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Städtepartnerschaft: Komitee Bad Honnef-Ludvika plant wieder viele Begegnungen

Städtepartnerschaft : Komitee Bad Honnef-Ludvika plant wieder viele Begegnungen

Gut 3400 Kilometer legte die Weltspitze des Radsports 2013 bei der Tour de France zurück. Ganz so viele werden es nicht, wenn sich vier Bad Honnefer am 26. Juni in die Sättel schwingen.

Ambitioniert ist das Projekt von Bruno Barbier, Markus Ersfeld, Detlef Effertz und Manfred Bährhausen aber allemal. Mit dem Fahrrad werden sie gut 1600 Kilometer von Bad Honnef nach Ludvika zurücklegen. An 18 Tagen und in 16 Etappen spannt das Quartett ein symbolisches Band zwischen den Partnerstädten im Rheinland und in der schwedischen Provinz Dalarna.

Die Tour fügt sich ein in ein Jahresprogramm des Partnerschaftskomitees Bad Honnef-Ludvika, das die Begegnung der Menschen in den Mittelpunkt stellt. Zwar ist es eine "junge" Partnerschaft, die die Städte verbindet. Entstanden Ende der 90er Jahre, wurde die Städtefreundschaft zwischen den Standorten des schwedisch-schweizerischen Konzerns ABB 2000 offiziell beurkundet.

Und, so Vize-Vorsitzender Anders Carlius und Vorstandsmitglied Hartmut Nitsch: Getragen von 90 Mitgliedern in Bad Honnef und gut 100 im Komitee in Ludvika, ist vieles entstanden, hat sich manches auf privater Basis verselbstständigt. Die Begegnungen, im Wechsel in Bad Honnef und Ludvika, und Austauschprogramme von Sportlern wie den Judoka und Schülern legten Zeugnis davon ab.

In diesem Jahr geht es zunächst einmal nach Schweden: 20 Honnefer fahren Anfang Juni nach Ludvika, um mit den Partnern deren Nationalfeiertag am 6. des Monats zu erleben. Ergänzt wird die Delegation, deren Teilnehmer in Gastfamilien untergebracht sind, von zehn Schülern des Gymnasiums Schloss Hagerhof.

Kaum wieder daheim, machen sich die Radler bereit für ihre große Tour, bis Puttgarden zu viert, dann immerhin noch zu dritt. In den Satteltaschen haben Barbier, Ersfeld und Effertz auch eine Grußbotschaft aus Bad Honnef. Und ein großer Bahnhof ist ihnen in Ludvika, der Stadt der 400 Seen, gewiss: Etwa 50 Kilometer vor der Stadt werden die Radler von Freunden aus der Partnerstadt in Empfang genommen, die dann mit ihnen die letzte Etappe gemeinsam fahren.

Einmal deutsche Schulluft schnuppern: Für 35 Schüler aus Schweden wird das im Herbst Realität. Vom 19. bis 23. Oktober sind die schwedischen Schüler in Bad Honnef zu Gast und drücken mit ihren Freunden am Schloss Hagerhof die Schulbank. "Bei uns haben sich mehr Gastfamilien gemeldet, als Schüler zu uns kommen.

So groß ist das Interesse an dem Austausch", freuen sich Nitsch und Carlius über die große Resonanz, die Irmgard Weufen-Püschel, Vorstandsmitglied im Komitee und Lehrerin am Hagerhof, erfahren hat. Das Partnerschaftskomitee unterstützt die Begegnung auch finanziell. Eine weitere Begegnung ist fest avisiert: Im Februar 2015 fahren 25 Hagerhof-Schüler nach Ludvika zum Winterbesuch bei "minus 20 Grad und Seen, die so zugefroren sind, dass Autos darüber fahren", so Carlius. Nicht fehlen darf zuvor das Lucia-Fest. Letzteres feiert das Komitee am 12. Dezember - eine weitere Gelegenheit, im Rheinland ein Stück Schweden zu erleben.

Weitere Infos unter www.ludvika-bad-honnef.de

Kurz gefragt

Ein Leben ohne Sport, für Bruno Barbier ist das unvorstellbar. Seit 20 Jahren trainiert er erfolgreich den Judo-Nachwuchs beim Turnverein Eiche (TVE). Jetzt organisiert er die Partnerschafts-Radtour nach Ludvika. Mit dem 62-Jährigen sprach Claudia Sülzen.

Was war Ihre bislang längste Radtour?
Bruno Barbier: Dies wird meine 14. längere Radtour. 2001 etwa waren wir mit mehreren in Berck-sur-Mer, Anlass war das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft. Mit 550 Kilometern war die Strecke natürlich weit kürzer als nach Ludvika. Auch waren wir ein weiteres Mal in Berck, zwei Mal in Tschechien und zwei Mal in meiner Heimat, der Normandie.

Wie ist die Idee entstanden?
Barbier: Zwischen den Judoka in Honnef und Ludvika bestehen seit 2000 enge Kontakte, acht Mal gab es schon Austausche, viele Freundschaften sind entstanden. Von einer Radtour nach Ludvika träume ich schon zwei, drei Jahre. Ich habe immer gesagt: Wenn ich mehr Zeit habe, Rentner bin, dann mache ich das. Jetzt bin ich in der Ruhephase der Altersteilzeit, also kann ich mir erlauben, drei Wochen unterwegs zu sein. Und wie gesagt: Mit Berck-sur-Mer haben wir schon einmal eine Partnerstadt angesteuert. Touren in die anderen Partnerstädte liegen da nahe.

Wie bereiten Sie sich vor?
Barbier: Die Tour selbst bereite ich seit vergangenem Jahr vor. Die Unterbringung für die ersten acht Etappen ist gebucht. Außerdem trainieren wir seit Oktober jeden Donnerstag, fahren jeweils 100 bis 120 Kilometer: Die Sättel sind geformt. Ende April waren wir auf Probefahrt im Bergischen Land. Das Team muss zusammen passen. Aber da sind wir erfahren, mit Markus Ersfeld und Manfred Bährhausen war ich schon zusammen auf Tour, Detlef Effertz kenne ich aus früheren Fußballzeiten. Das klappt hervorragend.

Wie sieht die Ausrüstung aus?
Barbier: Zwei Taschen müssen reichen, nur das Nötigste. Da muss man abends in Jugendherbergen oder Hotels halt mal etwas waschen. Wichtig ist: Jeden Tag eine andere Radlerhose anziehen! Sonst schmerzt es, wenn Falten drin sind. Das sind so einige kleine Tipps.