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Gut Heiderhof bei Vinxel: Anwohner stoppen Fußballgolf

Gut Heiderhof bei Vinxel : Anwohner stoppen Fußballgolf

Nachbarn klagen gegen die Anlage. Verkehrsaufkommen und Lärm sorgen für Ärger. Verhandlung vermutlich erst in der zweiten Jahreshälfte.

Still ruht der See derzeit auf der Fußballgolfanlage am Gut Heiderhof bei Vinxel, dabei hätte dort nach der Winterpause längst die neue Saison starten sollen. Ein Blick auf die Internetseite der Anlage verrät, weshalb: „Gegenüber dem Betrieb unserer Fußballgolfanlage sind baurechtliche Bedenken erhoben worden. Wir sind derzeit damit befasst, diese Bedenken auszuräumen und sind zuversichtlich, dass uns dies gelingt. Das wird jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund kann die Saison 2016 voraussichtlich nicht wie geplant im März beginnen“, heißt es dort. Offen bleibt die Frage, wann die 18 Rasenspielbahnen auf der 60 000 Quadratmeter großen Fläche wohl wieder genutzt werden können.

Tatsächlich haben Anwohner Klage beim Verwaltungsgericht Köln gegen die im April 2013 eröffnete Anlage eingereicht, das bestätigte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage des General-Anzeigers. Gegenstand der Klage sei das erhöhte Verkehrsaufkommen durch den starken Besucherandrang und auch die damit verbundene Lärmbelastung. Das Grundstück der Kläger liegt laut Gericht rund 150 Meter entfernt von der Anlage.

Die neue Trendsportart – eine Mischung aus Fußball und Golf – hat vor allem bei schönem Wetter zahlreiche Fußballfreunde zum Gut Heiderhof gelockt. Auch der Bürgerverein Vinxel spielte dort im vergangenen Sommer seine erste Fußballgolf-Trophy aus, mehr als 70 große und kleine Kicker nahmen teil. Erst jüngst hat der Verein bei seiner Jahreshauptversammlung angekündigt, dass die Veranstaltung in diesem Jahr wiederholt werden soll. Daraus wird wohl nichts: Nach Auskunft des Gerichts soll die Klage erst in der zweiten Jahreshälfte verhandelt werden. Damit wäre die Saison dann wohl gelaufen.

Inhaberin Hella Töllner hat derweil eine Bonner Anwaltskanzlei mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragt. Von dort gibt es auf Anfrage des General-Anzeigers derzeit lediglich die Auskunft, dass hinsichtlich des Verfahrens „noch alles schwebend“ ist.

Die Klage richtet sich allerdings nicht gegen den Betreiber der Anlage selbst, sondern gegen die Stadt Königswinter als zuständige Genehmigungsbehörde. Im Jahr 2012 hatte sich der Planungs- und Umweltausschuss zuletzt mit den Plänen für die Fußballgolfanlage beschäftigt. Vor dem Hintergrund, dass keine baulichen Maßnahmen auf dem Areal geplant waren und nur mobile Hindernisse aufgestellt werden sollten, beabsichtigte die Verwaltung damals, eine zeitlich befristete Genehmigung zu erteilen – was offenbar geschehen ist.