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Bauarbeiten B42: Sanierung der Drachenbrücke verschiebt sich erneut

Bauarbeiten auf der B42 : Drachenbrücke wird frühestens Mitte 2022 fertig

Der Landesbetrieb Straßenbau verschiebt seine Pläne im Verlauf der B42 erneut. Die Arbeiten an der Drachenbrücke werden nun zunächst ausgeschrieben, die Renovierung der drei Tunnel zwischen Königswinter und Bonn beginnt erst 2021.

Die Sanierung der Drachenbrücke und der Tunnelkette an der B42 verzögert sich erneut um mindestens ein Jahr. Frühestens Ende 2020, so schätzt der zuständige Landesbetrieb Straßenbau NRW, könne mit der Ertüchtigung der maroden Brücke oberhalb der Königswinterer Altstadt begonnen werden. Zuletzt waren die Planungen von einem Baubeginn Ende 2019 ausgegangen. Auch die Arbeiten an den drei Tunneln zwischen Königswinter und Bonn verschieben sich um rund zwölf Monate. Neuer avisierter Baubeginn ist 2021.

Steigende Kosten und die nach wie vor boomende Baukonjunktur hatten Auswirkungen auf die Planungen für die beiden großen Sanierungsprojekte, sagte Sabrina Kieback, Sprecherin des Landesbetriebs, auf Anfrage. Mittlerweile jedoch seien die erforderlichen Genehmigungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für beide Vorhaben auf dem Weg zum Landesbetrieb, sodass die weiteren Schritte in Angriff genommen werden könnten.

Einspurige Verkehrsführung entlastet die Brücke

Wie berichtet, hatten vor rund zwei Jahren Untersuchungen des Landesbetriebs ergeben, dass die 1962 fertiggestellte Hochstraßenbrücke erhebliche statische Defizite aufweist. Die Untersuchungen legten die Vorgaben der sogenannten Nachberechnungsrichtlinie des Bundes zugrunde, die erheblich strenger als bis dato ausfallen und sicherstellen sollen, dass auch ältere Straßenbrücken dem steigenden Verkehr standhalten.

Bei der rund 650 Meter langen Drachenbrücke gingen die Experten vor zwei Jahren von täglich etwa 27 000 Fahrzeugen aus, darunter 800 Lastwagen. Als erste Konsequenz der statischen Probleme entlastete der Landesbetrieb die Brücke, indem der Verkehr seit Oktober 2018 in beide Fahrtrichtungen nur noch einspurig über das Bauwerk geführt wird.

Die Planungen des Landesbetriebs sehen vor, die Traggerüste zu verstärken und zu sanieren. „Mittlerweile ist der Verstärkungsentwurf vom BMVI genehmigt und auf dem Dienstweg zu uns zurück“, so Kieback. „Wir gehen davon aus, dass die Ausschreibung im ersten Quartal 2020 fertiggestellt wird.“ Da es sich um ein EU-weites Vergabeverfahren handele, seien die Verfahrensfristen entsprechend lang. „Die Vergabe erfolgt frühestens Anfang Herbst, dann könnte der Bau Ende 2020 beginnen.“ Mit der Fertigstellung rechnet der Landesbetrieb voraussichtlich Mitte 2022. Danach sei wieder die zweispurige Verkehrsführung in jede Richtung möglich.

Wechselseitige Tunnelsperrung geplant

Zeitlich gekoppelt mit den Arbeiten an der Drachenbrücke ist die Sanierung der Tunnelkette an der B42. In den drei Bauwerken, die zwischen 1981 und 1984 entstanden, muss unter anderem die komplette Sicherheitstechnik erneuert werden. Die Verkehrsführung während der Sanierung sei aufwendig, so Kieback. Geplant sei, die Fahrspuren in den Tunneln während der Bauzeit wechselseitig zu sperren. Jeweils in der Tunnelhälfte, in der gerade nicht gearbeitet wird, soll der Verkehr einspurig in Fahrtrichtung Bonn beziehungsweise Königswinter geführt werden. Die Planungen für das Projekt laufen seit 2012, somit waren die Kosten nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Die wurden mittlerweile angepasst und dem Bund zur Genehmigung vorgelegt.

Diese ist zwischenzeitlich erfolgt. „Auch hier ist die Entscheidung des BMVI auf dem Weg zu uns“, so Kieback. Die Ausschreibung werde nun vorbereitet und gehe im ersten Quartal in das EU-weite Vergabeverfahren. Ende 2020, so die Einschätzung des Landesbetriebs, könnte dann die vorbereitende Bauphase beginnen. Unter anderem sollen die Leitplanken auf den Mittelinseln entfernt und ein Übergang für den Verkehr geschaffen werden. Die eigentliche Sanierung und die damit verbundene einspurige Verkehrsführung in jede Fahrtrichtung beginne 2021.

Alle Details zu beiden Bauprojekten stehen laut Kieback voraussichtlich erst im Herbst 2020 fest, wenn die Aufträge vergeben und mit den ausführenden Firmen abgestimmt seien. Das gelte im Übrigen auch für konkrete Aussagen zu den Kosten, die bei der Tunnelkette bei einem zweistelligen Millionenbetrag lägen. „Doch bei einer jährlichen Baukostensteigerung von derzeit zehn bis 15 Prozent sind wir da mit konkreten Zahlen vorsichtig.“