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Einrichtung in Thomasberg nimmt den Betrieb auf: Kindergarten am Limperichsberg ist mit mehreren Monaten Verspätung eingeweiht

Einrichtung in Thomasberg nimmt den Betrieb auf : Kindergarten am Limperichsberg ist mit mehreren Monaten Verspätung eingeweiht

Nicht alleine die schwierige Hanglage, auch Lieferschwierigkeiten beim Material hatten für Verzögerungen beim Bau der Kindertagesstätte am Limperichsberg geführt und den Eltern seit Sommer einiges an Geduld abverlangt. Jetzt haben am Domblick die Kinder das Sagen.

Auch für den Nikolaus war die Kindertagesstätte „Domblick 40“ neu auf seiner Tour. Deshalb hatten die Mädchen und Jungen dem Heiligen Mann auch Glitzerspuren zu ihren Stiefelchen gelegt. Sicher ist sicher. Bürgermeister Lutz Wagner freute sich, dass er das rote Band mit Schleife vor der Tür durchschneiden und die viergruppige Einrichtung offiziell eröffnen konnte - mit einiger Verspätung. Sozialdezernentin Heike Jüngling überreichte der Leiterin des Kindergartens, Astrid Bomm, den symbolischen Schlüssel.

Ein großes Dankeschön des Bürgermeisters galt dem Träger, der Dibber gGmbH Kindertagesstätten, und den Eltern für die Geduld. Gleichzeitig begrüßte er mit Dank Christian Keppler, den Vorsitzenden der HSG Siebengebirge, gewissermaßen den Helfer in der Not. Weil es zu deutlichen Verzögerungen beim Bau gekommen war, gewährten die Sportler den Kindern seit Anfang August Unterschlupf in ihrer Sporthalle.

Platz für insgesamt 70 Kinder

Vor wenigen Tagen konnten die derzeit 40 Pänz ihr neues Domizil erobern. Bis zum Sommer soll die volle Stärke von 70 Kindern erreicht sein. Wagner hob hervor, dass das Gebäude zwar vor dem Abschluss der Klimaschutz-Leitziele der Stadt konzipiert wurde, es der Beschlusslage aber bereits entspreche.

Ein markanter Bau, der nicht unumstritten war: Bürgermeister Lutz Wagner (2.v.r.), Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Trägervertreter eröffnen offiziell den neuen Kindergarten.
Ein markanter Bau, der nicht unumstritten war: Bürgermeister Lutz Wagner (2.v.r.), Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Trägervertreter eröffnen offiziell den neuen Kindergarten. Foto: Frank Homann

Jüngling erinnerte daran, dass das Projekt nicht unumstritten war. Befürchtungen, es könne eine „Reste-Kita“ darstellen, in der Kinder aus der ganzen Stadt unterkommen würden, wurden ebenso geäußert wie Bedenken, dass man dieses klotzige Haus den Wohnhäusern direkt vor die Nase setzen würde. „Heute sehen wir, es war die richtige Entscheidung. Das Gebäude fällt nicht auf, es wirkt als Teil der Wohnlandschaft.“ Zunächst sei es nicht gelungen, einen Betreiber zu finden, der das Objekt selbst baut. Deshalb habe die Stadt gebaut und einen Betreiber gesucht.

Hanglage machte den Bau schwierig

Angela Roeb, pädagogische Fachberaterin bei Dibber: „Wir sind stolz auf diese wunderschöne Einrichtung. Wir hatten großes Glück und haben auch Personal gefunden, auch Mitarbeiter aus dem Ort.“ Nach dem Umzug von der Turnhalle in den Kindergarten können nun auch die unter Zweijährigen betreut werden. Die Einrichtung ist für „0 bis 6-Jährige“, wie es im Fachjargon heißt. Helle Gruppenräume, ein Mehrzweckraum, Sanitärräume mit farbigen Wasserhähnen, Garderoben – alles funktional, aber auch gediegen.

Der Blick geht bei gutem Wetter bis zum Kölner Dom. Nicht nur die extreme Hanglage des 3.465 Quadratmeter großen Grundstücks machte den Bau zu einer Herausforderung, sondern vor allem Corona. Bautrupps fielen aus, der Materialmangel kam hinzu, so Stefan Sieben, Geschäftsbereichsleiter Grundstücke und Gebäude. „Trotz dieser schwierigen Lage sind wir noch gut durch die Tür gekommen, mit großer Kraftanstrengung“, so Sieben mit Dank an Architektin Karin Torres und Bauleiter Carsten Weißenfels.

Torres betonte, dass der Bau von Anfang an unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit stand. So wurden etwa Dämmziegel und mineralische Dämmung verwendet und Silikat-Wandfarben für ein gesundes Raumklima. Für die Böden wurden Beläge aus Kautschuk ausgewählt. Auf den Außenanlagen, die noch nicht fertig sind, wird mit heimischen Pflanzen auf eine ökologische Gestaltung geachtet.

Dreigeschossiger Kubus war nicht unumstritten

Der Bau gliedert sich in einen dreigeschossigen Kubus und einen ebenerdigen Riegel auf der Hanghöhe. Im oberen Geschoss verbindet eine Brücke beide Baukörper. Auf dieser Ebene liegen die Gruppenräume. Darunter liegt ein Mehrzweckraum. Der Kubus hat zudem eine markante Treppenanlage, die nicht nur als Fluchtweg dient, sondern auch als Außenzugang zur Brücke. 863 Quadratmeter barrierefreie Nutzfläche stehen zur Verfügung. Die 1200 Quadratmeter große Außenspielfläche grenzt an eine Grün- und Waldfläche.

Das Budget wurde mit etwas mehr als vier Millionen Euro genehmigt. Wie sich die gehobenen Preise auswirken, ist noch nicht klar. Sieben: „Es liegen noch nicht alle Rechnungen vor.“ Eröffnungsfeier ist am 10. Februar.