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Sanierung nach acht Monaten abgeschlossen: Haus der Jugend in Oberpleis ist betriebsbereit

Sanierung nach acht Monaten abgeschlossen : Haus der Jugend in Oberpleis ist betriebsbereit

Jetzt fehlen nur noch die Jugendlichen: Nach rund acht Monaten ist die umfangreiche Sanierung des Hauses der Jugend in Oberpleis abgeschlossen. Seit dieser Woche dürfen auch die Besucher wieder kommen. Und für die gibt es jede Menge Neues zu entdecken.

Draußen stehen nigelnagelneue Fahrradständer bereit, drinnen die Kicker- und Billardtische, in den Regalen stapeln sich Spiele und die Playstation möchte auch endlich mal wieder benutzt werden – fehlen eigentlich nur die Kinder und Jugendlichen, die das frisch sanierte Haus der Jugend in Oberpleis wieder mit Leben füllen.

Und tatsächlich gibt es für die Jugend gute Nachrichten: Sozusagen rechtzeitig zur Wiedereröffnung der Jugendfreizeitstätte sind auch die Corona-Bestimmungen gelockert worden. Seit diesem Montag können im Innenbereich wieder bis zu zehn Personen, die sich vorher haben testen lassen, zusammenkommen, so Norbert Lehr, pädagogischer Leiter der Häuser der Jugend in Königswinter.

Jugendliche kamen zum „Testlauf“

Einen erfolgreichen „Testlauf“ hat es schon gegeben: Vor ein paar Tagen durften einige Jugendliche ihr Domizil an der Dollendorfer Straße nach der rund achtmonatigen Sanierungsphase erstmals in Augenschein nehmen. „Die, die gekommen sind, waren begeistert“, berichtet Lehr. Es sei schön gewesen, die leuchtenden Augen zu sehen. Am Freitag durfte er offiziell den symbolischen Schlüssel für das Gebäude von Bürgermeister Lutz Wagner in Empfang nehmen.

Mit dabei waren unter anderem auch diejenigen, die das Sanierungsprojekt für die verschiedenen Nutzergruppen maßgeblich begleitet haben: Neben Lehr waren das Jutta Irgel vom Stadtjugendring Königswinter und Nadia Reinartz vom Oberpleiser Pfadfinderstamm Oberon.

Für die Kinder und Jugendlichen soll es zu einem späteren Zeitpunkt noch eine Eröffnungsfeier geben, wenn die Corona-Zahlen es zulassen. „Wir sind vorsichtig optimistisch, hier demnächst wieder mehr Besucher empfangen zu können,“ so Lehr.

Jugendliche haben am Konzept mitgearbeitet

Bereits 2017 war das Konzept für die Sanierung des Hauses der Jugend erarbeitet worden. Beteiligt waren von Anfang an auch die, die das Haus nutzen. „Diese Nutzergruppen haben nicht nur ihren Bedarf, sondern auch ihre Kreativität eingebracht“, unterstreicht Wagner.

Dies könne auch eine Blaupause für andere Projekte sein. Auch Stadtjugendpfleger Stefan Schmied, für den die Sanierung ein besonderes Herzensprojekt war, ist begeistert, wie gut die Kommunikation und die Zusammenarbeit funktioniert habe. „Ich freue mich für die Kinder und Jugendlichen aus Königswinter über die gelungene Sanierung und die neuen Möglichkeiten im Haus.“

Mehr als 600.000 Euro sind in das Bauvorhaben geflossen. „Wichtig war von Anfang an, nicht nur die bauliche Qualität, sondern auch die Nutzerqualität zu verbessern“, betont Christina Breidbach, zuständige Architektin der Stadt Königswinter. Mit dem Jugendamt und den Nutzern habe es gegolten, das Potenzial der zukünftigen Nutzung zu eruieren, baulich umzusetzen und die Waage zwischen Moderne und Erhalt des alten Charmes zu finden.

Barrierefreier Eingang mit Automatiktür

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Es ist so viel sichtbar Tolles passiert“, so Lehr. So hat das Gebäude nicht nur einen hellen Außen- und Innenanstrich erhalten, sondern auch neue Fußböden und einen barrierefreien Eingang über einen Metallsteg mitsamt Automatiktür.

Auch verfügt das Haus der Jugend nun über ein Behinderten-WC und – sehr zur Freude der Mitarbeiter – eine Personal-Toilette. Die Heizungs- und Sanitäranlagen wurden erneuert, ebenso die Elektrik. „Und das Dach hat endlich eine Wärmedämmung erhalten“, berichtet Breidbach. Im Rahmen der energetischen Sanierung erfolgte auch die Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Lampen.

Hierfür wurden 57 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 10.580 Euro von der Westenergie AG gefördert. Der Einbau einer Akkustikdecke im sogenannten „großen Saal“ ist ein weiterer von „vielen kleinen Punkten, die eine große Wirkung haben“, so Breidbach.

Und es wird in den nächsten Wochen noch mehr passieren: Die Außengestaltung etwa war wetterbedingt und aufgrund der auf dem Grundstück aufgebauten Lagercontainer noch nicht möglich. „Wir versuchen, das jetzt zeitnah hinzubekommen“, verspricht die Architektin. Unter anderem soll es Sitzgelegenheiten geben, um auch mal draußen chillen zu können. Auch das Außenlogo fehlt noch.

Hellblau und Hellgelb sind dominierende Farben

Das wurde neu gestaltet und an die Farbgebung im Innenbereich angepasst. Dort dominieren vor allem Hellblau und Hellgelb: Hellblau für den öffentlichen Bereich im Erdgeschoss, Hellgelb für den „privaten Bereich“ im Obergeschoss. Dort befinden sich unter anderem Büros, ein Gemeinschaftsraum und ein Raum der Pfadinder.

Auch der Keller, in dem es vorher feucht und muffig war, kann jetzt vielseitig genutzt werden – sogar zum Kicken mit dem Softball, wie Wagner erfreut feststellte. Der Bürgermeister hat selbst einen besonderen Bezug zu dem Haus: „Als Jugendlicher bin ich viel hier gewesen.

Wir haben viel gespielt, ohne Ende gekickert und haben alles rauf- und runterdiskutiert.“ Umso mehr freut er sich, dass das Haus jetzt „so super gut“ saniert worden ist. „Auch wenn ich diesen typischen Haus-der-Jugend-Geruch von früher vermisse“, sagt er mit einem Augenzwinkern.