Königswinterer Rat lehnt Wohnprojekt am Sumpfweg ab

Königswinter · Ein lang gehegter politischer Streit in Königswinter ist vorerst vorbei: Der Rat hat das Wohnprojekt am Sumpfweg abgelehnt.

 Keine 115 Wohneinheiten entstehen auf diesem Grundstück in Niederdollendorf.

Keine 115 Wohneinheiten entstehen auf diesem Grundstück in Niederdollendorf.

Foto: Frank Homann

Eine monatelanger Streitpunkt der Königswinterer Kommunalpolitik ist noch vor der politischen Sommerpause ad acta gelegt: Mit 31 zu 17 Stimmen hat sich der Rat der Stadt am Montagabend mehrheitlich dagegen ausgesprochen, dass das Grundstück am Sumpfweg-Süd in Niederdollendorf bebaut wird. Mit den Stimmen der Koalition aus Köwis, SPD und Grünen votierte das Gremium dafür, den Bebauungsplan aufzuheben und auf die sogenannte Heilung des fehlerhaften Plans zu verzichten. Die Opposition lehnte diese Alternative ab, da sie nun hohe Schadenersatzansprüche des Investors an die Stadt befürchtet.

Hintergrund: Der in Köln ansässige Investor, die BPD Immobilienentwicklung GmbH, hatte vor wenigen Tagen den Vorschlag gemacht, von den 67 500 Quadratmetern Grundstücksfläche lediglich rund 18 000 zu bebauen, um 115 Wohneinheiten zu realisieren. Das Unternehmen möchte der Stadt die gesamte Fläche in Niederdollendorf bis auf etwa zwei Drittel der geplanten Baufelder zum symbolischen Preis von einem Euro übereignen. Nur auf der verbleibenden Fläche soll gebaut werden.

Vor einer Bebauung müsste der Bebauungsplan jedoch erst „geheilt“ werden, nachdem der Verwaltung in der Vergangenheit formelle und möglicherweise auch materielle Fehler unterlaufen waren. Die Koalition hielt das Risiko von Schadensersatzansprüchen aber für überschaubar, nachdem im März 2020 eine für die Stadt günstige Planungsvereinbarung mit dem Investor abgeschlossen worden sei.