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Richter erlässt Haftbefehl: 18-Jähriger nach Brand in Oberpleiser Schulzentrum verhaftet

Richter erlässt Haftbefehl : 18-Jähriger nach Brand in Oberpleiser Schulzentrum verhaftet

Vier Jugendliche sollen an der Brandstiftung am Oberpleiser Schulzentrum im vergangenen Juli beteiligt gewesen sein. Ein 18-Jähriger sitzt in U-Haft. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Nach dem Brand am Oberpleiser Schulzentrum im vergangenen Juli hat die Polizei vier jugendliche Tatverdächtige ermittelt. Zwei 15 und 16 Jahre alte Mädchen sowie zwei 18-jährige junge Männer stehen im Verdacht, das Feuer in der Nacht zum 2. Juli gelegt zu haben. "Sie alle sind beschuldigt, damit etwas zu tun zu haben", teilte Polizeisprecher Robert Scholten auf GA-Anfrage mit.

Einer der 18-Jährigen sitzt seit seiner Festnahme am 22. Januar in Untersuchungshaft. "Auf Grundlagen der Ermittlungen" erließ der zuständige Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Jugendlichen, so Scholten. Die anderen drei Verdächtigen konnten nach ihren Vernehmungen wieder nach Hause entlassen werden, da gegen sie keine Haftgründe vorlagen. Nach GA-Informationen waren die Verdächtigen, mit Ausnahme der 15-Jährigen, Schüler des Schulzentrums.

Wie berichtet, hatten in jener Nacht im Sommer aufmerksame Nachbarn gegen 1.20 Uhr die Feuerwehr alarmiert, da ein Müllcontainer vor dem Schulgebäude in Flammen stand. In dem Trakt des Schulzentrums befinden sich die Aula, ein Ballettraum der städtischen Musikschule sowie ein Fahrradkeller. Die Flammen breiteten sich schnell aus und griffen vom Container, der laut Feuerwehr mit Kunststoff befüllt war, auf die Fassade des Schulgebäudes über.

Der Kunststoff schmolz in Folge der großen Hitze zusammen, der Container wurde völlig zerstört. Die Flammen griffen auch auf einen Übungsraum über, zwei Fenster wurden massiv beschädigt. Die Polizei schätzte den Schaden auf 100.000 Euro. Mehrere Räume, darunter der Ballettraum unter der Aula und die Aula selbst, waren nach dem Brand zeitweise nicht nutzbar. Die Zeugnisfeier und der Abiball eine Woche nach dem Feuer konnten jedoch wie geplant stattfinden.

Spuren am Brandort hätten zu der Erkenntnis geführt, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei, so die Polizei am Donnerstag. Details nannte sie nicht. Während der Ermittlungen wurden neben den Zeugenvernehmungen auch Wohnungen durchsucht. Trotz des Ermittlungserfolges seien noch einige Fragen offen. So müsse geklärt werden, wer in welcher Form an der Brandstiftung beteiligt war. "Es geht um die Tatbeiträge", so Scholten. Die Ermittlungen dauern daher weiter an.