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Glosse zum Verkehr auf der Hauptstraße: Das Recht des Stärkeren im Bad Honnefer Straßenverkehr

Glosse zum Verkehr auf der Hauptstraße : Das Recht des Stärkeren im Bad Honnefer Straßenverkehr

Manchmal kommt man sich auf der Bad Honnefer Hauptstraße wie im Wilden Westen vor, schreibt GA-Redakteurin Katrin Janßen mit einem Augenzwinkern.

Es ist der Klassiker, High Noon auf der Honnefer Hauptstraße. In Fahrtrichtung Bahnhofstraße parkt ein Umzugswagen und entlädt – fast direkt gegenüber der Kreuzung Hauptstraße/Schülgenstraße. Und prompt bricht der Verkehr zusammen. Denn auf Höhe des Lasters stehen sich zwei Fahrzeuge unverrückbar gegenüber; dahinter in beide Richtungen jeweils eine Autoschlange.

Beide Fahrer taxieren sich, keiner zuckt. Keiner bewegt sich. Im Western würden nun die Hände zum Colt greifen, im Straßenverkehr krümmen sich die Finger eher zu eindeutigen Gesten. Nachdem dieses Gefecht keinen eindeutigen Sieger hervorbringt, steigen die beiden Asphaltcowboys aus und setzen den Kampf lautstark verbal fort – inzwischen nicht nur interessiert beäugt von den anderen Autofahrern dahinter, sondern auch den Fußgängern.

Duell folgt auf Duell

Schließlich gibt der Fahrer, auf dessen Seite der Laster steht, nach. Die ganze Reihe hinter ihm setzt zurück, bis sein Kontrahent in die Schülgenstraße abbiegen kann. Der Fahrer hinter ihm lässt die nächsten beiden entgegenkommenden Autos durch, es scheint ein recht flüssiger Wechselverkehr einzusetzen – bis genau sechs Autos später. Da stehen sich die nächsten beiden gegenüber. Beide Fahrer taxieren sich, keiner zuckt. Keiner bewegt sich. Das nächste Duell scheint anzustehen. Diesmal gibt der Klügere schneller nach.

Und die Ordnungsmacht ist inzwischen auch vor Ort und versucht das Übel an der Wurzel zu packen – und das Umzugsunternehmen umzusiedeln. Eigentlich schade. Denn es wäre spannend gewesen, wenn noch ein Bus gekommen wäre. Ob der sich schneller durchgesetzt hätte? Wegen Recht des Stärken und so...