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Intensivstation Bad Honnef: Hund darf Patient nach 58 Tagen besuchen

Wiedersehen nach 58 Tagen : Schnauzer Beppo darf Herrchen auf Intensivstation in Bad Honnef besuchen

58 Tage haben sich Haustier und Herrchen nicht gesehen: So lange muss ein 74-Jähriger im Bad Honnefer Cura-Krankenhaus auf der Intensivstation verweilen. Jetzt gab es ein Wiedersehen: auf der Plattform der Feuerleiter.

Gute Nachrichten von Intensivstationen sind momentan ein recht rares Gut. Schlicht durch seine bloße Anwesenheit erfüllte jetzt Beppo die Intensivstation im Cura-Krankenhaus in Bad Honnef mit Wellen des Glücks: Beppo ist ein Schnauzer, der sein Herrchen, ein langzeitbeatmeter Patient, exakt 58 Tage nicht gesehen hatte.

Natürlich darf der treue Vierbeiner mit der feuchten Nase nicht ins Krankenhaus, aber sein 74 Jahre alter Besitzer, der wegen einer laut Krankenhaus internistischen Grunderkrankung seit mehr als acht Wochen intensivmedizinisch behandelt wird, ist stabil genug, um erstmals im Mobilisationsstuhl an die frische Luft auf die Plattform der Feuerleiter gebracht werden zu können.

„Wir sind froh, dass wir ihm heute diesen Moment des unbeschwerten Wiedersehens ermöglichen können“, erklärt der Leitende Oberarzt der Intensivmedizin, Dr. Eric-Oliver Griesch. „So eine Begegnung zwischen Tier und Mensch, nach vielen Wochen der Distanz, kann die Genesung des Patienten fördern“, weiß der Mediziner.

Gemeinsam mit der Ehefrau und dem Sohn des Patienten läuft der Junghund zwar noch etwas unsicher über die Stahlkonstruktion der Feuerleiter zu seinem Herrchen. Aber auf der Plattform angekommen, begrüßt ihn sein Besitzer und streichelt ihm über das frisch geschorene Fell. „Emotionale Unterstützung schenkt Lebensfreude in schweren Zeiten. Wir versuchen unseren Langzeitpatienten möglichst ein Gefühl von zu Hause zu geben. Musik und Bilder helfen dabei. Oder eben auch der Kontakt zu seinem geliebten Haustier“, so Griesch. Nach der Begegnung fließen allenthalben Tränen. Es werden Freudentränen sein.