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Straßen NRW findet keine Baufirma: Engpass an der Drachenbrücke verzögert sich weiter

Straßen NRW findet keine Baufirma : Engpass an der Drachenbrücke verzögert sich weiter

Die Drachenbrücke sollte eigentlich längst nur noch einspurig sein, doch der Landesbetrieb findet keine Firma für die Beschilderung. Dagegen sind die Planungen für die Tunnelsanierungen zwischen Bonn und Königswinter fertig.

Weil sich keine Firma findet, die die Baustellenschilder aufstellt, verzögert sich die teilweise Sperrung der Drachenbrücke auf der B42. Spätestens zu Beginn der Sommerferien sollte der Verkehr über das 650 Meter lange Bauwerk oberhalb der Königswinterer Altstadt in beide Richtungen nur noch einspurig geführt werden. Diese Einschränkung soll so lange dauern, bis mit der Sanierung der maroden Brücke im Laufe des kommenden Jahres begonnen wird.

Doch bisher wurde nichts aus der neuen Verkehrsführung. Das dürfte vor allem den Autofahrern aus Bad Honnef und dem nördlichen Kreis Neuwied ganz recht sein. Sie können sich noch gut an die letzte Baustelle auf der B42 erinnern. Von Oktober bis Ende April standen sie vor allem morgens im Berufsverkehr im Stau, weil wegen der Hangsicherung nur eine Fahrspur in Fahrtrichtung Bonn zur Verfügung stand.

Landesbetrieb findet keine Firma

Grund für die Verzögerung der Sperrung: „Wir finden keine Firma für die Schilder“, sagt Sandra Kieback, Pressesprecherin des zuständigen Landesbetriebs Straßen NRW. Es müssten zwar nicht viele Schilder aufgestellt werden, drei oder vier davonbräuchten aber ein eigenes Fundament, das gegossen werden müsse.

„Das ist an diesem Streckenabschnitt nicht ganz einfach“, so Kieback. Man habe zwar einen Betrieb gefunden, der die alten Fahrbahnmarkierungen entfernt und die neuen Markierungen in weißer Farbe aufbringt. Dieser könne jedoch nicht die Schilder für die geänderte Verkehrsführung aufstellen, sodass man ein zweites Unternehmen suchen müsse. Es gebe auch ein Angebot, das sei jedoch sehr teuer. „Wenn Sie einen Handwerker brauchen, warten Sie auch manchmal ein halbes Jahr oder Sie zahlen einen viel höheren Preis“, bemüht sie einen Vergleich.

Den derzeitigen Bauboom bekomme auch ihre Behörde mehr als deutlich zu spüren. „Wir hängen seit Wochen in der Luft. Das ist auch für uns sehr unbefriedigend“, sagt Kieback. Sie wagt keine Prognose, wann die Schilder auf der B42 denn nun aufgestellt werden.

Statische Defizite an der Drachenbrücke

Wie berichtet, hatten Berechnungen des Landesbetriebs nach den neuesten Richtlinien starke statische Defizite an der Drachenbrücke ergeben. Dass das Bauwerk, das erst vor zwölf Jahren saniert wurde, jetzt wieder als marode gilt, hat mit den geänderten Maßgaben zu tun, die bedeutend strenger sind als bislang. Aufgrund der speziellen Konstruktion der Hochstraßenbrücke könnten die Traggerüste plötzlich brechen, sodass eine umgehende Verstärkung und Sanierung erforderlich sei, hatte der Landesbetrieb im Frühjahr mitgeteilt. „Es besteht aber keine akute Verkehrsgefährdung“, beruhigte damals Pressesprecher Timo Stoppacher.

Dennoch ist laut seiner Kollegin Kieback Eile durchaus geboten. „Mit jedem Tag steigt das Risiko, dass etwas passieren könnte“, sagt sie. 27 000 Fahrzeuge sind pro Tag auf der Strecke unterwegs. Die Entlastung der Brücke ist vor allem erforderlich, weil auch mehr als 800 Lastwagen jeden Tag die B42 nutzen und mit ihren rechten Rädern die überkragenden Straßenränder auf der Brücke befahren.

Planungen für Tunnelsanierung sind fertig

Die Ausschreibung der eigentliche Bauarbeiten, die neun bis zwölf Monate dauern sollen, wird voraussichtlich Ende des Jahres erfolgen, wenn die Planung abgeschlossen ist. So weit ist man bei der anderen großen Baumaßnahme der nächsten Zeit auf der B42, der Sanierung der drei Tunnel zwischen Königswinter und Bonn, bereits. „Die Planungen sind fertig. Die Firmen können sich bewerben“, sagt Kieback. Baubeginn könnte im Mai 2019 sein. Hier wird mit einer Dauer von rund zwei Jahren gerechnet.

Dabei ist geplant, die drei Bauwerke zunächst in eine und nach Abschluss dieser Arbeiten in die andere Fahrtrichtung zu sperren. In der Tunnelhälfte, in der gerade nicht gearbeitet wird, soll der Verkehr jeweils einspurig in beide Richtungen geführt werden. Dazu müssen die Leitplanken auf den Mittelinseln entfernt und ein Übergang für den Verkehr geschaffen werden. An den drei Bauwerken soll gleichzeitig gearbeitet werden. Dass die zwischen 1981 und 1984 gebauten Tunnel saniert werden müssen, darüber besteht spätestens seit 2010 Konsens, als die Richtlinie für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln angepasst wurde.

Damals wurde als Sofortmaßnahme das Tempo auf 80 Stundenkilometer begrenzt. Danach gab es immer wieder Sanierungspläne, doch wurden diese Jahr um Jahr verschoben.