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Sprecher der Ritter vom Siebengebirge: Hans Remig geht in Un-Ruhestand

Sprecher der Ritter vom Siebengebirge : Hans Remig geht in Un-Ruhestand

Nach zehn Jahren als Sprecher gibt Hans Remig sein Amt als Sprecher des Ordenskapitels der Ritter vom Siebengebirge nun ab. Die Rittersleute überraschten ihn mit einer besonderen Ehrung.

„Ich habe extra den Zylinder angezogen, weil das hier in Dollendorf bei Festlichkeiten so üblich ist.“ In der Tat war es ein festliche Anlass, zu dem Lothar Vreden am Dienstag seine schwarze Kopfbedeckung aus dem Kleiderschrank geholt hatte – galt es doch, jemanden zu ehren, der sich seit vielen Jahrzehnten für seine Heimat und in diesem speziellen Fall für das Ordenskapitel der Ritter vom Siebengebirge engagiert: Hans Remig hat nach vielen Jahren Tätigkeit als Sprecher der Rittersleute seinen Hut genommen und sich in den sprichwörtlichen „Un-Ruhestand“ verabschiedet.

Dem Ordenskapitel steht nun eine Troika aus Vreden, Wilbert Fuhr und Walter Jonas vor – wobei letzterer die Kasse verwalten wird. Seit 1960 wird Jahr für Jahr ein Königswinterer Mitbürger, der sich besonders um die Drachenfelsstadt verdient gemacht hat, beim Winzerfest vom Bacchus zum Ritter geschlagen. 1974 fiel die Wahl auf Remig, der damals 46 Jahre alt war – „Ein Mann, klein von Statur, aber groß sein Humor, ganz von Natur“, wie der damalige Weingott Peter-Josef Kneiseler es treffend formulierte.

Ausgezeichnet wurde Remig vor allem für seinen Einsatz im Karneval. Bereits 1952 hatte er seinen ersten Auftritt als Büttenredner im Gut Sülz gehabt. Remig selbst stellte sich bei der Ordensverleihung als der 13. Esel von Königswinter vor, zumindest komme er mit seiner Gemütlichkeit, Zähigkeit und Störrigkeit einem Esel sehr nahe. Eigenschaften, die dem Königswinterer Urgestein auch in seiner Funktion als Sprecher der Ordensritter zugutekommen sollten, zumal er in diesem Amt zugleich auch als Kassierer, Pressesprecher und „Callcenter“ fungierte.

„Zehn Jahre Sprecher dieses ehrwürdigen Kapitels, das ist schon eine Aufgabe“, würdigte auch Bürgermeister Peter Wirtz Remigs Leistung. Geschafft habe er dies insbesondere auch mit einer großen Portion Herzlichkeit.

Als Dankeschön überreichten Lothar Vreden und Wilbert Fuhr ihrem Vorgänger im Brückenhofmuseum eine Urkunde und eine Flasche heimischen Dornfelder Likörs. Einen großen Blumenstrauß gab es obendrein für Remigs Ehefrau Ulla.

Vreden zauberte zudem aus seinem Zylinder den Abdruck eines alten Fotos, das Remig bei der Ernennung zum Ritter zeigt. Der heute 89-jährige Remig freute sich sichtlich über die Ehrung seines Ordenskapitels, von der er im Vorfeld indes nichts geahnt hatte: „Wenn ich ehrlich bin, wusste ich gar nicht, wie gut ich war“, sagte er – mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht – an die Adresse der Festredner gerichtet.