, dass so viele kommen“, sagte Bürgermeister Peter Wirtz zur Begrüßung in der Aula des Schulzentrums erfreut und wünschte sich eine „entspannte und spannende Diskussion“. Anya Geider vom Königswinterer Bauamt betonte: „Der Bürgerworkshop wurde noch vor die gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsschritte gelegt, um dem großen bürgerschaftlichen Interesse Rechnung zu tragen.“ Immerhin hatte sich in der Vergangenheit bereits eine Bürgerinitiative gebildet und auch der Bürgerverein Vinxel kümmert sich intensiv um dieses Thema.

Knapp drei Stunden später, als die großen Tafeln der verschiedenen Arbeitsgruppen bespickt waren mit Zetteln, auf denen die Anregungen der Teilnehmer standen, die sie in ruhiger, sachlicher Atmosphäre formuliert hatten, meinte die Stadtplanerin Regina Stottrop, die für den Investor, die SHP Vinxel GmbH, eine Tochtergesellschaft der SHP Projektentwicklungsgesellschaft GmbH Düsseldorf, das Vorhaben zu Beginn vorstellte: „Es sind gute, fundierte, sachkundige Anregungen gekommen, auch wenn nicht alle Dinge umsetzbar sein werden. Aber da sind einige Profis dabei.“ Sie versicherte: „Viele Karten wurden geschrieben, die sich zum großen Teil mit unseren Ideen decken, wir nehmen die Anregungen sehr ernst.“

Auch Dezernent Theo Krämer meinte: „Dieser Workshop war ein Novum. Das war ein politischer Auftrag. All unsere Erwartungen wurden übertroffen, die Bürger haben sehr konstruktiv mitgearbeitet.“ Die Ergebnisse von den Tafeln wurden protokolliert, werden in die Ausschüsse transportiert, sie sind demnächst auch im Internet abrufbar. 2020 soll das Thema die Ausschüsse beschäftigen. Mit einem Jahr bis eineinhalb Jahren rechnet Anya Geider für das Planungsverfahren.

Wohnungen für Senioren

John Peter, der Vorsitzende der Bürgerinitiative Vinxel, hob heraus, dass die Vinxeler einen Treffpunkt haben wollen, einen Gemeinschaftsraum, eine Cafeteria. „Da sollten wir über ein genossenschaftliches Modell nachdenken.“ Überhaupt sahen die Bürger in der Beratung diesen Platz als historisches Zentrum, der Vünftzailplatz werde nur als Parkplatz genutzt. Mit Blick auf die Senioren des Ortes unterstrich Peter, welche Bedeutung diese neuen Wohnungen, die hochwertig sein sollen, haben können – wenn das eigene Haus im Alter zu groß geworden ist, könne zum Beispiel ein Umzug dorthin erfolgen und junge Familien ins Haus ziehen.

Ein Modell zeigte plastisch den gegenwärtigen Planungsstand, der von den Besuchern in Augenschein genommen wurde. „Wir wollen keine ,Stadtmauer‘“, meinte etwa Michael Hecke, als die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt wurden. Der Riegel mit den Mehrfamilienhäusern sollte durch Hecken oder Sichtachsen aufgelockert werden und beim Außenanblick ein differenziertes Bild von Häusern und Bäumen ergeben. Und er hatte eine Bitte an die Stadt: Der Vertrag mit dem Investor sollte so gestaltet werden, dass die Bebauung gleichzeitig durchgeführt wird. Hintergrund ist die Befürchtung, dass erst der lukrative Rand entstehe und der Kern hinausgezögert werde. Anya Geider beruhigte jedoch die Teilnehmer: „Im Durchführungsvertrag wird geregelt, wann welcher Bauabschnitt realisiert wird.“

Viele Wünsche und Ideen

Die Einrichtung eines neuen Kindergartens und eines Spielplatzes sollte nach Meinung der Bürger eher am Ortsrand vorgesehen werden und nicht auf dem Hobshofgelände, andere machten hinter die Notwendigkeit eines Kindergartens ein Fragezeichen. Die Bebauung sollte in die Landschaft verzahnt werden, sie sei zu massiv – so auch die Meinung. Andere votierten für mehr Mehrfamilienhäuser, um die Fläche sinnvoll zu nutzen. Weitere Anregungen waren: Terrassenhäuser, Mansardendächer, nur eineinhalbgeschossige Bebauung, keine mehrgeschossige Bebauung am Kapellenweg, keine Schottergärten, kein sozialer Wohnungsbau, Hofanlage auflockern. Es gab eine Vielzahl von Ideen und Wünschen, die nun alle in den weiteren Prozess einfließen.

Mechthild Meiling, Vorsitzende des Bürgervereins, zeigte sich zufrieden: „Die Diskussion war sehr kreativ. Im Moment gehen wir davon aus, dass Anregungen möglichst sinnvoll umgesetzt werden. Mit dem Investor hatten wir schon ein gutes Gespräch.“ Wichtig seien ihr und dem Verein gemeinnützige Räume für Veranstaltungen. Die Kapelle solle Platz haben, auch Sitzmöglichkeiten rundherum bieten und vielleicht kleine Spielgeräte für die Kinder. John Peter, Sprecher der Bürgerinitiative, zeigte sich ebenfalls angetan. „Das ist heute sehr gut gelaufen. Wir haben ganz Vinxel elektrisiert, Informationen in jeden Briefkasten geworfen. Das soll ein Muster für Königswinter sein.“