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Hommage an Deva Wolfram: Ausstellung in Königswinter erinnert an verstorbene Künstlerin

Hommage an Deva Wolfram : Ausstellung in Königswinter erinnert an verstorbene Künstlerin

Es ist eine Hommage an das Phänomen Deva Wolfram: Im März verstarb die Künstlerin nach langer Krankheit. Die Galerie IAC Berlin-Königswinter erinnert in einer Ausstellung an ihr Werk.

Deva Wolfram wusste, dass ihr nicht mehr viel Zeit blieb. Eine letzte Werkschau wollte sie präsentieren, einen Querschnitt durch ihr Œuvre. Doch ihr sehnlicher Wunsch, die Eröffnung noch zu erleben, blieb der Künstlerin verwehrt. Sie starb am 15. März nach langer Krankheit im Alter von 66 Jahren. In der Galerie IAC Berlin-Königswinter erinnert nun die Ausstellung „Grenzüberschreitungen – Kunst und Kultur“ mit 41 ausgewählten Werken an das Leben und Schaffen einer Frau, die andere inspirierte – und sich stets von allem inspirieren ließ.

Obwohl Deva Wolfram die Werke – von mächtigen Ölgemälden bis hin zu fein beschriebenen Papierseiten – selbst auswählte, bleiben Lücken: Ohne den Input der Künstlerin lassen sich weder Titel und Entstehungsjahr vieler Bilder noch die dahinterliegende Botschaft rekonstruieren. Die Werke müssen für sich selbst sprechen – ausdrucksvoller könnten sie dies jedoch kaum tun. Die Natur und die Kunst, das wird rasch deutlich, blieben stets Wolframs große Liebe. Nicht umsonst, so Galerist Helmut Grothaus, habe die Künstlerwelt sie immer als Botanikerin betrachtet, während die Wissenschaftswelt sie als Künstlerin sah.

Unzählige Herbarien fertigte Wolfram an – Auszüge säumen die Wände des Galerie-Obergeschosses –, sie hielt Vorträge über Pflanzenkunde, verfasste Themenbücher, drehte Videos. Abwechselnd wohnte sie in Bonn und in Florenz, in einer kleinen Hütte umgeben von der Vielfalt und Schönheit der Toskana.

Ein kraftvolles Vermächtnis

Die Verbundenheit mit der Umwelt und die Lebensfreude, die Wolfram daraus schöpfte, spiegelt sich wider: Erdige Töne dominieren ihre Kunst, dazu üppiges Grün und florale Motive. In „Matilde L.J.“ vereinen sich ihre große Leidenschaften: die Liebe in Form zweier umschlungener Personen, die Natur in Form wild wuchernden Gestrüpps, und das Kunstschaffen selbst, repräsentiert durch Wolframs Malutensilien.

Aber auch der Tod, dem sich Wolfram unausweichlich gegenübersah, ist präsent: Das Sterben war für sie ein natürlicher Teil des Lebens. In einem unbetitelten Gemälde rudert ein geisterhafter Charon über den Styx ins farblose Nichts, die bunte, chaotische Brillanz des Lebens hinter sich lassend. Und in schwarzen „Lumpen“-Bildern, entstanden kurz vor ihrem Tod, widmet sich Wolfram dem Elend und der Armut Geflüchteter.

Wolframs künstlerisches Vermächtnis ist so kraftvoll, feinfühlig, intelligent und lebensfroh wie einst die Künstlerin selbst. Nicht ohne Grund ist ihre Hommage an Tischbeins „Goethe in der Campagna“ das Kernstück der Ausstellung: Dem Dichtermeister, der auch Naturwissenschaftler war, fühlte sich Wolfram als studierte Botanikerin, Ethnologin und Linguistin bis zuletzt verbunden. „Diese Frau“, resümierte Helmut Grothaus, „war ein Phänomen“.

Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 6. Juli, in der Galerie IAC Berlin-Königswinter, Hauptstraße 278 in Königswinter, zu sehen. Sie ist dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Verwaltung von Deva Wolframs künstlerischem Nachlass wurde bei der Vernissage der „Verein der Freunde des Werkes der Künstlerin Deva Wolfram“gegründet.