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Renovierung in Königswinter: Forsthaus Lohrberg für 300.000 Euro saniert

Renovierung in Königswinter : Forsthaus Lohrberg für 300.000 Euro saniert

Rund 300.000 Euro haben der Verschönerungsverein für das Siebengebirge und die NRW-Stiftung in die Renovierung des 111 Jahre alten Gebäudes gesteckt. Dafür ist das Denkmal auf der Margarethenhöhe innen und außen wieder in Schuss.

Bei der Sanierung eines alten Gemäuers kann es manche Überraschung geben. Beim Forsthaus Lohrberg verbarg sich Unvorhergesehenes im Fundament. „Das war so marode, dass L-Steine gesetzt werden mussten“, berichtet Werner Stieber, Geschäftsführer des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS). „Sonst wäre womöglich das gesamte Haus weggerutscht.“

Fünf Jahre ist das jetzt her. Seitdem ist das denkmalgeschützte Haus auf der Margarethenhöhe, Baujahr 1907, innen und außen instand gesetzt worden – vergangene Woche haben die Bauarbeiter die letzten Gerüste an dem schmucken Fachwerkhaus an der Löwenburger Straße abgebaut.

Rund 300.000 Euro hat die Renovierung vom Keller bis zum Dach gekostet, die Hälfte hat der VVS aus seinem Vereinsvermögen geschultert. „Das ist auch ein Grund, warum sich die Arbeiten über fünf Jahre erstreckt haben“, sagt Stieber. „Solche Summen müssen wir aufteilen, das kann der Verein nicht alles in einem Jahr stemmen.“ Den fehlenden Betrag hat die Nordrhein-Westfalen-Stiftung beigesteuert, die bis zu 150.000 Euro Fördermittel beim Start der Sanierung in Aussicht gestellt hatte.

Fundament, Heizung und Fassade erneuert

Über die Ausgaben hat Stieber genau Buch geführt. 78.000 Euro waren für Mauerarbeiten und Fundamentsanierung fällig, 56.000 Euro für die Natursteinfassade, mit 24.000 Euro schlagen die neuen Fenster zu Buche, 19.000 Euro hat die neue Heizungsanlage gekostet, 7000 Euro die Wärmedämmung des Speichers.

Rund 9500 Euro wurden zudem in Metalltreppe und Brandschutztür investiert, über die Besucher im Erdgeschoss aus der Ausstellung „Fenster zum Siebengebirge“ ins Freie gelangen. „Optisch gefällt mir das nicht so gut“, gesteht Stieber. „Aber aus Sicherheitsgründen muss das sein.“ Schließlich mussten das Ziegeldach erneuert und das Vordach instand gesetzt werden. „Es kam da einiges zusammen“, sagt er.

Auch der Denkmalschutz machte Auflagen, schließlich ist das Fachwerkhaus seit 1989 mit der Nummer 146 in die Denkmalliste der Stadt Königswinter eingetragen. „Als es darum ging, die Natursteinfassade zu sanieren, haben wir an der rechten Hausseite zunächst eine Probefläche anlegen lassen“, erinnert sich Stieber.

Die Probewand war den Denkmalschützern "zu schön"

Die nahmen dann die Mitarbeiter der Denkmalbehörden bei einem Ortstermin in Augenschein und befanden: Das ist zu schön. „Wir haben uns angepasst“, sagt Stieber mit einem Augenzwinkern. „Es ist natürlich trotzdem wunderbar geworden.“

Ende des vergangenen Jahres war der erste Bauabschnitt abgeschlossen, der auch im Inneren des Hauses mit einer Gesamtfläche von rund 300 Quadratmetern vom Keller bis zum Dach einiges an Arbeit mit sich brachte – Arbeit, die der VVS mit bis zu 30 Helfern im Ehrenamt leistete. „Zum Beispiel die Renovierung des Treppenhauses“, zählt Klaus Breuer vom VVS auf. „Wir haben die gesamte Holzverkleidung von den Wänden abgenommen. Darunter verbargen sich unzählige Fliegen, die danach über mehrere Tage durch das Haus schwirrten.“

Auch die teils mehrere Tonnen schweren Siebengebirgssteine bugsierten die Mitarbeiter vom alten Sitz in der ehemaligen Friedrich-Naumann-Stiftung auf der Margarethenhöhe die Straße hinauf zum Forsthaus. Dort bilden sie jetzt im Außengelände wieder einen Teil des geologischen Lehrpfads.

Im zweiten Bauabschnitt, mit dem Anfang dieses Jahres begonnen wurde, konzentrierten sich die Arbeiten vor allem auf die Sanierung des Fachwerks. „Zum Teil konnte man da bereits den Grünbefall auf dem Holz sehen“, sagt Stieber. „Zudem mussten einzelne marode Balkenteile ausgetauscht werden, und schließlich wurde alles noch entsprechend angestrichen. Jetzt ist alles fertig.“

Mit dem Ergebnis sind Stieber, Breuer und VVS-Vorsitzender Hans Peter Lindlar zufrieden. „Das Forsthaus kann sich wirklich sehen lassen“, sagt Stieber.