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Ehemaliger Einsatzflughafen Eudenbach: Flak-Fundamente im Wald entdeckt

Ehemaliger Einsatzflughafen Eudenbach : Flak-Fundamente im Wald entdeckt

Abholzung legt Zeugen der militärischen Geschichte des Eudenbacher Flugplatzes frei.

Abholzungsarbeiten brachten sie zutage: Nur etwa hundert Meter entfernt von der Einfahrt zum Materiallager der Bundeswehr in Eudenbach sind vier massive Betonsockel aus dem Wald aufgetaucht. Die Fundamente ragen 1,20 Meter aus dem Waldboden. Jeder der quadratischen Blöcke ist auch 1,20 Meter breit und tief. Nach Angaben von Heimatforscher Wilbert Fuhr handelt es sich dabei um Lafetten einer Flakstellung, die zur Abwehr von Angriffen auf den Einsatzflughafen Eudenbach im Zweiten Weltkrieg diente. 560 Soldaten und Flakhelfer seien dort damals eingesetzt worden. Die 17,4 Kilogramm schweren Geschosse aus den dort angebrachten Kanonen hätten eine Reichweite von 17,3 Kilometern. Im Januar 2009 hatte der 14-jährige Thilo Hermesdorff aus Buchholz-Mendt, der sich für die Geschichte des Flughafens Eudenbach auf der Musser Heide interessierte, die Fundamente erstmals entdeckt. Nach der Lektüre eines Buches von Wilbert Fuhr über die Geschichte des Flughafens hatte er sich mit seinen Eltern auf die Suche nach Überresten der Militärgeschichte begeben und war fündig geworden. Damit war klar, dass sich Flakstellungen auch jenseits der Landstraße zwischen Eudenbach und Buchholz befunden hatten. Nach dem Krieg waren dort Tannen angepflanzt worden, sodass die Fundamente nach und nach im Wald verschwanden.

Der militärische Flugplatz Eudenbach wurde ab 1936 in der Musser Heide mit den zugehörigen militärischen Anlagen errichtet. Nach einer Erweiterung des Flugplatzes erfolgte 1943 die endgültige Fertigstellung. Der Flugplatz war ein Einsatzflughafen zweiter Ordnung, der im Geheimen gebaut wurde und erst im Falle einer Mobilisierung genutzt werden sollte. Ab dem Jahr 1944 gab es eine Flakstellung zum Schutz des Flughafens. Die Flugzeuge, die in Eudenbach stationiert waren, wurden in den Niederlanden und bei heranrückender Front in Aachen, Geilenkirchen und im Hürtgenwald eingesetzt. Nachdem die amerikanischen Streitkräfte am 7. März 1945 den Rhein bei Remagen überschritten hatten, ließ man den Flugplatz und die Lager räumen. Ab dem 25. März 1945 starteten von Eudenbach amerikanische Flugzeuge zur Großoffensive in Richtung Altenkirchen, Sieg und Ruhrkessel. Ab 1950 wurde er zunächst als Modellflugplatz, seit 1957 als Sportflugplatz genutzt.