1. Region
  2. Siebengebirge
  3. Königswinter

Nachruf auf ein Königswinterer Original: Hans Remig ist im Alter von 91 Jahren gestorben

Nachruf auf ein Königswinterer Original : Hans Remig ist im Alter von 91 Jahren gestorben

Als Büttenredner machte er sich weit über das Siebengebirge hinaus einen Namen. An Allerheiligen ist das Königswinterer Multitalent Hans Remig im Alter von 91 Jahren gestorben.

Als die Siebengebirgsredaktion kürzlich darüber nachdachte, wer für die Porträts über die Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises als Königswinterer Original in Betracht kam, wurde nur ein Name genannt: Hans Remig. Der Artikel kam nur nicht zu Stande, weil die Hauptperson zu diesem Zeitpunkt bereits schwer erkrankt war. An Allerheiligen ist Hans Remig im Alter von 91 Jahren gestorben.

„Wir verlieren einen Vollblut-Königswinterer. Auch wenn er aus dem Bergbereich stammte, hat er sich immer für die ganze Stadt eingesetzt“, sagte Bürgermeister Peter Wirtz. Er sei fasziniert, mit welcher Energie sich Remig bis ins hohe Alter für die Allgemeinheit engagiert habe.

„Ein Tag ohne lachen ist ein verlorener Tag“, pflegte Remig zu sagen. Als Büttenredner machte er sich weit über das Siebengebirge hinaus einen Namen. Bereits in der Schule war der gebürtige Dottendorfer für seine Streiche und Späße bekannt. 25 Jahre lang stieg das nur 1,62 Meter große Energiebündel als „Höhnerhänschen“ in die Bütt. Mit den Hühnern, das hatte natürlich seine Bewandnis. Remig arbeitete als Geflügelzuchtmeister auf Gut Frankenforst.

Es gibt kaum einen Titel, der Remig, der liebevoll „Hänschen“ genannt wurde, nicht verliehen wurde. 1991 erhielt er den Ehrenring für hervorragende Verdienste um die Stadt Königswinter. Viele Jahre lang war er stellvertretender Bürgermeister und CDU-Ratsmitglied. Es gab kaum einen Ausschuss, in dem er in den vielen Jahren seines politischen Lebens nicht mitwirkte. Durch Sachkunde, kluges Verhandlungsgeschick, ausgleichendes Wirken und engagiertes Eintreten tat er sich dabei stets hervor.

Bereits 1985 hatte Hans Remig das Bundesverdienstkreuz erhalten. Im Jahr 1974 wurde er zum Ordensritter „Wider den quälenden Durst“, alljährlich der Höhepunkt des Winzerfestes in Königswinter, geschlagen.

Zeit seines Lebens setzte sich Remig besonders für Senioren, Jugend und Sportvereine ein. In Stieldorf organisierte er jahrelang die Offene Tür für Senioren. Als Sprecher der Initiative gegen den ICE-Bau durch sein geliebtes Siebengebirge erreichte er viel für die betroffene Bevölkerung und natürlich für den Naturpark selbst.

Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Hans Remig wird als Tausendsassa und Hansdampf in allen Gassen in Erinnerung bleiben. Vor allem aber wird man sich an das große Herz des Mannes erinnern, der im Dezember 2018 mit seiner Frau Ulla die Eiserne Hochzeit feierte.