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Königswinter-Bockeroth: Konstanze Klosterhalfen bekommt Applaus bei Public Viewing

Olympische Spiele : Freunde und Familie bejubeln Konstanze Klosterhalfen in Königswinter

Konstanze Klosterhalfen kam am Samstag in Tokio als Achte ins Ziel und blieb dabei nur 26 Hundertstelsekunden über ihrem im Februar dieses Jahres aufgestellten deutschen Rekord. Beim Public Viewing bei ihren Eltern in Königswinter-Bockeroth verfolgten Freunde, Nachbarn und 15 Mitglieder ihres Heimatvereins SSG Königswinter das Rennen.

„Kokos“ erster Gedanke nach ihrem achten Platz im olympischen Finale über 10.000 Meter in Tokio galt den Leuten in der Heimat. „Ich habe an die Menschen zu Hause vor dem Fernseher gedacht. Für die bin ich auch gelaufen“, sagte die 24-Jährige aus Königswinter im Fernsehinterview. Beim Public Viewing bei ihren Eltern in Königswinter-Bockeroth verfolgten Freunde, Nachbarn und 15 Mitglieder ihres Heimatvereins SSG Königswinter das Rennen.

Ein bisschen Aufregung in der Fangemeinde herrschte nach wenigen Minuten des Rennens, als das ZDF zum Springreiten wechselte, weil man sich dort größere Medaillenchancen erhoffte. Bei Eurosport ging es dann aber nach kurzer Unterbrechung weiter. Als Konstanze nach etwa 4000 Metern das extrem hohe Tempo der führenden Läuferinnen um Sifan Hassan und Letesenbet Gidey nicht mehr mitgehen konnte und es in den folgenden Runden immer wieder zu Überrundungen kam, herrschte auch bei den Eltern eine Zeitlang Ungewissheit über die Platzierung ihrer Tochter. Als Konstanze dann auf der Zielgeraden zu einem tollen achten Platz nur ganz knapp über ihrem eigenen deutschen Rekord lief, applaudierten die Zuschauer in Bockeroth lautstark. Und die Eltern waren glücklich. „Sie hat ja fast ihren Rekord eingestellt. Und wie weit die anderen weg sind, wussten wir vorher“, sagte Mutter Brigitta.

Gidey und Hassan waren in diesem Jahr unter dem alten Weltrekord geblieben und dabei zwei Minuten schneller als Konstanze Klosterhalfen gelaufen. Die Spiele seien für Konstanze nach der langen Verletzungspause zwei bis drei Wochen zu früh gekommen, so ihre Mutter. „Sonst wäre sie sicherlich auch die 5000 Meter gelaufen.“ Für Vater Bernd ist Tokio ohnehin nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur WM 2022 in Eugene/Oregon. „Das ist ja fast ihre neue Heimat. Für Tokio hatte sie einfach nicht das Training“, meinte er. Erstmals konnte er bei einem großen Finale seiner Tochter mit seiner Frau nicht live dabei sein. „Wir hatten Tokio vor einem Jahr für uns und unsere beiden Söhne bereits gebucht“, berichtete er.

Die Eltern freuten sich besonders, dass Konstanze die beiden langen Verletzungspausen der letzten Monate gut verkraftet hat. „Vor drei Jahren wäre das noch eine Katastrophe für sie gewesen. Doch inzwischen kann sie ihre Verletzungen besser einordnen. In Tokio war sie unheimlich locker drauf“, so Bernd Klosterhalfen. An der Startlinie wirkte die 24-Jährige aber dann doch extrem nervös und steckte damit im fernen Bockeroth auch ihre Mutter an, die Beistand bei ihrem Mann suchte. „Aber mit dem Startschuss war das Gefühl weg“, meinte die Läuferin anschließend im Fernsehinterview. Da strahlte sie schon wieder. Und steckte damit erneut ihre Mutter in Bockeroth an. Brigitta Klosterhalfen nahm zufrieden die Glückwünsche der Freunde, Nachbarn und Leichtathleten entgegen: zu einem tollen achten Platz in einem der schnellsten 10000-Meter-Läufe aller Zeiten.