Zum Winzerfest in Königswinter Das Siebengebirge hat eine neue Ritterin

Königswinter · Kornelia Scheuer ist in Königswinter seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert. Nun wird sie im Siebengebirge zur neuen Ordensritterin geschlagen – pünktlich zur Eröffnung des Winzerfestes, das in diesem Jahr vom 30. September bis zum 3. Oktober stattfindet.

Freuen sich schon aufs Winzerfest: die neue Ritterin vom Siebengebirge, Kornelia Scheuer (Mitte), und die Sprecher des Ordenskapitels, Wilbert Fuhr (links) und Lothar Vreden.

Freuen sich schon aufs Winzerfest: die neue Ritterin vom Siebengebirge, Kornelia Scheuer (Mitte), und die Sprecher des Ordenskapitels, Wilbert Fuhr (links) und Lothar Vreden.

Foto: Gabriela Quarg

Zwei Jahre lang hat coronabedingt kein Winzerfest in Königswinter mehr stattgefunden – zwei Jahre, in denen auch kein neuer „Ritter vom Siebengebirge“ ins Ordenskapitel aufgenommen werden konnte, da der traditionelle Ritterschlag stets zum Festauftakt vom Bacchus höchstpersönlich vorgenommen wird. Umso größer ist jetzt die Freude, dass in diesem Jahr endlich wieder gefeiert werden kann – und es somit auch einen neuen Ordensträger gibt. Nun wurde im Restaurant „Zum Ännchen“ in Oberpleis das Geheimnis gelüftet, wer am Freitag, 30. September, zum 61. Ritter vom Siebengebirge geschlagen wird: Kornelia, genannt Conny, Scheuer aus Gratzfeld.

„Es wurde viel gerätselt und wir wurden mit Fragen regelrecht bombardiert“, erzählt Lothar Vreden, Sprecher des Ordenskapitels, der gemeinsam mit seinem Amtskollegen Wilbert Fuhr die Laudatio bei der Vorstellung der neuen Ritterin hielt. Trotzdem hielten die wenigen Eingeweihten „dicht“, zumal sich die Auserkorene anfänglich ein wenig schwer mit der Entscheidung tat, ob sie denn die Auszeichnung annehmen soll. „Es gibt ja auch so viele andere Leute, die viel gemacht haben“, sagt Scheuer bescheiden. „Doch je mehr schlaflose Nächte ich darüber hatte, desto mehr habe ich mich gefreut.“

Scheuer arbeitet seit mehr als vierzig Jahren in der Stadtverwaltung

Dabei ist Bescheidenheit in ihrem Fall wirklich nicht angebracht, denn die Liste der ehrenamtlichen Tätigkeiten, die die 61-Jährige in den vergangen vier Jahrzehnten innehatte beziehungsweise immer noch innehat, ist lang: von 1975 bis 1997 war sie in der katholischen Pfarrei Eudenbach in verschiedenen Funktionen tätig, unter anderem als Leiterin der Bücherei und als Pfarrgemeinderatsmitglied. Seit 1993 ist sie Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft. Im Oberhau gilt sie zudem als „eine der größten Karnevalisten“. Seit 1987 ist sie Mitglied des Damenkomitees „Amazonen drink us“, ein Jahr später stand sie das erste Mal selbst auf der karnevalistischen Bühne. Von 1998 bis 2010 führte sie als Präsidentin durch die Veranstaltungen. Sportlich ist die neue Ordensritterin obendrein: Seit 36 Jahren ist sie als Abteilungsleiterin Tischtennis beim TuS Eudenbach verantwortlich für die Organisation von Spielen, Trainingseinheiten, Hallenbelegungszeiten und vielem mehr und trägt somit auch zum Erfolg der mehr als sechs Mannschaften bei.

Dass die 61-Jährige, die verheiratet ist und einen Sohn hat, 1981 zur ersten Maikönigin im Oberhau gekrönt wurde und seit mehr als vierzig Jahren Angestellte in der Stadtverwaltung Königswinter arbeitet, sei am Rande auch noch erwähnt. „Es ist schon beeindruckend, wie lange und kontinuierlich du dich schon ehrenamtlich betätigst“, würdigte auch Bürgermeister Lutz Wagner das Engagement seiner Mitarbeiterin. Diese freut sich nach der anfänglichen Bedenkzeit nun schon sehr darauf, „zusammen zu fiere und zusammen zu schwoofe“.