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Königswinter: Schulbeginn war ein Wiedersehen mit Maske

Schule mit Maske in Königswinter : Schulbeginn mit Abstands- und Hygieneregeln

Es ist seit Tagen das beherrschende Thema bei Eltern, Lehrern und Schülern: der Schulstart mit Maske. „Kann das überhaupt funktionieren?“ ist die große Frage – erst recht bei den momentan tropischen Temperaturen. Der General-Anzeiger hat sich in Oberpleis umgeschaut.

Mittwoch, 7.25 Uhr am Busbahnhof: Ein Bus nach dem anderen rollt ein. Die Türen öffnen sich, heraus quellen Trauben junger Leute, den Schulrucksack auf dem Rücken, die Maske noch vorschriftsmäßig vorm Gesicht. Erster Handgriff bei fast allen: runter mit dem Ding. Nur ganz vereinzelt sind Schüler zu sehen, die ihre Maske vorsichtshalber auflassen. Es herrscht ein großes Hallo – man trifft sich wieder, viele Schüler haben sich durch Ferien und Lockdown nicht nur wochen-, sondern monatelang nicht gesehen.

In Gruppen stehen die Jugendlichen zusammen, andere machen sich gemeinsam auf den Weg Richtung Schule. Es wird erzählt und gelacht. An Abstandhalten denkt keiner. Die Maske baumelt unterm Kinn oder steckt in der Hosentasche. Eigentlich ist alles wie immer – als gäbe es kein „Corona“.

Auch Lena hat ihre Maske ausgezogen: „Ich bin froh, dass ich nach der Busfahrt mal durchatmen kann.“ Gemeinsam mit zwei Freundinnen ist sie unterwegs zur Gesamtschule: „Wir treffen uns eh regelmäßig. Da können wir uns jetzt Maske und Abstandhalten sparen.“ Eigentlich findet die Schülerin das Tragen einer Maske „okay“ – allerdings nicht im Unterricht: „Ich weiß nicht, wie man sich da konzentrieren soll. Man schwitzt da drunter und bekommt auch viel schlechter Luft.“

Zwischen Haltestelle und Schule atmen sie durch

Vor dem Schulgelände des Gymnasiums am Oelberg herrscht Trubel: Elterntaxis rollen an, Schüler stehen auf der Straße und dem Bürgersteig zusammen. Mit Betreten des Schulhofs heißt es: Maske auf. Und da ein paar Meter zwischen Maskenpflicht und „Durchatmen können“ entscheiden, zögern viele den Gang auf das Schulgelände solange wie möglich heraus.

Das klassenweise Aufstellen auf den beiden Schulhöfen klappt indes einwandfrei – schließlich haben die Kinder es ja vor den Ferien bereits geübt. Die Oberstufenschüler dürfen ihre Kursräume selbstständig aufsuchen. Die Maske „sitzt“ – bei allen. Die aufsichtführenden Lehrer haben nichts zu beanstanden.

Auch im Unterricht klappt alles erfreulich reibungslos. „Es läuft sehr gut. Die Regeln werden von den Schülern eingehalten“, berichtet Schulleiterin Sonja Friedrich. Zu Beginn habe es für alle Schüler von den Klassen- und Kurslehrern noch einmal eine Einführung in den gültigen Hygieneplan gegeben: „Von den Lehrern habe ich die Rückmeldung erhalten, dass die Schüler aber bereits gut orientiert waren.“ Die Eltern hätten sehr gute Vorarbeit geleistet, „dafür sind wir natürlich sehr dankbar“.

Auch hinsichtlich des Maskentragens habe es bislang keine gesundheitlichen Probleme gegeben: Kein Schüler musste den Unterricht vorzeitig verlassen. Sollte es einem Schüler nicht gut gehen, würden individuelle Lösungen in den Klassen gefunden.

Unterrichtsstunden auf 30 Minuten gekürzt

Ohnehin gibt es für die nächsten beiden heißen Tage eine Kurzstundenregelung. Die Unterrichtsstunden werden auf 30 Minuten verkürzt, der Unterricht endet nach der sechsten Stunde daher bereits um 11.20 Uhr. Selbst Schüler, die neun Stunden auf dem Stundenplan stehen haben, können bereits um 13.10 Uhr nach Hause gehen. „Wir haben uns für diese Regelung im Sinne von Hitzefrei entschieden, da wir nicht wieder Unterricht ausfallen lassen wollten“, so Friedrich.

Noch keine Lösung gibt es indes hinsichtlich eines möglichen zeitversetzten Schulbeginns, wie ihn das Schulministerium vorgeschlagen hatte. „Da laufen noch Gespräche.“ Die Situation am Busbahnhof sei bekannt. „Wir haben die Schüler diesbezüglich noch einmal auf die Corona-Schutzverordnung hingewiesen.“

Auch für die meisten Schüler verlief der erste Schultag nicht so unangenehm wie befürchtet: „Ich fand es gar nicht so schlimm. Man ist das Masketragen ja schon gewohnt. Ich spüre die schon fast gar nicht mehr“, berichtet Neuntklässler Tobias. Alina aus der 8a findet Unterricht mit Maske allerdings „anstrengender als sonst. Viele haben sich anfangs auch weniger gemeldet“.

Auch Dominik, der die Q1 besucht, meint: „Es ist schon anders als sonst.“ Vor allem, da in manchen Oberstufenräumen in der zweiten Etage die Luft doch sehr stickig gewesen sei.

Schlecht gegangen sei es aber keinem Schüler, „die Lehrer haben aber auch immer darauf hingewiesen, dass man sich sofort melden soll, wenn es einem nicht gut geht“. Problematisch sieht er die Einhaltung der Abstandsregeln im Schulgebäude: „Es gibt zwar einen Laufplan, das funktioniert auch, aber überall eineinhalb Meter Abstand zu anderen zu halten, wird natürlich trotzdem schwierig.“