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Traditionshaus in Königswinter: Im Hotel Wenzel entstehen ein Restaurant und Studentenwohnungen

Traditionshaus in Königswinter : Im Hotel Wenzel entstehen ein Restaurant und Studentenwohnungen

Wer das frühere Hotel und Restaurant Wenzel an der Hauptstraße betritt, kann den Charme vergangener Tage mehr als spüren: Er kann ihn sehen. Im Erdgeschoss steht noch eine mächtige Jugendstilanrichte - angestaubt zwar, aber gut in Schuss.

Stühle sind gestapelt, wo sich früher die Schenke befand. Die Großraumküche ist geräumig. All das soll in den kommenden Monaten wieder auf Vordermann gebracht werden. Die Bonner Projektgruppe 2508 hat das unter Denkmalschutz stehende Haus aus dem 19. Jahrhundert im vergangenen Jahr gekauft und saniert es zurzeit aufwendig.

Priorität haben allerdings nicht die gastronomischen Räume im Erdgeschoss, sondern der Ausbau der oberen beiden Stockwerke, damit im Frühjahr kommenden Jahres die ersten Mieter einziehen können. Geplant sind an der Stelle, wo früher die Gäste des Traditions-Hotels residierten, Zimmer für eine Studentenwohngemeinschaft pro Etage: Im ersten Stock reicht der Platz für sechs, im zweiten für fünf Bewohner.

Wahrung des Denkmalschutzes

"Wir wollen Raum für junge Menschen schaffen zu einem adäquaten Preis", sagt Ulrich Keinath, einer der Geschäftsführer von Projekt 2508. Rund 200.000 Euro, so schätzt er, muss das Unternehmen in das Gebäude mit den rund 400 Quadratmetern Restaurant- und 600 Quadratmetern Wohnfläche stecken.

Das Dach musste erneuert werden. Im Inneren arbeiten die Handwerker an der Ausgestaltung der Räume. Die Elektrik muss ersetzt, die Küchen gekachelt und eine Heizung installiert werden. Die alten während des Hotelbetriebs zugedeckten Dielenböden werden wieder herausgearbeitet und abgeschliffen.

Und das alles unter Wahrung des mit der Stadt abgesprochenen Denkmalschutzes. Von außen ist es kaum erkennbar, aber das alte Hotel Wenzel ist ein Fachwerkhaus. Im Gebäude liegen die Balken frei und geben den Zimmern ein uriges Ambiente.

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Diesen Charme möchte Ulrich Keinath erhalten und kombinieren mit modernen Ideen. Für das Restaurant hat die Projektgruppe zwar noch keinen Betreibervertrag abgeschlossen, "aber es finden Gespräche statt". 2017 soll der Betrieb starten. Gesucht wird jemand, der "authentische Küche in einer authentischen Atmosphäre" anbietet. Die Jugendstilanrichte wird also einen Platz bekommen. Möglicherweise wird eine Theke installiert, die Keinath in Brüssel auf einem Antiquitätenmarkt aufgetan hat.

Die Planer verfahren mit ihren Objekten - dazu zählt das Kaffeekontor auf der schräg gegenüber liegenden Seite - immer in gleicher Art und Weise. Sie richten sie nach ihren Vorstellungen ein und suchen im Anschluss einen Pächter. "Dadurch bleibt die Gestaltung in unserer Hand."

Mischnutzung mit Verkauf und Gastronomie

Einen weiteren Anbau an der Drachenfelsstraße sanieren die Investoren auf ähnliche Weise. Im Erdgeschoss schwebt ihnen eine Mischnutzung mit Verkauf und Gastronomie vor, in der Etage darüber eine Wohnung. Ulrich Keinath, der heute in Thomasberg wohnt, lebte früher in der Königswinterer Altstadt. Projekt 2508 investiere dort nicht nur, um Geld zu verdienen.

"Es macht Spaß, solche Schmuckstücke wiederherzustellen und dort etwas qualitativ Hochwertiges anzubieten." Auch wenn das nicht immer einfach sei. Drei Banken hätten eine Finanzierung abgelehnt, erst bei der vierten habe es schließlich geklappt. Die Kombination aus Altbau und einem Angebot für junge Leute sei nicht gerade das, wofür es leicht Kredite gebe. "Es gibt aber Impulse", ist Keinath überzeugt.