Aktionstag an Margarethenhöhe in Königswinter Die Hochleistungsflieger mit den Adleraugen sind die Stars beim Siebengebirgstag

Königswinter · Viel los beim Siebengebirgstag des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge: Besonders die imposanten Hochleistungsflieger mit den sprichwörtlichen Adleraugen sind die Stars bei den Besuchern.

 Viel los war beim Siebengebirgstag des VVS rund um das Forsthaus Lohrberg. Bei der Rollenden Waldschule des Hegerings Siebengebirge konnten wilde Tiere der Region gefahrlos aus der Nähe betrachtet werden.

Viel los war beim Siebengebirgstag des VVS rund um das Forsthaus Lohrberg. Bei der Rollenden Waldschule des Hegerings Siebengebirge konnten wilde Tiere der Region gefahrlos aus der Nähe betrachtet werden.

Foto: Gabriela Quarg

Für Richard, Hanna und Venom war es ein ganz normaler „Job“: sich geduldig in Pose setzen, hin und wieder imposant die Flügel ausbreiten oder den Schnabel aufreißen – und einfach bestaunen lassen. Für die Besucher des Siebengebirgstages des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) wiederum sind die Greifvögel, die bereits zu den Stammgästen bei der Veranstaltung gehören, immer wieder etwas ganz Besonders: die Gelegenheit, einmal einem mächtigen Steinadler wie Richard, einem Wüstenbussard wie Hanna oder einem seltenen Sakerfalken wie Venom ganz nah zu kommen, hat man schließlich nicht jeden Tag.

Die Falkner aus der Falknerei „Skyhunters“ aus Frechen hatten die imposanten Vögel eigens zu der Veranstaltung ins Siebengebirge chauffiert und standen den vielen großen und kleinen Bewunderern der Vögel gemeinsam mit der Bad Honnefer Falknerin Petra Holz Rede und Antwort. Vertreter dieser drei Arten wird man in freier Natur in der Region zwar nicht zu Gesicht bekommen, da sie in weiter entfernten Gefilden zu Hause sind, dennoch kann man auch am Himmel über dem Siebengebirge derzeit einen regen „Flugverkehr“ beobachten.

Falkner Ari (links) mit Steinadler Richard und Falknerin Susanne Dahmen mit Sakerfalke Venom.

Falkner Ari (links) mit Steinadler Richard und Falknerin Susanne Dahmen mit Sakerfalke Venom.

Foto: Gabriela Quarg

Zum einen, weil die heimischen Greifvögel aufgrund der Balzzeit jetzt besonders umtriebig sind, zum anderen, weil Arten wie der Rot- oder Schwarzmilan aus den Winterquartieren zurückkehren. „Den Rotmilan kann man im Flug sehr leicht an seinem gegabelten Stoß (der Schwanz des Vogels) erkennen“, erläutert Falknerin Susanne Dahmen.

Der Bussard sei im Vergleich kleiner und kompakter und habe einen Stoß mit geraden Enden. Den Falken erkennt man an seinen sichelförmigen Flügeln. Ihn wird man nie in der Thermik fliegen sehen, das heißt er nutzt anders als viele Raubvögel nicht die warmen, aufsteigenden Winde für seine Flugmanöver. Handelt es sich um einen Turmfalken, so kann man ihn allerdings leicht an den typischen Rüttelbewegungen seiner Flügel identifizieren, bevor er sich auf sein Opfer – zumeist Mäuse – herabstürzt.

„Falken sind Hochleistungsflieger“, erklärt Dahmen und zeigt den staunenden Besuchern die winzig kleinen, punktförmigen Zäpfchen in den Nasenlöchern von Venom, die „die Luft verwirbeln und es dem Vogel so ermöglichen, auch beim schnellen Flug zu atmen“. So kann er Geschwindigkeiten bis zu 300 Stundenkilometer erreichen.

Dahmen, die zurzeit eine eigene Falknerei im Siebengebirge aufbaut, wird nicht müde, noch viel mehr Spannendes über ihre Schützlinge zu erzählen: Zum Beispiel, dass die Männchen viel leichter und weniger kräftig ausgeprägt sind als die Weibchen, da diese auch mit drei bis vier hühnereigroßen Eiern im Bauch noch in der Lage sein müssen, mühelos abzuheben.

Neben den Greifvögeln gab es beim VVS-Tag aber noch viel anderes zu entdecken, anzuschauen und zu erleben, vom Bogenschießen bis hin zum Kurzausflug in die Siebengebirgswildnis. Da das Sommerwetter zahlreiche Ausflügler ins Siebengebirge gelockt hatte, war es auch rund um das Forsthaus Lohrberg „proppenvoll“ – sehr zur Freude des VVS und der vielen anderen Vereine, die ebenso wie die Biostation des Rhein-Sieg-Kreises über ihre Aktivitäten informierten.

Sommerwetter lockt zum Ausflug in die Siebengebirgswildnis

Kleine Besucher konnten sich am Stand der VVS-Jugend schminken lassen und das sprichwörtlich größte Glück der Erde auf dem Ponyrücken erleben. Nicht fehlen durfte auch die Rollende Waldschule des Hegerings Siebengebirge: Hier konnte man vielen vierbeinigen Bewohnern des Waldes einmal gefahrlos über den Pelz, die struppigen Borsten oder das Stachelkleid streicheln.

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