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Arbeiten im Siebengebirge: Autobahn 3 wird ab 2020 saniert

Arbeiten im Siebengebirge : Autobahn 3 wird ab 2020 saniert

Die Autobahn 3 zwischen dem Kreuz Bonn/Siegburg und der Anschlussstelle Siebengebirge wird ab 2020 umfangreich saniert. Neue Schutzwände und ein leiserer Fahrbahnbelag sollen lärmgeplagte Anwohner entlasten.

Lärmgeplagte Anwohner der A 3 dürfen nach Jahrzehnten endlich auf ruhigere Zeiten hoffen. Im Zuge der Sanierung der Autobahn zwischen dem Kreuz Heumar und der Anschlussstelle Bad Honnef/Linz wird die Fahrbahn nicht nur einen leiseren Belag erhalten, sondern die angrenzende Bebauung auch durch zusätzliche Lärmschutzwände geschützt.

Die Vorboten der insgesamt auf eine Dauer von acht bis zehn Jahren angesetzte Sanierung – der umfangreichsten seit 40 Jahren – sind bereits zwischen den Anschlussstellen Lohmar und Rösrath zu sehen. Dort wird zurzeit an einer Brücke über die Agger gearbeitet, nächtliche Sperrungen sind die Folge. Alles in allem müssen 20 von insgesamt 45 Brückenbauwerken, zum Teil auch unter der Autobahn und daher kaum sichtbar, komplett erneuert werden, 17 werden saniert und nachgebessert.

Fünf Bauabschnitte

Die gesamte Sanierung der rund 40 Kilometer zwischen Köln und der südlichen Landesgrenze wurde in fünf Bauabschnitte aufgeteilt. Im Herbst 2018 soll im dritten Bauabschnitt zwischen Lohmar und dem Autobahnkreuz Bonn/ Siegburg begonnen werden, weil hier die meisten Brücken saniert werden müssen: insgesamt 13, von denen sieben neu gebaut werden müssen.

„Für diesen Abschnitt rechnen wir mit einer Baudauer von zwei bis zweieinhalb Jahren“, sagt Sabrina Kieback, die Sprecherin des Straßenbaulastträgers Straßen NRW, auf Nachfrage. Der vierte Bauabschnitt umfasst die elf Kilometer lange Strecke zwischen dem Autobahnkreuz Bonn/Siegburg und der Anschlussstelle Siebengebirge mit neun Brückenbauwerken, von denen eines verstärkt, vier instand gesetzt und vier komplett erneuert werden müssen. Hier würde dann voraussichtlich zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 2021 mit den Arbeiten begonnen.

Lärmmindernder Gussasphalt

In den Bereichen Birlinghoven, Hennef-Dambroich, Bockeroth, Bellinghausen mit Sonnenberger Hof, Bellinghauserhohn, Hasenboseroth und Kippenhohn sowie Ruttscheid werden Lärmschutzwände errichtet und erneuert. Die gesamte Strecke erhält neben einer neuen Entwässerung, Schildern, Leitplanken und Notrufsäulen auch einen neuen Fahrbahnbelag, der den Lärm durch die heute rund 100 000 und künftig bis zu 120 000 Fahrzeuge pro Tag (davon macht der Schwerlastverkehr zwölf bis 15 Prozent aus) verringern soll.

Statt des lange Zeit verwendeten Flüsterasphalts wird dabei ein lärmmindernder Gussasphalt verwendet. Der Flüsterasphalt senkt den Lärmpegel in der Anfangszeit um bis zu fünf Dezibel. Seine Poren setzten sich aber schnell mit Schmutz zu, sodass der Effekt nach nur zwei Jahren nur noch bei zwei Dezibel liege, so Kieback. Außerdem sei er besonders frostanfällig. „Und Frost kommt im Siebengebirge ja häufiger mal vor“, sagt Kieback. Der Gussasphalt reduziere den Lärm um rund zwei Dezibel, jedoch über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren und damit fast doppelt so lange wie der Flüsterasphalt.

Drei verengte Fahrstreifen

Die Behinderungen sollen so gering wie möglich gehalten werden. Den Verkehrsteilnehmern sollen drei verengte Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Gearbeitet wird auf jeweils einer Fahrbahn. Nur bei bestimmten Arbeiten an den Brückenbauwerken könnte auch mal eine komplette Fahrspur wegfallen.

Der fünfte Bauabschnitt zwischen den Anschlussstellen Siebengebirge und Bad Honnef/Linz wird als letzter – und möglicherweise gemeinsam mit dem ersten Abschnitt – in Angriff genommen. „Hierfür gibt es bisher aber nur eine Grobplanung“, sagt Kieback. Der Bau werde dort aber wohl erst in sieben bis acht Jahren beginnen.

"Endlich passiert etwas"

Der Landesbetrieb Straßenbau hat auch die Stadt Königswinter in einem Schreiben über den sogenannten Erhaltungsentwurf für den Autobahnabschnitt im Siebengebirge informiert. Das teilte die Verwaltung dem Planungs- und Umweltausschuss mit. Sehr zur Freude von Roman Limbach (CDU), der sich seit Jahren für Verbesserungen im Lärmschutz einsetzt. „Endlich passiert etwas. Die Menschen in Ruttscheid, Hasenboseroth, Kellersboseroth und bei entsprechendem Wind selbst in Oberpleis sind durch den Lärm sehr belastet“, sagte er.