120 neue Wohnungen Königswinter genehmigt Abrissarbeiten am Hobshof

Vinxel · Die Stadt Königswinter hatte die Abrissarbeiten des Investors für das umfangreiche Wohnraumprojekt untersagt. Auf dem Areal in Vinxel sollen mindestens 120 Wohneinheiten entstehen.

 Gestoppt sind seit April die Abbrucharbeiten auf dem Hobshof-Gelände in Vinxel – gleich neben der Kapelle. Jetzt hat die Stadt Königswinter die Wiederaufnahme der Tätigkeiten erlaubt.

Gestoppt sind seit April die Abbrucharbeiten auf dem Hobshof-Gelände in Vinxel – gleich neben der Kapelle. Jetzt hat die Stadt Königswinter die Wiederaufnahme der Tätigkeiten erlaubt.

Foto: Frank Homann

Ruhig war es zwischenzeitig geworden um das umstrittene Bauprojekt für die „Neue Mitte“ in Vinxel. Im April hatte die Stadt Königswinter die Abrissarbeiten des Investors für das umfangreiche Vorhaben mit jetzt noch rund 120 Wohneinheiten in dem Königswinterer Höhenort untersagt. Die SHP Vinxel GmbH möchte laut jüngstem Planungsentwurf des Bauprojekts für die „Neue Mitte“ auf dem früheren Hobshof-Gelände nur noch 117 statt der ursprünglich geplanten 142 Wohneinheiten bauen. Doch jetzt können die Abbrucharbeiten fortgesetzt werden.

Um laut Stadt Königswinter unter anderem „die Vorbereitung weiterer Maßnahmen zur Untersuchung, Bergung und Dokumentation möglicher archäologischer Funde und Befunde zu ermöglichen“, gestattet die Kommune jetzt die ausgesetzte Fortsetzung der Abrissarbeiten, wie die Stadt mitteilte. „Im Dezember 2023 sollen die Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Hobshofs in Vinxel abgerissen werden. Dies ist für die weitere Planung der zukünftigen Bebauung wichtig“, erklärte Florian Striewe, Sprecher der Stadt Königswinter.

Besonders die Dachkonstruktion des „Veußeler Dom“ genannten Gotteshauses ist sehr marode.

Besonders die Dachkonstruktion des „Veußeler Dom“ genannten Gotteshauses ist sehr marode.

Foto: Repro Frank Homann

Die anstehenden Arbeiten würden artenschutzrechtlich und vonseiten der Bodendenkmalpflege begleitet. Eine sogenannte artenschutzrechtliche Prüfung des Vorhabens sei bereits durchgeführt worden. „Die Untersuchung hat ergeben, dass der Abbruch unter Einhaltung und Berücksichtigung der vorgesehenen Artenschutzmaßnahmen zulässig ist“, so Striewe.

Holzkonstruktion soll Kapelle vor Schäden sichern

Ebenso unter einen besonderen Schutz gestellt, wird die Vinxeler Kapelle, die nur wenige Meter vom Abbruchgelände an der Holtorfer Straße zu finden ist. Konkret ist die Dachkonstruktion der denkmalgeschützten Kapelle Mariae Heimsuchung bereits im Juli dieses Jahres durch eine rückbaubare Holzkonstruktion gesichert worden, um Schäden durch die bei den Abrissarbeiten zu erwartenden Erschütterungen vorzubeugen. „Die Statik der Dachkonstruktion ist somit bis zur geplanten grundlegenden Sanierung der Kapelle sichergestellt“, sagt Striewe.

Darüber hinaus sind in der Kapelle Sensoren für ein Erschütterungsmessgerät angebracht worden, die bei Überschreitung eines bedenklichen Schwellenwertes laut Stadt in Echtzeit eine Warnung versendet, um die Arbeiten augenblicklich einstellen zu können. Hintergrund: Die Stadt Königswinter hatte die bereits begonnenen Abbrucharbeiten am Hobshof im April stoppen lassen, da sich diese laut Verwaltung negativ auf die benachbarte Kapelle Mariae Heimsuchung auswirken könnten.

Insbesondere die Kapellengemeinde Vinxel hatte immer wieder eindringlich solche Schutzvorkehrungen für den „Veußeler Dom“, Keimzelle des Ortes mit jahrhundertealter Geschichte, eingefordert. Denn: Die Kapellenfreunde fürchten, dass durch den Abbruch des benachbarten Hobshofes die Standfestigkeit des Doms nicht mehr gewährleistet sei. Vor allem die marode Dachkonstruktion der Kapelle müsse rasch saniert werden. Zuständig dafür ist die Stadt Königswinter als Eigentümerin des kleinen Gotteshauses.

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