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Unter dem Meer und in den Bergen: Kölner N.N. Theater spielt in Heisterbach

Unter dem Meer und in den Bergen : Kölner N.N. Theater spielt in Heisterbach

Das Kölner N.N. Theater spielt am 31. August und 2. September vor der Chorruine in Heisterbach "20.000 Meilen unter dem Meer" von Jules Verne, "Heidi" und den "Brandner Kaspar".

Ist die Welt noch zu retten? Und wenn ja, wie? Nach dem Regen im vergangenen Jahr und dem Umzug in die Zehntscheune soll das Wasser in diesem Jahr nur auf der Bühne des N.N. Theaters vor der Chorruine in Heisterbach eine Rolle spielen. Bei der Aufführung von „20 000 Meilen unter dem Meer“ am Freitag, 31. August, lädt das Ensemble zu einer fantastischen Weltreise unter Wasser auf das ehemalige Klostergelände ein, vorbei an hungrigen Haifischen, leuchtenden Quallen, singenden Kraken und – Plastiktüten.

Am Sonntag, 2. September, geht es dann in die Berge: Um 11 Uhr steht das Kinderstück „Heidi“ auf dem Programm. Am 18 Uhr folgt der „Brandner Kaspar“, eine lustige und zu Herzen gehende Geschichte über das Sterben und das Kartenspiel.

Im Schleppnetz der Geschichte verfangen sich nicht nur Fische, sondern auch die großen Fragen der Menschheit. Dabei haben sich die Theatermacher von Jules Vernes fantastischem Roman und Shakespeares Stück „Der Sturm“ als Vorlagen inspirieren lassen. Sie versprechen ein maritimes Abenteuerspektakel und apokalyptisches Ökomärchen, eine knallbunte Fantasyreise in eine längst vergangene Zukunft. So als habe Shakespeare Jules Verne einen Stoff zugeflüstert, bei dem dieser jeglichen Glauben an den technischen Fortschritt verloren, dafür aber den Glauben an den Menschen und die Liebe wiedergefunden habe. Als Schauspieler kommen Irene Schwarz, Christine Per, Michi Thorbecke und Oliver Schnelker zum Einsatz.

Am Sonntag führt das N.N. Theater dann zum zweiten Mal in Heisterbach „Heidi“ auf. Dabei schlüpfen nur drei Akteure in sämtliche Rollen und sorgen dafür, dass die vertraute Alpensaga in einem frischen Gewand daher kommt. Am Abend ist dann der „Brandner Kaspar“ nach einer Erzählung von Franz von Kobell an der Reihe. Michl Thorbecke, Gregor Höppner und Bernd Kaftan spielen die Geschichte vom rüstigen Büchsenmacher und Jagdhelfer Brandner am Tegernsee, vor dem eines Tages der Tod steht und ihn auffordert mitzugehen. Kaspar windet sich, schafft es, den Tod mit Kirschgeist betrunken zu machen und schließlich auch noch dazu zu überreden, mit ihm um weitere Lebensjahre Karten zu spielen. Er betrügt den Tod – und dieser gewährt ihm weitere 18 Jahre. Doch diese verlaufen ganz anders als erwartet. Der Brandner Kaspar verliert alle Menschen, die er liebt; seine Marie an einen anderen Mann, seine Söhne an den Krieg. Das N.N. Theater stellt den Tod dorthin, wo er hingehört, nämlich ins pralle Leben. „Ist es nun großartig oder dumm, so am Leben zu hängen?“, fragt sich der Tod in einer Szene.

Auch wenn das Publikum erneut drei Aufführungen zu sehen bekommt, sparen die Veranstalter in diesem Jahr den Samstag aus. Grund ist eine Hochzeit an diesem Tag, bei der eine Band spielen wird. Bei einer anderen Hochzeit vor zwei Jahren war die Beschallung im Hintergrund von den Theatermachern als ziemlich störend empfunden worden.

Nach dem Regen vor einem Jahr, als man in die Zehntscheune auswich, die nur 250 Zuschauern Platz bietet, hat eine zusätzliche finanzielle Unterstützung durch die Stadt Königswinter in diesem Jahr den Organisatoren die Entscheidung erleichtert. Erneut wird es einen Shuttle-Service fürs Publikum vom Bahnhof in Niederdollendorf und vom Busbahnhof in Oberpleis nach Heisterbach geben.

Der Vorverkauf für das Freiluftfestival auf der Sommerbühne in Heisterbach hat begonnen. Tickets gibt unter www.bonnticket.de.