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Königswinter: 34 positive Corona-Fälle in Flüchtlingsunterkunft

Corona-Infektionen im Rhein-Sieg-Kreis : 34 positive Corona-Fälle in Flüchtlingsunterkunft

In einer Flüchtlingsunterkunft in Königswinter sind 34 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Während sich dort die Situation zuspitzt, entspannt sie sich in Sankt Augustin.

Die Situation in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Haus Katharina in Königswinter spitzt sich zu: Nachdem Ende vergangener Woche drei der rund 140 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, hat sich die Fallzahl Stand Montagnachmittag auf 34 erhöht. Das teilte Königswinters Bürgermeister Peter Wirtz dem GA am frühen Abend auf Anfrage mit. Erschwerend hinzu komme: Unter den Bewohners herrsche große Unruhe. Um eine Eskalation in der Unterkunft zu vermeiden, seien Testergebnisse in Begleitung von Polizeibeamten überbracht worden.

Am Donnerstag waren zunächst zwei Bewohner, am Freitag eine weitere Person positiv auf Sars CoV-2 getestet worden. Das Team eines mobilen Abstrichzentrums hatte daraufhin am Freitag die Bewohner der Unterkunft, in der Familien, Paare und Einzelpersonen meist jüngeren Alters aus 30 Nationalitäten leben, getestet. Sieben Personen hätten wegen Abwesenheit nicht getestet werden können; diese Tests würden nachgeholt. Bei den bisher durch das Labor ausgewerteten Abstrichen liege die Quote der positiven Fälle damit unter einem Drittel, so Wirtz am Montag: „Allerdings ist das natürlich nur eine Momentaufnahme.“

Massivste Unruhen unter Bewohnern

Hinzu komme, dass es unter den Bewohnern mittlerweile zu „massivsten Unruhen“ gekommen sei. Die Menschen müssten in ihren Zimmern bleiben, seien teils sehr verängstigt. Wirtz: „Das ist eine emotional extrem belastende Situation.“ Letzteres gelte auch für die Mitarbeiter der Stadt, die die Bewohner seit Verhängung der Komplett-Quarantäne als vertraute Ansprechpartner durch eine Schleuse mit Essen und allem Nötigen versorgten. Das Team verdiene den allerhöchsten Respekt, so Wirtz. Dasselbe gelte für die Polizei, die der Stadt überaus kooperativ zur Seite stehe.

Im städtischen Krisenstab, der am Montag erneut zu einer Mammutsitzung zusammenkam, ging und geht es unter anderem darum, ob und wie alternative Unterbringungsmöglichkeiten möglich gemacht werden können. Klar sei: Die Quarantäne müsse so oder so aufrecht erhalten bleiben, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Gute Nachrichten aus Sankt Augustin

Gute Nachrichten indes gab es am Montag aus dem CBT-Wohnhaus St. Monika in Sankt Augustin: 21 Bewohner, die an Karfreitag positiv auf das Coronavirus getestet und in Krankenhäuser gebracht worden waren, sind wieder zurück im Wohnhaus. Die übrigen 16 Senioren kommen sukzessive bis Anfang Mai zurück, teilte Annette Zang, Unternehmenssprecherin der CBT - Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbH, mit.

„Bei 14 Bewohnerinnen und Bewohnern haben zwei aufeinanderfolgende negative Abstriche die Genesung vom Coronavirus ergeben, und wir freuen uns ganz besonders, dass darunter auch eine Dame von 101 Jahren ist“, so Zang. Das zweite negative Testergebnis der anderen sieben Damen und Herren stehe derzeit noch aus. Deshalb befinden sie sich im Isolierbereich des Wohnhauses in Quarantäne. Von den Mitarbeitern sind Zang zufolge 23 Kolleginnen und Kollegen nach Beendigung ihrer Quarantäne zurück in der Dienstgemeinschaft. 33 weitere Mitarbeiter befinden sich derzeit noch in Quarantäne und sollen „sukzessive bis Anfang Mai“ zurückkommen. In Verbindung mit einer Corona-Infektion sind zwölf Senioren des Augustiner Wohnhauses verstorben: zehn Bewohner aus dem Alten- und Pflegeheim und zwei Mieter aus dem Betreuten Wohnen.