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Sonderausstellung: Ausflug in die Burgenromantik in Königswinter

Sonderausstellung : Ausflug in die Burgenromantik in Königswinter

Neue Sonderausstellung in der Galerie Rheinromantik des Siebengebirgsmuseums eröffnet.Sie zeigt mit Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen die Vielfalt der Burgen von der Höhenburg am Rhein bis zur Niederburg im Lahntal.

Burgen, immer wieder Burgen. Im Siebengebirgsmuseum eröffnete Bürgermeister Peter Wirtz unter dem Motto „Von Ruinen, Burgen und vergessenen Schlössern“ die nunmehr 14. Sonderausstellung in der Galerie Rheinromantik, bei der auch diesmal das Gros der Bilder aus der Sammlung Rheinromantik stammt. Das Stadtoberhaupt lobte die äußerst fruchtbare Kooperation, dankte aber ebenfalls den Direktoren des Mittelrhein-Museums Koblenz und des Röntgen-Museums Neuwied für die Leihgaben.

Die neue Leiterin des Siebengebirgsmuseums, Sigrid Lange, freute sich indes, „dass ich an meinem dritten Arbeitstag schon eine Ausstellung eröffnen darf.“ Sie näherte sich dem Thema Burgen, indem sie ihre Wahrnehmung bei Ausflügen schilderte: „Man ahnt, dass sie zur Verteidigung gedacht waren, aber spürt Geheimnisvolles, sieht das Schöne.“ Und genauso erwartungsvoll können Besucher der Ausstellung, die bis zum 14. Oktober gezeigt wird, von Bild zu Bild auf Spurensuche gehen.

Dann werden sie beispielsweise Bilder sehen von im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 zerstörten Schloss Andernach, vom Schloss Arenfels bei Hönningen, wie es vor dem Umbau 1849 durch Friedrich Zwirner ausschaute, von der Burg Greifenstein, einer imposanten Wehranlage, von der Marksburg oder der Ruine Olbrück.

Kuratorin Irene Haberland wies auf eine Besonderheit dieser Schau hin – sie schlägt nämlich eine Brücke zur Dauerausstellung im ersten Stock des Museums. Dort gibt es den Bereich der Burgenlandschaft, der exemplarisch anhand des Siebengebirges die historische Bedeutung der hiesigen Burgen herausarbeitet. „Die Löwenburg spielt dabei die entscheidende Rolle.

In der jetzigen Sonderausstellung ist naturgemäß der Bogen weitergeschlagen: vom Siebengebirge über den Westerwald bis ins Rheingau reicht die geografische Palette unserer Auswahl.“ Etwas genauer gesagt: Zwischen Bingen und Koblenz erheben sich auf rund 60 Kilometern Flusslänge rund 30 Burgen und Festungen auf den Rheinhöhen, nördlich setzt sich die Reihe mit Hammerstein, Rheineck und Rolandseck, Drachenfels und Godesburg fort. Unterschiedlichste Territorien stießen dort bis zum 18. Jahrhundert aneinander, der enge Flusslauf forderte die Errichtung von zahlreichen Zollstellen geradezu heraus.

Reichhaltiges Begleitprogramm mit Kuratorenführungen

„Der Rhein wurde zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor der Region, wobei die Burgen neben der Grenzsicherung auch als Zollstation dienen konnten“, so Haberland. Der Rhein bildete die Lebensgrundlage für die Anrainer. „So entwickelte sich am Rhein eine einzigartige Kulturlandschaft, in der territoriale Verwaltung, Verteidigung und Wirtschaftsinteressen eine unverwechselbare Symbiose eingingen. Die unzerstörten Burgen wie die Marksburg bei Braubach oder der Pfalzgrafenstein mitten im Rhein zeugen bis heute von der einstigen Größe der Anlagen“, erläuterte die Kuratorin.

Sie zeigte die Entwicklung der Burgen auf: Besaßen die befestigten Anlagen im frühen Mittelalter noch den Charakter von Fluchtburgen, so entwickelte sich später ein neuer Burgentyp – die kleinräumige Adelsburg.

Die Ausstellung mit Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen zeigt die Vielfalt der Burgen von der Höhenburg am Rhein bis zur Niederburg im Lahntal. Eine kleine Auswahl von Gemälden ist den untergegangenen Schlössern wie dem Jagdschloss Herzogsfreude gewidmet, die meistens im Zuge der napoleonischen Kriege zerstört wurden.

Eine Ausnahme: Das Jagd- und Lustschloss Monrepos bei Neuwied wurde erst 1967 im Zuge einer Feuerwehrübung in Brand gesetzt und komplett dem Erdboden gleichgemacht. Und dann sind da noch die fantastischen Burgenlandschaften, wo entweder eine reale Landschaft mit einer fiktiven Burg kombiniert wurde oder umgekehrt. Eine Rheinlandschaft von Johann Adolf Lasinsky gibt bis heute Rätsel auf. Demjenigen, der sagen kann, um welches Schloss es sich handelt, versprach Irene Haberland einen Kasten Bier.

Zu der Sonderausstellung gibt es ein reichhaltiges Begleitprogramm mit Kuratorenführungen an den Sonntagen 6. Mai, 15. Juli und 2. September, jeweils 15 Uhr, sowie Vorträgen und Führungen innerhalb der „Kostprobe“ an den Mittwochen 23. Mai, 12. September und 10. Oktober, jeweils 18 Uhr.

Weitere Informationen:www.siebengebirgsmuseum.de