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Aufkleber sollen Radfahrer auf Gefahren hinweisen: "Im toten Winkel sind die Radler die Verlierer"

Aufkleber sollen Radfahrer auf Gefahren hinweisen : "Im toten Winkel sind die Radler die Verlierer"

Die Zahlen, die Benno Reich, Geschäftsführer der Verkehrswacht des Rhein-Sieg-Kreises vorlegte, sprechen eine deutliche Sprache. 2013 verunglückten laut Reich in Nordrhein-Westfalen 509 Radler, als sie sich beim Rechtsabbiegen eines Lasters im Toten Winkel des Fahrzeugs befanden.

Von den 509 Radlern wurden bei diesen Unfällen vier sogar getötet und 59 schwer verletzt. Grund genug dem entgegenzuwirken. Zusammen mit Landrat Sebastian Schuster und RSAG-Geschäftsführerin Ludgera Decking präsentierte Reich auf dem RSAG-Gelände an der Josef-Kitz-Straße die neuen Aufkleber, die künftig auf der rechten Seite von 80 Müllfahrzeugen kleben und die Radler auf die Gefahren des Toten Winkels hinweisen sollen.

"Vorsicht Toter Winkel - Lass mich vorbei, ich seh dich nicht" steht auf den 80 Aufklebern, die Reich gestern Decking übergab. "Im Toten Winkel sind die Radler die Verlierer", sagte Reich. "Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn ein Radler in einen Unfall mit einem Laster verwickelt wird. Ich habe mehr als 40 Jahre als Polizist viele solcher Unfälle aufnehmen müssen", sagte Reich. "Das Problem bei Radlern ist, dass sie keine Knautschzone haben", sagte Landrat Sebastian Schuster, der früher als Fachanwalt für Verkehrsrecht immer wieder mit solchen Unfällen zu tun hatte. "Ich begrüße diese gemeinsame Aktion der Verkehrswacht und der RSAG außerordentlich", sagte der Landrat.

Die Aufkleber sind laut Reich ein Appell an die Radler, auf ihre Vorfahrt, die sie eigentlich hätten, zu verzichten, um Unfälle zu vermeiden. "Die Aufkleber sollen Radler davon abhalten, in die Lücke zwischen Fahrzeug und Bordstein zu fahren", sagte Ludgera Decking. Gleiches gelte auch für Radler, die hinter dem kastenförmigen Elektrokleinteile- und Umweltmobil der RSAG herfahren. Der Aufkleber "Vorsicht Toter Winkel - Sicher nur mit Abstand dahinter" soll die Radler davon abhalten, besonders vor Ampelkreuzungen am Fahrzeug vorbei zu fahren. "Die RSAG hat als intensiver Verkehrsteilnehmer von Natur aus ein großes Interesse an der Verkehrssicherheit und unterstützt die gemeinsame Aktion mit der Rhein-Sieg-Verkehrswacht", sagte Ludgera Decking.

Dirk Vleer, Werkstattleiter bei der RSAG demonstrierte in einem der Müllfahrzeuge, wie trotz der großen, speziell gewölbten Spiegel ein Radler, der sich an der Außenseite des Fahrzeuges bewegt, förmlich verschwindet, wenn er den Toten Winkel erreicht. Spezielle Kameras, mit denen bisher zehn Müllfahrzeuge der RSAG ausgestattet sind und deren Bilder per Display den Fahrer beim Abbiegen unterstützen, sollen dem Fahrer zusätzlich unterstützen. "Wir werden alle Neufahrzeuge mit diesen Kameras ausrüsten", sagte Decking. Technische Hilfsmittel seien laut Decking wichtig, aber in erster Linie komme es natürlich auf das rücksichtsvolle Verhalten aller Verkehrsteilnehmer an. Benno Reich wünschte sich, dass auch die Busse der RSVG mit solchen "Tote-Winkel-Aufklebern" versehen werden. Landrat Sebastian Schuster versprach, sich darum zu kümmern.