Vierter Vorfall abseits der offiziellen Wege Feuerwehr birgt verletzten Wanderer

SIEBENGEBIRGE · Erneut mussten Rettungsdienst und Feuerwehr Königswinter zu einem am Drachenfels verunglückten Wanderer ausrücken: Mit einer Trage bargen die Retter gestern Mittag den 42-jährigen Mann aus Brühl, der sich einen Fuß gebrochen hatte, abseits offizieller Wanderwege. Der Verletzte war mit einem Begleiter zwischen dem Drachenfels und dem Ausflugslokal Milchhäuschen unterwegs.

Nach Informationen von Einsatzleiter Manfred Kirchrath waren die beiden Ausflügler einen schmalen Bergpfad hinaufgeklettert, der in einem Steilhang endet. Dort brach sich der 42-Jährige einen Fuß. "Er konnte da nicht mehr selbstständig weg, so dass wir ihn mit dem Rettungsdienst und einer Schleifkorbtrage den schmalen Waldweg zum Rettungswagen bringen mussten", berichtete Kirchrath.

Neben dem unwegsamen Gelände bereitete den Einsatzkräften anfangs auch die ungenaue Angabe, wo sich der Verletzte befand, Probleme. "Die Meldung hieß zunächst, dass sich die Person zwischen Drachenfelsplateau und der Drachenburg, also unterhalb des sanierten Eselsweges, befinden sollte." Dies konnte aber durch ein erneutes Telefonat mit dem Begleiter des Verunglückten aufgeklärt werden. Der Verletzte wurde nach der Bergung in ein Krankenhaus gebracht.

Am Stenzelberg war ein junger Mann rund zehn Meter in die Tiefe gestürzt und dabei schwer verletzt worden

Erst Ende September war es zu einem Rettungseinsatz im Siebengebirge gekommen (der GA berichtete). Am Stenzelberg bei Heisterbacherrott war ein junger Mann rund zehn Meter in die Tiefe gestürzt und dabei schwer verletzt worden. Einige Tage zuvor rettete die Feuerwehr in einer aufwendigen Aktion sechs Schüler und zwei Lehrer aus einem Steilhang. Vier Wochen zuvor musste ein Mann unterhalb des Drachenfelsplateaus geborgen werden: Er hatte nach einem Sturz, ebenfalls abseits offizieller Wege, die Orientierung verloren. Diese Einsätze bewältigt die Feuerwehr Königswinter mit Absturzsicherungssets und speziell geschulten Kräften.

Warum sich diese Vorfälle in letzter Zeit häufen, kann sich Kirchrath nicht erklären. Er rät zum wiederholten Mal, nur markierte Wege zu benutzen. Auch sei es ratsam, sich bei der Wanderung Orientierungspunkte und Markierungen an Wegen und Parkplätzen zu merken, um Rettungskräfte gegebenenfalls schnell zum Patienten führen zu können.