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Karneval in Königswinter: Ein Niederländer und eine Powerhexe sind die neuen Altstadt-Tollitäten

Karneval in Königswinter : Ein Niederländer und eine Powerhexe sind die neuen Altstadt-Tollitäten

Der Festausschuss Altstadt-Karneval Königswinter hat die Weichen gestellt für die Session 2022/2023 und seine Tollitäten vorgestellt: Ein gebürtiger Niederländer und eine aktive „Powerhexe“ werden die Jecken regieren.

Nein, Goudawürfel statt Kamelle werden wohl nicht fliegen. Aber dass der künftige Königswinterer Altstadt-Prinz Alex I. aus den Niederlanden kommt, soll schon eine Rolle spielen. „Wir überlegen noch, ob ich orangefarbene Clogs oder Prinzenschuhe tragen soll“, sagt Alex I., der eigentlich Evert Alexis Gielis heißt und bei Utrecht aufgewachsen ist. Ob der Festausschuss Altstadt-Karneval den Spaß mitmacht, bleibt abzuwarten. Schließlich sind die traditionellen Farben der Altstädter Karnevalisten Rot und Weiß.

Ob sich nicht doch irgendwo ein kleines Detail mit der niederländischen Nationalfarbe Orange versteckt, werden die Altstädter am Freitag, 18. November, sehen können, wenn Alex I. und Iris I. proklamiert werden. Was die beiden zumindest schon mal verraten, ist, dass auf jeden Fall auch das ein oder andere holländische Liedchen gesungen werden wird.

Prinzessin ist karnevalistisch geprägt

Dass ein Niederländer, der von Haus aus eigentlich wenig mit Karneval am Hut hat, nun zum Prinzen wird, daran ist Ehefrau Iris „schuld“. Mit dem Karneval hatte die künftige Prinzessin schon als Kind zu tun, ihr Vater und weitere Familienangehörige waren Mitglieder der Fidelen Freunde Postalia. Seit 2013 ist Iris I. mittendrin statt nur dabei, erst im Damenkomitee „Nixen vom Märchensee“ in Bonn-Oberkassel, seit 2015 als Teil der Showtanzgruppe „Powerhexen“, die zur Großen Königswinterer Karnevalsgesellschaft gehört.

Alex half anfangs viel hinter der Bühne und beim Aufbau von Veranstaltungen. Und so hat der Karneval den Niederländer, den er allerdings bereits in der frühen Kindheit durch WDR-Karnevalssitzungen im Fernsehen kannte, dann nach und nach eingesogen. „Anfangs haben wir erst mal nur so aus Spaß darüber gesprochen, ob wir nicht das Prinzenpaar werden wollen“, sagt Alex Gielis. Dann habe man sich mit dem Festausschuss zusammengesetzt, und hier sei man nun.

Altstadt-Prinzenpaar kennt sich seit zehn Jahren

Seit zehn Jahren sind der gebürtige Niederländer und Iris, die in Siegburg geboren und in Königswinter aufgewachsen ist, ein Paar. Alex entwickelt in Koblenz intelligente Bremssysteme, Iris arbeitet in Oberkassel in einer Pension und unterstützt den Familienbetrieb. Kennengelernt haben sich die beiden per Facebook. Zu den vier Kindern, die Iris mit in die Beziehung gebracht hat, kam vor fünf Jahren ein gemeinsamer Sohn.

Vor der Proklamation hat das Paar noch einiges auf dem Zettel stehen. Etwas „Auffälliges“ für den großen Tag sei bereits gekauft, sagt Iris. Genaueres will sie aber nicht verraten. „Und wir müssen noch die Rede vorbereiten“, sagt die designierte Tollität, die auch die „Powerhexen“ weiter unterstützt.

Proklamation wird in Niederdollendorf gefeiert

Dass die Proklamation der Altstadt-Tollitäten nicht in der Altstadt gefeiert werden kann, ist für Bernhard Gilgen, 2. Vorsitzender des Festausschusses Altstadt-Karneval, ein Wermutstropfen. „Wir Altstädter können überall feiern“, sagt er. Aber dass der Königswinterer Hof nicht mehr für Veranstaltungen zur Verfügung stehe, sei ärgerlich. Da auch die Aula der Christophorusschule besetzt war, weiche man auf die Turnhalle der Grundschule Niederdollendorf aus.

Gefragt danach, ob es Bedenken bezüglich einer weiteren Coronawelle gibt, sagt Gilgen: „Wir ziehen das durch. Hopp oder Topp.“ Er spüre, dass auch viele Karnevalisten, nach zwei Jahren Coronapause, eine Art Coronablues hätten und sich kaum aufraffen könnten, aktiv zu sein. Würde Karneval jetzt wieder ausfallen, wäre das aus Gilgens Sicht der Todesstoß. Rüdiger Theuerkauf, Vorsitzender des Festausschusses und Mitglied der Großen Königswinterer Karnevalsgesellschaft von 1860: „Das Leben geht weiter. Wir haben schlechte Zeiten und zwei Jahre Corona hinter uns. Den Kopf in den Sand zu stecken, bringt gar nichts.“