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Aktion gegen Gesamtschule in Königswinter: Lindner tut ihr Verhalten "wahnsinnig leid"

Aktion gegen Gesamtschule in Königswinter : Lindner tut ihr Verhalten "wahnsinnig leid"

Die Aktion von CDU-Ratsmitglied Ingeborg Lindner gegen die geplante Gesamtschule im Schulzentrum Oberpleis war ein Alleingang. "Sie hat nicht im Auftrag der Fraktion gehandelt", sagte Fraktionschef Josef Griese am Montag. Die Haltung Lindners decke sich auch nicht mit seiner eigenen Position.

"Ich habe in der letzten Ratssitzung gesagt, dass ich Demokrat bin und die Entscheidung für eine Gesamtschule akzeptiere, die schließlich eine Regelschule ist. Ich mache jetzt nicht wieder ein Fass auf", so Griese am Montag zum General-Anzeiger. Zu ihrem Verhalten habe er Lindner ein paar deutliche Worte gesagt.

In einer E-Mail an die Landesvorsitzende des Elternvereins NRW, Regine Schwarzhoff, die auch an die Presse ging, schrieb die CDU-Ratsfrau, es gehe nun darum, die 100 Anmeldungen zu verhindern, die Voraussetzung für die Errichtung der Gesamtschule zum Schuljahr 2013/2014 sind. Bürgermeister Peter Wirtz habe die CDU "verraten", die Verwaltung sei ihm "hörig".

Wirtz am Montag dazu: "Kein Kommentar." Lindner zeigte sich am Montag reumütig. Besonders, weil sie den Presseverteiler gewählt habe. "Das tut mir wahnsinnig leid. Das war fahrlässig und ist nicht zu entschuldigen", sagte sie. Griese sei "stinksauer" auf sie. "Ich weiß noch nicht, welche Konsequenzen ich daraus ziehen muss", so Lindner.

Die 74-Jährige gehört dem Stadtrat seit 1994 an. Ihren Fraktionschef lobte sie ausdrücklich. "Ich habe noch nie einen Fraktionsvorsitzenden gehabt, der so gute Arbeit leistet." Allerdings wollte sie auch nicht ausschließen, dass sie bei den beiden Infoveranstaltungen für die Eltern zur Gesamtschule morgen ab 19 Uhr in der Aula Oberpleis und am Montag, 14. Januar, ab 19 Uhr in der CJD-Aula ein selbst entworfenes Papier mit zehn Thesen gegen die Gesamtschule verteilen werde.

Laut Griese wird sich die CDU-Fraktion daran nicht beteiligen: "Dazu gibt es weder eine Diskussion noch einen Auftrag." Der Fraktionschef sieht auch seine Position nicht geschwächt. "Ich habe am Donnerstag vor Weihnachten die Vertrauensfrage gestellt. Alle 19 anwesenden Fraktionsmitglieder haben mir einstimmig ihr Vertrauen ausgesprochen."

In einer gemeinsamen Erklärung meldeten sich die Fraktionen von SPD, Köwi, Grünen und Freien Wählern zu Wort: "Inzwischen wird in der CDU offenbar an Strategien zur Verhinderung der Gesamtschule in letzter Minute gearbeitet." Doch diese Initiative werde ins Leere gehen.

Die Eltern sollten sich nicht verunsichern lassen. Halit Döndürmez von der Stadtschulpflegschaft appellierte ebenfalls an die Eltern der Viertklässler und weitere Eltern, zu den Infoveranstaltungen zu kommen: "Jetzt sind Sie an der Reihe. Alle rechtlichen Fragen zur Errichtung der Gesamtschule sind geklärt."