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Frühlingsmarkt am Kloster Heisterbach: Bummel in einer kunterbunten Welt

Frühlingsmarkt am Kloster Heisterbach : Bummel in einer kunterbunten Welt

91 Marktbeschicker zeigen beim Frühlingsmarkt auf dem Gelände des Klosters Heisterbach ihre Waren. Besonders Glühwein und Regenmäntel waren gefragt.

Der Frühling macht sich rar in diesen Tagen. Wer ihn dennoch suchte, konnte ihn beim Frühlingsmarkt auf dem Gelände des Klosters Heisterbach finden, zum Beispiel in dem kleinen Pavillon von Cornelia Lauwaert.

Auf einem samtig grünen Filzteppich leuchteten dem Besucher hier farbenfrohe Blüten, Pilze, lustige Glückswichtel und Elfen sowie leuchtend rote Marienkäfer entgegen. Es ist eine eigene, kunterbunte kleine Welt, die die Remscheiderin unter dem Motto „Farbträume“ hier aus Wollfilz kreiert hat. Wer mochte, konnte sich ein Stückchen davon mit nach Hause nehmen oder bei einem Kurzworkshop selbst in die Geheimnisse des Filzens eintauchen.

Die Ausstellerin war zum ersten Mal beim Frühlingsmarkt vertreten und war trotz der Wetterkapriolen begeistert vom „herrlichen Ambiente und der sehr schönen Atmosphäre“ – eine Einschätzung, die sie wohl mit den meisten der insgesamt 91 Marktbeschicker teilte. Viele machten kurzerhand das Beste aus dem Wetter: So bot das „Weltburger“-Team zu seinen ausgefallenen Burgerkreationen statt einer kalten Erfrischung heißen Glühwein an – serviert mit dem Kommentar „passend zur Jahreszeit“.

Auch die kunterbunten, handgearbeiteten Regenmäntel von Bettina Gotzen, in denen man jedem „Schietwetter“ wunderbar die kalte Schulter zeigen kann, stießen auf großes Interesse, wenngleich die Designerin „sie doch lieber bei schönem Wetter verkauft hätte“.

Münzensäger Michael Helfen indes machte das Wetter gar nichts aus: Er hatte sich mit seinem kleinen Stand und seinem Werkzeug kurzerhand in eine trockene Nische verzogen. „Das ist das Schöne an meiner Arbeit, man kann sie einfach überall machen.“ Oft packt Helfen seine Münzen, die feine Laubsäge aus dem Goldschmiedehandwerk, seine Spezialbohrer und den Schraubstock zusammen und fährt an den Rhein, um dort an einem ruhigen Plätzchen zu arbeiten.

Das Handwerk des Münzensägens, das aus dem Mittelalter stammt, hat er sich selbst beigebracht: „Wenn man zwei bis drei Jahre übt, dann haut es irgendwann hin“, schmunzelt er. Bevor die Motive, zum Beispiel der Kölner Dom auf der Zwei-Euro-Münze, ausgesägt werden können, muss ein winziges Loch in das Metall gesägt werden, durch das dann das Sägeblatt gezogen wird. Zwischen wenigen Stunden und einer ganzen Woche Arbeit steckt in den fertigen Kunstwerken, denen man am Ende nicht mehr ansieht, dass es sich einst um Münzen handelte.

Vom Wetter abschrecken ließen sich auch die Marktbesucher nicht: Sie strömten in Scharen auf das Klostergelände und schlenderten unterm Regenschirm entlang der vielen Pavillons und Stände, in denen neben Kunsthandwerk und Schmuck auch Mode, Pflanzen, Möbel und kulinarische Leckereien angeboten wurden. Bei der nunmehr dritten Auflage des Marktes verzeichneten die Veranstalter, das Bonner Einrichtungshaus „House & Living“ sowie die Event-Agentur LIW, allein am Samstag mehr als 2000 Besucher.

„Die Veranstaltung hat sich definitiv etabliert“, freute sich Lauren van Almsick von „House & Living“. Das Interesse der Austeller sei auch in diesem Jahr wieder so groß gewesen, dass „wir leider viele Absagen erteilen mussten“. Besonderen Wert wird neben der Regionalität auch auf ein möglichst breit gefächertes, hochwertiges und exklusives Angebot gelegt.