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Königswinterer Hallenbad ist im September fertig

Verzögerung wegen Corona-Fällen in Baufirmen : Königswinterer Hallenbad soll im September fertig sein

Das Königswinterer Großprojekt biegt auf die Zielgerade und soll im September fertig sein. Die Kosten könnten auf 11,1 Millionen Euro sinken.

Schon die Nennung des Wortes Hallenbad dürfte bei vielen Zuhörern in der Aula des Oberpleiser Schulzentrums den unverzüglichen Wunsch nach einem beherzten Sprung ins Wasser nach sich gezogen haben. Denn während draußen die Quecksilbersäule noch knapp über der 30-Grad-Marke lag, kam im Campus der Königswinterer Haupt-, Personal- und Finanzausschuss zusammen – unter anderem, um sich über den Sachstand der Bauarbeiten des neuen Königswinterer Hallenbades und der benachbarten Kita zu informieren.

Bis aber kühlendes Wasser im Becken sprudelt, werden noch ein paar Wochen ins Land ziehen, wie Projektingenieur Matthias Emmrich vom Berliner Ingenieurbüro Holinger berichtete: Wegen Corona-Fällen in gleich zwei bei dem Großprojekt tätigen Handwerksbetrieben verzögert sich das Ende aller Arbeiten um weitere vier Wochen auf September dieses Jahres. Dennoch sieht der Projektsteuerer für das doppelte Bauvorhaben insgesamt „sehr gute Fortschritte“, wie er den Ausschussmitgliedern und einer Handvoll Zuhörern erklärte.

Erfreulich entwickle sich etwa das Budget für das Großprojekt. Hatten die Projektsteuerer im Dezember noch die Nachricht überbringen müssen, dass die Kosten für das Bad voraussichtlich um weitere 400.000 Euro auf knapp 11,4 Millionen Euro steigen werden, könnte es jetzt in die umgekehrte Richtung gehen. Eingerechnet aller zu erwartenden Mehrkosten und von Minderkosten, die sich aus der Überprüfung der bis Bauende noch anstehenden Tätigkeiten ergeben, rechnet Emmrich nun damit, noch mindestens 211.000 Euro eingespart werden können. Somit lägen die Arbeiten mit 11,1 Millionen Euro 2,2 Prozent unter dem vom Haupt-, Personal- und Finanzausschuss genehmigten Budget. Hintergrund: Im September 2019 hatten die Kommunalpolitiker nicht leichten Herzens einer Budgeterhöhung um knapp 1,3 Millionen Euro auf 10,9 Millionen Euro zustimmen müssen.

Den ursprünglich kalkulierten 9,6 Millionen Euro hatte eine Machbarkeitsstudie des Architekten zugrunde gelegen. Viel länger als zunächst erwartet war allerdings der Kampfmittelräumdienst im Einsatz, um das Bauareal genau unter die Lupe zu nehmen, was auch dazu führte, dass der ursprüngliche Zeitplan ins Wanken geriet. Anstatt wie anfänglich erwartet im Mai, können die Arbeiten nun im September abgeschlossen werden. Ins Kontor schlugen auch die steigenden Preise im Bausektor, so Emmrich. „Wir können froh sein, dass wir mit den Bauarbeiten bald fertig sind“, meinte Theo Krämer, Technischer Beigeordneter der Stadt Königswinter, im Hinblick auf die aktuell anziehenden Kosten insbesondere für Baumaterialien. Mit höheren Preisen sei künftig bei weiteren Projekten der Stadt zu rechnen. Wo Mehrkosten zu befürchten sind, darüber werde Krämer in der nächsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschussses am Dienstag, 22. Juni, berichten, kündigte er an.

Betreiber steht bereits fest

Ein Betreiber für das neue Bad ist auch bereits gefunden. Ende April hatte die Stadt die entsprechenden Verträge mit der Schwimmtreff Hallenfreizeitbad GmbH geschlossen. Seit 2019 ist das alte Hallenbad geschlossen.

Bei der benachbarten Kindertagesstätte erwartet Matthias Emmrich eine vergleichsweise geringe Kostensteigerung von 33.000 Euro gegenüber dem letzten Sachstand, weswegen die neue Kita in der Endabrechnung 3,43 Millionen Euro kosten soll. In einer ersten Kostenschätzung aus dem September 2018 war von 3,1 Millionen Euro für die Einrichtung mit vier Gruppen ausgegangen worden. Im Dezember vergangenen Jahres war es dann – wie beim Hallenbad – zu einem Anstieg um rund 300.000 Euro auf 3,4 Millionen Euro gekommen.