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"La Remise" in Königswinter: Autorin Claudia Knöfel las aus ihrem neuen Roman

"La Remise" in Königswinter : Autorin Claudia Knöfel las aus ihrem neuen Roman

Am Neujahrsmorgen des Jahres 1883 fanden arme Menschen aus dem Rheinland unverhofft Münzen in ihren Stuben. Und es muss ihnen bei dem verheerenden Hochwasser, unter dem sie seit Wochen litten, wie ein Wunder vorgekommen sein.

Hatte da ein Engel seine Finger im Spiel? Oh ja, es waren der Weihnachtsengel Alexis und seine Helfer, die am Heiligen Abend auf dem Flug über das Rheinland zum Verteilen der Gaben mit ihrem Schlitten in der Höhe von Königswinter durch ein Kirchendach stürzten und dort in einem Geheimkeller einen Schatz entdeckten. Einige Tage später verteilte der Engel das Geld unter den vom Hochwasser gebeutelten Familien.

Ein schönes Märchen, mit einem historischen Hintergrund. Bei der Säkularisation mussten die Kirchen ihre Güter an den Staat abtreten, und 1882/83 setzten mehrere Hochwasserwellen den Menschen tatsächlich arg zu. Claudia Knöfel ist die Erfinderin von Alexis, dessen Abenteuer sie in mittlerweile drei Bänden niedergeschrieben hat.

Jetzt las sie auf Einladung von Christine Albrecht im "La Remise" an der Rheinallee. Wie groß die Zahl ihrer Fans ist, zeigte der Andrang an diesem Abend. Unter ihnen auch Gerhard Papke, Vizepräsident des NRW-Landtags. "Claudia Knöfel verbindet die weihnachtliche Atmosphäre mit einer beeindruckenden Exkursion in europäische Kulturgeschichte.

Das regt zum Lesen in Geschichtsbüchern an", sagte er. 1996 verfasste Knöfel ihre erste Geschichte um den Weihnachts(b)engel Alexis. Ihre Erzählungen entstanden danach als Geschenke für Familie und Freunde. 2010 fand sie einen Verlag. Nun erschien Band drei unter dem Titel "Alexis - Das Geheimnis des roten Samtbeutels".

Die Phantasie der Autorin wirkt grenzenlos. Sie verfügt über fundiertes Wissen. Die Inhaberin eines Fachgeschäftes für Gardinen und Dekorationen hat Geschichte und Politische Wissenschaften in Bonn studiert und lässt Alexis durch die Jahrhunderte fliegen.

Er hatte 1642 die Klunker von Kardinal Richelieus' Mätresse gestohlen und die Wahl: Tod durch den Strang oder ein Leben als Vorkoster des Kardinals. Er starb an einer Arsenvergiftung. Annähernd 160 Jahre saß Alexis auf seiner Wolke, bis ihn sein Chef, Nikolaus, der Bischof von Myra, als Weihnachtsengel einteilte. Um seine unglaublichen Abenteuer geht es in den Büchern.