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Lkw-Maut auf der B42: Firmen rechnen mit Mehrkosten

Lkw-Maut auf der B42 : Firmen rechnen mit Mehrkosten

Ab dem 1. August wird's teuer für Lkw, die auf der Bundesstraße 42 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Ost und Königswinter unterwegs sind. Von diesem Tag an gilt die Mautpflicht für schwere Nutzfahrzeuge nämlich nicht mehr nur auf Autobahnen, sondern auch auf insgesamt 1135 Kilometern Bundesstraße, die autobahnähnlich ausgebaut und an eine Bundesautobahn angebunden sind.

Gebühren werden künftig auch im weiteren Verlauf der B42 zwischen Neuwied und Bendorf kassiert. Pro zurückgelegtem Kilometer müssen Brummifahrer durchschnittlich 17 Cent hinblättern.

"Insbesondere Unternehmen, die bisher nur in der näheren Umgebung unterwegs waren und dabei auf das Autobahnnetz nicht angewiesen waren, können von der neuen Mautpflicht der Bundesstraße betroffen sein", sagt Fabian Göttlich, Verkehrsexperte der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg.

Steigende Kosten erwartet zum Beispiel die Firma Jass Baubedarf mit ihrem Sitz in Bad Honnef. Wie das Unternehmen mitteilt, ist die B42 die Hauptstrecke; durchschnittlich zehn firmeneigene Lastwagen rollen täglich über die Schnellstraße.

Mittelfristig steigende Kosten befürchten auch Unternehmen, die zwar über keine eigenen Laster verfügen, aber mit Zulieferern und Speditionsunternehmen arbeiten, wie zum Beispiel die Firma Dinova in Niederdollendorf oder der Autoteilehersteller Hayes Lemmerz in Königswinter. Sie gehen davon aus, dass die Frachtunternehmen die gestiegenen Kosten auf die Preise für Kunden abwälzen werden. "Das werden wir wohl bei den nächsten Verhandlungsrunden sehen", so Ralf Nett, Mitarbeiter bei Hayes Lemmerz.

Die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für den planmäßigen Start der Lkw-Maut hat das Unternehmen Toll Collect bereits in den vergangenen Monaten geschaffen, auch auf der B42 waren dazu Testfahrzeuge unterwegs. Monumentale Kontrollbrücken, wie man sie von den Autobahnen kennt, wird es aber auf den Bundesstraßen nicht geben. "Dort führt das Bundesamt für Güterverkehr Kontrollfahrten mit Messfahrzeugen durch", erklärt Claudia Steen, Pressesprecherin von Toll Collect, auf Anfrage des General-Anzeigers.

Diese Messfahrzeuge sind in der Lage, im Vorbeifahren die Bordcomputer der Lkw zu kontrollieren und festzustellen, ob die Maut korrekt gezahlt wird - "und das, ohne dass der Verkehr aufgehalten wird, oder dass der Fahrer es bemerkt". Ein gängiges System, das auch auf den Autobahnen praktiziert wird und offensichtlich Erfolg zeigt. "Die Maut-Preller-Quote liegt unter ein Prozent", so Steen.

Des Weiteren können außerdem mobile Kontrollgeräte auf Brücken installiert werden, "ähnlich wie die Blitzgeräte der Polizei". Dieses Verfahren sei auch auf der B42 einsetzbar, meint Steen.