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Einkaufszentrum Ittenbach: Investor bessert Pläne nach

Einkaufszentrum Ittenbach : Investor bessert Pläne nach

540 Seiten stark ist die Unterlage nur zu einem einzigen Tagesordnungspunkt, mit dem sich die Kommunalpolitiker bei der heutigen Sitzung des städtischen Planungs- und Umweltausschusses beschäftigen müssen.

Dort sollen endgültig die Weichen für das geplante Einkaufszentrum in Ittenbach gestellt werden. Neben einem Rewe- und einem Aldi-Markt ist dort auch ein dm-Drogeriemarkt geplant. Über die Abwägung, die Genehmigung des Durchführungsvertrages mit dem Projektentwickler Ten Brinke (Bocholt), den Bebauungsplan und die Berichtigung des Flächenutzungsplans muss das Gremium entscheiden. Das letzte Wort hat dann am 13. Mai der Stadtrat.

"Wenn die Politik zustimmt, brauchen wir nur noch die Baugenehmigung. Wir wollen gerne im Mai loslegen", sagte Moritz Tank von Ten Brinke dem General-Anzeiger. Auf die Kritik an der Gestaltung des Einkaufszentrums haben die Investoren reagiert. Die überarbeiteten Bebauungsplanentwürfe wurden bereits in der vergangenen Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses vorgestellt.

Die Veränderungen beziehen sich vor allem auf die äußere Gestaltung der Südfassade, die zur Ringstraße hin gelegen ist. Dort soll nun anstatt der durchgehenden weißen Fläche, die vor allem von vielen Anwohnern als zu massiv kritisiert wurde, eine optische Aufwertung stattfinden.

Dazu soll die Fassade deutlich untergliedert werden, indem der Sockel ebenso farblich betont wird wie verschiedene Elemente der Fassade. Darüber hinaus sollen Ranken und auch zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Bereits zuvor war beschlossen worden, dass der eigentliche Baukörper insgesamt vier Meter hoch sein soll, und erst nach einem Rücksprung weitere zwei Meter ansteigt.

Wenn es im Mai losgeht, soll parallel an der Erschließung mit einem Kreisverkehr auf der L 331 und dem Gebäude gearbeitet werden. Der Investor rechnet mit einer Bauzeit von rund zehn Monaten. Klärungsbedarf gibt es mit dem Gewerbeverein, der sich ebenso wie der Bürgerverein klar für das Einkaufszentrum ausgesprochen hat.

Allerdings möchten die Gewerbetreibenden auch ihre Interessen gewahrt sehen. "Wir warten seit geraumer Zeit auf ein Gespräch mit dem Projektentwickler. Aber er meldet sich nicht bei uns", sagt Bäcker Frank Blesgen. Ihm liegt ein Angebot von Rewe vor, mit seinem Betrieb aus der Ortsmitte in das neue Einkaufszentrum umzuziehen. Die Handelskette würde auf einen Mietvertrag mit einer anderen Bäckereikette verzichten.

Blesgen ist im Prinzip auch bereit, das Angebot anzunehmen, möchte aber seine Kollegen nicht im Regen stehen lassen. "Wir stehen voll hinter dem Projekt. Aber wir haben immer gesagt, dass das Projekt auch etwas für die Gewerbetreibenden tun muss. Nur unter dieser Bedingung haben wir uns für die große Lösung mit dem Einkaufszentrum ausgesprochen", sagt Blesgen. So könnte er sich dort zum Beispiel große Werbetafeln für den Einzelhandel in der Ortsmitte vorstellen.

Moritz Tank steht laut eigener Aussage für ein Gespräch jederzeit zur Verfügung, wie er im Gespräch mit dem General-Anzeiger versichert. "Wir haben bei Rewe wegen der Bäckerei Druck gemacht und das Problem aus der Welt geschafft. Das war aus unserer Sicht das Allerwichtigste", sagt er aber auch. Weiteren Einzelhandel an dem neuen Standort werde es nicht geben. "Es sollen ja bewusst keine kleineren Handelsflächen geschaffen werden, um den Einzelhandel im Ort nicht zu gefährden", sagt er.