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Das Kontor und Kaffeehaus am Bahnhof Königswinter bekommt mehr Platz.

Unterstützung für Kontor und Kaffeehaus : Königswinter erlaubt Außengastronomie in der Bungertstraße

Die Stadt Königswinter schafft in der Altstadt einen Präzedenzfall: Um dem Kontor und Kaffeehaus durch die Corona-Krise zu helfen, darf der Betreiber seine Außengastronomie erweitern.

Die Corona-Krise macht es möglich: Das Kontor und Kaffeehaus in der Altstadt darf mit städtischer Sondergenehmigung eine Außengastronomie auf einer öffentlichen Fläche in der Bungertstraße einrichten. Der bisher weiter unten auf der Straße stehende Poller soll an die Einfahrt von der Hauptstraße aus versetzt werden, was zur Folge hat, dass die Ein- und Ausfahrt in die Bungertstraße in Zukunft nur noch von der Rheinallee aus möglich ist.

Mit dem Beschluss des Haupt-, Personal- und Finanzausschusses wird ein Präzedenzfall geschaffen. Die Regelung, für die sich die Mehrheit bei fünf Gegenstimmen aus den Reihen von SPD und FDP aussprach, soll versuchsweise bis zum 1. Oktober gelten.

Eigentümer stellten Bürgerantrag

In der vergangenen Woche hatte sich bereits der Bau- und Verkehrsausschuss mit dem Bürgerantrag der beiden Eigentümer des Kontor und Kaffeehauses und einer Anfrage der Königswinterer Wählerinitiative befasst. Eigentümer Hans-Helmut Schild hatte den Antrag damit begründet, dass das Café gemütlich klein, aber in Corona-Zeiten leider zu klein sei, um es unter Einhaltung der Abstandsregeln wirtschaftlich betreiben zu können. „Unsere Pächterin betreibt das Café zusammen mit ihrem Mann. Die Familie hat drei Kinder, die alle von den Einnahmen leben müssen“, so Schild. Daher sei der Wunsch nach einer vergrößerten Außengastronomie und der Versetzung des Pollers entstanden. Es „stehe tatsächlich die Existenz des Kaffeehauses auf dem Spiel“.

Poller mehrfach umgefahren

Beides würde für Entlastung sorgen und die Altstadt touristisch aufwerten. Die Schließung der Straße sei den Eigentümern seit zwei Jahren ein Anliegen. Viermal sei die Hausecke bereits von Fahrzeugen abgefahren worden, zweimal seien die Fahrer geflüchtet. Gegen die Umsetzung des Pollers haben sich jedoch einige Anlieger ausgesprochen, die zusätzlichen Verkehr und chaotische Zustände befürchten, wenn eine Ein- und Ausfahrt in die Hauptstraße in Zukunft nicht mehr möglich sein sollte.

Der Bau- und Verkehrsausschuss hatte sich daher noch nicht zu einer Entscheidung durchringen können und stattdessen die Verwaltung beauftragt, zwei Alternativstandorte zu prüfen. Das Ergebnis fiel jedoch negativ aus. Weder der gegenüberliegende Gehweg in der Hauptstraße noch der Park von Haus Bachem seien geeignet, teilte die Verwaltung im Hauptausschuss mit.

Voraus ging „ein Hilferuf“

„Es gibt kein Einvernehmen in der Straße“, betonte auch Bürgermeister Peter Wirtz bei der erneuten Diskussion. Einige Ausschussmitglieder wollten die Entscheidung daraufhin der Verwaltung überlassen. Dies jedoch akzeptierte der Technische Dezernent Theo Krämer so nicht. „Wir haben einen Hilferuf erhalten und bisher nicht geholfen, weil wir sonst einen Präzedenzfall schaffen würden. Wir haben jedoch die Situation analysiert, damit Sie eine Entscheidung treffen“, sagte er. Michael Ridder (Köwis) und Franz Gasper (CDU) sprachen sich daraufhin für den probeweisen Versuch für die Dauer von rund drei Monaten aus, was auch eine Mehrheit im Ausschuss fand.