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Schulessen aus dem Foodtruck: CJD will die Mensa attraktiver machen

Schulessen aus dem Foodtruck : CJD will die Mensa attraktiver machen

Zwei Wochen dauert das Experiment an der Jugenddorf Christophorusschule Königswinter: Während die Mensa täglich ein neues Gericht anbietet, steht auch ein Foodtruck am Schulgelände. Vielleicht überraschend: Es wird nicht nur Fast Food gegessen.

Die Mensa der Jugenddorf Christophorusschule Königswinter (CJD) erfreut sich aktuell großer Beliebtheit. Auch im Außenbereich tummeln sich viele und stehen am Foodtruck Schlange für einen Burger.

Der Grund ist ein neues und ungewöhnliches Konzept: Zweieinhalb Wochen lang versorgt das Start-up-Unternehmen Lieblingsburger die Schüler mit Essen. „Das Ziel war von Anfang an, dass nicht mehr nur jüngere Schüler die Mensa aufsuchen“, sagt Andre Kirfel von Lieblingsburger.

Martin Krude, Konrektor der CJD-Realschule, erklärt: „Seit eineinhalb Jahren arbeiten wir daran, das Konzept der Mensa neu zu durchdenken.“ Mit der Kombination aus Streetfood und normalem Mensaessen wolle man auch Schüler aus der Mittel- und Oberstufe ansprechen. „Vorher waren nur Schüler der fünften bis siebten Klassen hier“, sagt Krude.

Schüler probieren auch das neue Mensaessen

Ihm sei es besonders wichtig, dass nicht der Eindruck entsteht, den Kindern würden nur Burger und Fast Food angeboten. Bedingung für die Kooperation sei unter anderem gewesen, dass nicht nur der Foodtruck vor der Schule steht, sondern in der Mensa selbst ein täglich wechselndes Gericht angeboten wird. So gab es bislang unter anderem Spaghetti Bolognese, Nudelauflauf und Asiapfanne – an den vorherigen Preis von 3,50 Euro pro Portion angeglichen.

Beim Foodtruck gibt es zwar auch Rabatt, ein normaler Burger kostet dennoch fünf Euro. Mit der Zeit habe sich laut Kirfel eine richtige Foodgemeinschaft entwickelt: „Die Schüler haben nicht nur die Burger gekauft, sondern auch das Essen in der Mensa probiert und sich dort zum Essen getroffen.“

Die Stimmen aus dem Lehrerkollegium sind teilweise kritisch. „Es schmeckt lecker, aber vorher gab es täglich eine vegetarische Alternative, das war jetzt nicht immer der Fall“, sagt eine Lehrerin, die namentlich nicht genannt werden möchte.

Kritik an der Einwegverpackung

Auch wenn den Schülern weiterhin in der Mensa ein Gericht angeboten werde, habe der Foodtruck trotzdem zum Essen von Fast Food animiert. Das sei ein Widerspruch zu dem, was Schüler im Unterricht über gesundes Essen lernen, so die Lehrerin weiter.

Das regionale Start-up-Unternehmen Lieblingsburger hat sogenannte Salatbowls im Angebot, die für Vegetarier geeignet sind. „Die Salate zwar in Pappschalen, aber alle mit Plastikdeckel verschlossen. So etwas gab es vorher in wiederverwertbaren Schüsseln“, kritisiert die Lehrerin.

Die Schüler haben jedenfalls wenig an dem Konzept auszusetzen: „Schmeckt besser als bei McDonalds“, finden Rike und Ronja, beide zwölf Jahre alt. Das Essen, das vorher in der Mensa angeboten wurde, hatte auch ihre beiden Freundinnen Makbule (13) und Medea (13) nicht überzeugt.

Wichtig ist für Martin Krude zu betonen, dass der Foodtruck keine Dauerlösung darstellt: „Wir haben mit einer Mensa-AG angefangen, den Innen- und Außenbereich der Mensa umzugestalten. Jetzt geht es darum Essen anzubieten, das gleichermaßen ältere wie jüngere Schüler anspricht.“

CJD-Gesamtleiter Reinhard Koglin ergänzt: „Wir haben uns gefragt, wie wir die Mensa insgesamt wieder attraktiver bekommen.“ In Gesprächen mit Lieblingsburger wolle man sich noch beratschlagen, ob und wie eine Kooperation künftig aussehen könnte.

„Für uns ist das Neuland, aber es ist schön zu sehen, dass das Essen gut angenommen wird“, sagt Jungunternehmer Kirfel.