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Bürgerstiftung Königswinter verkauft Plakate für den guten Zweck

Fotocollage als Mosaik der Stadtarchitektur : Bürgerstiftung Königswinter verkauft Plakate für den guten Zweck

Seit 2005 unterstützt die Bürgerstiftung Königswinter gemeinnützige Zwecke, jetzt wirbt sie mit einer besonderen Aktion für das bürgerschaftliche Engagement: Ein Plakat mit Fotos historischer Hauseingänge dokumentiert Zeugnisse der Historie.

Von Barock bis Bauhaus. Die Bürgerstiftung Königswinter gibt es seit 15 Jahren. Jetzt überraschte sie mit einer originellen Werbeidee. „Wir öffnen Türen“ ist das Motto ihres Hochglanz-Plakats, auf dem tatsächlich 39 wunderschöne Portale von Häusern Königswinters zu sehen sind, allesamt architektonische und auch historische Glanzlichter der Stadt.

Neue Stifter willkommen

Ziel der Stiftung ist es, Projekte, die nicht originäre Aufgaben der Stadt sind, zu unterstützen. „Und wir sind natürlich stets an neuen Stiftern und Spendern interessiert“, sagte Franz-Joachim Thür, der 2017 den Vorsitz von Gründungsvorstand Peter Gola übernommen hatte. Allein mit dem Erwerb eines Plakats für drei Euro tut der Käufer aber auch schon etwas Gutes: Der Erlös der Türen-Aktion geht nämlich an das Siebengebirgsmuseum. Leiterin Sigrid Lange hat das Vorhaben unterstützt, sie beriet fachkundig den Vorstand der Stiftung bei der Auswahl.

Franz-Joachim Thür hatte die Idee mit den Türen. „Ich habe so etwas schon oft im Ausland gesehen“, erzählte er bei der Vorstellung des gelungenen Plakats. Mit GA-Fotograf Frank Homann war er zweimal durch die Stadt gepilgert auf der Suche nach den schönsten Motiven. Gerade in der Altstadt hatten sie interessante Portale entdeckt. Und Thür war begeistert, mit welch gutem Auge und wie technisch versiert Fotograf Homann seine Aufgabe gemeistert hatte.

Ältestes Gasthaus der Region ist vertreten

Die Pforte der evangelischen, im neugotischen Stil errichteten Christuskirche ist auf dem Plakat zu finden. Das Gasthaus „Im Tubak“ von 1693 ist vertreten – das älteste Gasthaus der Region. Allerdings, das Haus einer Tür vom Plakat ist noch älter. Es steht an der Altenburger Gasse und ist eins von drei Gebäuden in der Altstadt, die der großen Brandschatzung von 1689 durch französische Truppen entgangen waren.

„Die Tür der Villa Leonhart wollten wir unbedingt mit aufnehmen, denn daneben ist die Figur eines Winzers in Sgraffitotechnik zu sehen, die also in den Wandputz eingeritzt wurde. Als Symbol für den Weinanbau in unserer Stadt war uns das wichtig“, erläuterte Thür, wie ja gerade auch Pilaster und Kapitelle der barocken Portale ein Zeugnis des Steinabbaus und der Steinmetzkunst im einstigen Königswinter darstellen. Die Barock-Tür vom Weingut Pieper und die blaue Tür von dem maurischen Pavillon an der Rheinallee sind zu entdecken, ebenso die Tür aus der Töpferei Dietz, aber auch das Portal zur Villa Lemmerz im saubersten Bauhaus-Stil und die vom Siebengebirgsmuseum, die ebenfalls dem Bauhaus-Stil nachempfunden und vom früheren Stadtdirektor Heinz-Martin Bernert entworfen wurde. Auch manche verborgenen Schätze, die nicht von der Straße aus zu entdecken sind, wurden gehoben und sind auf dem Plakat zu finden.

Mosaik architektonischer Besonderheiten

Das Plakat ist ein reizvolles Mosaik über architektonische Besonderheiten in der Stadt und vielleicht ja auch für manchen die Pforte zum Eintritt als Zustifter in die Bürgerstiftung, die in erster Linie Projekte initiiert und fördert, die in Königswinter von Bürgern für Bürger durchgeführt werden. So unterstützte die Bürgerstiftung zum Beispiel schon den Feuerwehrnachwuchs, den Literaturwettbewerb oder den Bücherschrank. Vereinen wurde geholfen, die etwa einen Spielplatz eingerichtet oder Instrumente erworben haben. Für das Siebengebirgsmuseum schaffte die Bürgerstiftung schon Bilder an.

„Im Herbst wollen wir eine Pflanzaktion der Longenburgschule in Niederdollendorf fördern, in Sassenberg haben wir bei der Einrichtung eines Dorfplatzes geholfen“, so der stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung, Frank Klein. Bürgermeister Peter Wirtz dankte den Vertretern der Bürgerstiftung für den Einsatz und die tolle Idee.

Die Plakate sind im Siebengebirgsmuseum und bei der Tourismus Siebengebirge GmbH im Talbahnhof der Drachenfelsbahn für 3 Euro zu haben.