Martins-Musical der Pfarreiengemeinschaft Königswinter Am Oelberg Herzenswärme hilft, soziale Kälte zu überwinden

Heisterbach · Die Pfarreiengemeinschaft Königswinter Am Oelberg stellt ein Martins-Musical auf die Beine. Das Stück „Martin bringt Licht in die Welt“ von Reinhard Horn studierten Jugendliche des Familienchors „Here We Are“ aus Eudenbach und der Kinderchor des Familienzentrums Villa Kunterbunt in Ittenbach ein.

 Vor der imposanten Kulisse der Heiterbacher Chorruine präsentierte die Pfarreiengemeinschaft Königswinter Am Oelberg das Sankt-Martins-Musical „Martin bringt Licht in die Welt“.

Vor der imposanten Kulisse der Heiterbacher Chorruine präsentierte die Pfarreiengemeinschaft Königswinter Am Oelberg das Sankt-Martins-Musical „Martin bringt Licht in die Welt“.

Foto: Frank Homann

Es war ein sonniger, warmer November-Sonntag, doch nun – in der Abenddämmerung – kriecht spürbar die Kälte heran und sorgt für rote Nasen und klamme Finger. Wie gut, wenn man eine kuschelige Jacke und warme Schuhe anhat. Der Bettler jedoch, der vor der Chorruine auf dem Klostergelände Heisterbach kauert, trägt nur Lumpen am Leib. Hilfesuchend streckt er seine nackten Arme aus – und erntet doch von den Vorbeigehenden nur Verachtung und Ignoranz. „Ist er doch selber schuld“, ist zu hören, oder auch: „Geht mich nichts an“. Es ist diese menschliche Kälte, die nicht nur den armen Mann, sondern auch die großen und kleinen Zuschauer beim Martins-Musical der Pfarreiengemeinschaft Königswinter Am Oelberg am Sonntagabend noch zusätzlich frösteln lässt. Wie gut, dass die vielen Akteure des Musicals dieser Kälte eine ganze Menge Herzenswärme entgegenzusetzten hatten.

Gleich zwei junge Chöre hatten unter Regie des „Großer Bruder-Teams“ der Pfarreiengemeinschaft, das auch die gleichnamigen Kindergottesdienste vorbereitet, das Musical „Martin bringt Licht in die Welt“ von Reinhard Horn einstudiert: Jugendliche des Familienchors „Here We Are“ aus Eudenbach unter Leitung von Juliane Rohrmeier und Romina Pintus sowie der Kinderchor des Familienzentrums Villa Kunterbunt in Ittenbach unter Leitung von Silvia König.

Die 14 jüngsten Sänger durften dabei sogar in eine ganz besonders wichtige Rolle schlüpfen: sie spielten den „Gänse-Chor“, der Martin einst durch lautes Geschnatter verraten haben soll. Zuvor stellten die Jungen oder Mädchen aber unter Beweis, dass auch kleine Gänse ganz wunderschön singen können. In die Rolle des Martin schlüpfte Manuel Rohrmeier, der nur wenige Tage Zeit hatte, sich auf seinen Auftritt vorzubereiten, da der eigentliche Hauptdarsteller Simon Spohn kurzfristig erkrankt war und schweren Herzens absagen musste.

Stimmungsvolle Illumination an der Heisterbacher Chorruine

Für die stimmungsvolle Illumination sorgte Max Stockhausen, der mit zahlreichen Scheinwerfern die Chorruine immer wieder in anderen Farben erstrahlen ließ. Viele Kinder im Publikum hatten zudem ihre selbstgebastelten Laternen mitgebracht, die in der Dunkelheit unter den mächtigen alten Bäumen auf dem Klostergelände besonders schön leuchteten. Und damit den Zuschauern nicht kalt wurde, war jeder zum Mitmachen eingeladen: Gabi Hüttemann vom „Großer Bruder“-Team machte Bewegungen vor, die Groß und Klein – ob im Sitzen oder Stehen – mühelos nachmachen konnten.

Das Konzept, zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel zum Martinsfest, auch besondere Gottesdienste oder Veranstaltungen anzubieten, wird von Familien sehr gut angenommen, wie Gemeindereferentin Judith Effing berichtet. „Nach den Stationengottesdiensten in den vergangenen beiden Jahren, die auch sehr gut besucht waren, wollten wir dieses Mal etwas anderes machen und haben uns für das Musical entschieden“, so Effing. Das Stück sei eine gute Gelegenheit, den Kinder die eigentliche Martinsgeschichte und deren Botschaft auf besonders schöne und eindrückliche Art und Weise noch einmal ganz nahe zu bringen.

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