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Blauer See in Thomasberg: Fachsimpeln zwischen Tulpen und Narzissen

Blauer See in Thomasberg : Fachsimpeln zwischen Tulpen und Narzissen

Rund ein Dutzend Leser des General-Anzeigers erkundeten den Landschaftspark am Blauen See in Thomasberg.

„Im Garten gilt: Probieren geht über Studieren.“ Dies gilt nicht nur für Hobbygärtner, sondern auch für echte Profis: Selbst erfahrene Landschaftsgärtner wie August und Petra Forster versuchen in ihrem Park am Blauen See in Thomasberg immer wieder, Pflanzen zum Wachsen und Gedeihen zu bringen, „die man irgendwo sieht und die einem gefallen“.

In diesem Jahr sollen unter anderem Scheinkamelien im Juni erstmals ihre weißen Schalenblüten öffnen. Momentan sind es aber noch Osterglocken und Tulpen, die für Hunderte von kleinen Farbtupfern inmitten der üppig grünen Natur des Landschaftsparks sorgen. Rund ein Dutzend Leser des General-Anzeigers hatten am Dienstag Gelegenheit, den Garten am Blauen See im Rahmen einer privaten Führung mit allen Sinnen zu genießen.

„In England würde man jetzt sagen, kommen sie in 15 Minuten noch einmal wieder, dann ist das Wetter anders“, sagt Petra Forster mit einem Schmunzeln angesichts der dunkeln Regenwolken, die der starke Wind nachmittags immer wieder vor die Sonne schob und den Gartenspaziergang zu einem Erlebnis für Hartgesottene werden ließ.

Das Ehepaar Forster hatte sich nicht nur Zeit genommen, seine Besucher durch den dreieinhalb Hektar großen Park zu führen, sondern auch, um im Anschluss bei Kaffee und Kuchen mit den Gartenfreunden zu fachsimpeln und den einen oder anderen Tipp und Ratschlag weiterzugeben. „Wunderschön“ war während des Spaziergangs durch den Garten immer wieder zu hören. Insgesamt 14.000 Blumenzwiebeln aus 42 verschiedenen Sorten hatte die niederländische Landschaftsarchitektin Jacqueline van der Kloet im Herbst in den Boden gesetzt.

Viele blühen noch oder fangen sogar jetzt erst an. Auch für das Ehepaar Forster war das Ergebnis eine kleine Überraschung, hatten sie in der Vergangenheit doch mit Blumenzwiebeln meist nur experimentiert. Bislang wurde der Charakter des Parks nämlich eher von den Stauden und Gehölzen geprägt. „Das Schöne ist aber, dass man mit den Frühlingszwiebeln die Blütezeit im Garten vorziehen kann“, so Forster. Öffnen die meisten Stauden erst ab Mai ihre Knospen, so sorgen Narzissen und Co. schon ab Mitte März für Farbenpracht.

Besonderer Wert wurde auch auf die Farbauswahl gelegt: So kommen die lilafarbenen und weißen Tulpen in dem Beet vor der dunkeln Taxushecke besonders gut zur Geltung. Das zarte Blau der zierlichen Traubenhyazinthen spiegelt sich zudem perfekt in der Farbe einer kleinen Sitzgruppe wieder. „Das ist, als würde man einem Bild einen Rahmen geben“, sagt Forster.