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80 neue Arbeitsplätze: Materiallager der Bundeswehr in Eudenbach ist wieder in Betrieb

80 neue Arbeitsplätze : Materiallager der Bundeswehr in Eudenbach ist wieder in Betrieb

Rund 80 neue Arbeitsplätze entstehen am Bundeswehr-Standort in Eudenbach. Im Sommer soll es einen großen Festakt geben, wenn Corona es zulässt.

Die Feier war von langer Hand geplant, die Einladungen verschickt, die Reden – zumindest im Geiste – schon gehalten. Doch dann kam die dritte Welle der Corona-Pandemie und durchkreuzte die Pläne, in der vergangenen Woche mit einem Festakt die Wiederaufnahme des Betriebs im Materiallager Eudenbach am 1. April zu feiern. So also ging kurz vor den Ostertagen nach rund zehn Jahren das Licht im Materiallager relativ geräuschlos wieder an.

Bereits im Januar 2019 hatte das Bundesverteidigungsministerium bekannt gegeben, das Materiallager in Eudenbach wieder in Betrieb nehmen zu wollen. Insgesamt sollen 80 neue militärische und zivile Arbeitsplätze an dem Standort geschaffen und rund 17 Millionen Euro – so der Stand 2019 – investiert werden. Die Aufnahme des logistischen Betriebs sei für 2023 geplant, hieß es vor zwei Jahren. Nun ging es schneller als damals angekündigt.

Ein Grund: die grundlegende Veränderung der sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen und Wiederausrichtung auf die Landes- und Bündnisverteidigung, so die Bundeswehr in einer Mitteilung. Die Entwicklung hin zu mehr Personal und Material bedeute zugleich einen erhöhten Bedarf an zusätzlicher Infrastruktur, auch für die Logistik der Streitkräftebasis.

Bis zum Jahr 2029 sollen daher insgesamt acht ortsfeste logistische Lagereinrichtungen (siehe Infokasten) wieder in Betrieb genommen werden. Dazu gehören fünf Materiallager und drei Munitionslager. In jedes Lager wurden für die Wiedereröffnung rund 1,5 Millionen Euro für Renovierungsarbeiten und technische Anpassungen investiert, teilt die Bundeswehr weiter mit. Den Anfang machten zum 1. April das Materiallager in Eudenbach sowie das Munitionsdepot Lorup in Niedersachsen mit insgesamt 39 Mitarbeitern.

Der Neustart in Eudenbach setzt auch einen Schlusspunkt unter intensive und langjährige Diskussionen in der Königswinterer Kommunalpolitik über Nachnutzungsmöglichkeiten für das Areal. Im Jahr 2011 waren die Schließungspläne für die Dienststelle Eudenbach bekannt geworden – damals noch Arbeitsplatz für rund 70 Mitarbeiter. Das Verteidigungsministerium hatte seinerzeit mitgeteilt, dass das Materiallager Eudenbach, das dem Materialdepot Mechernich unterstellt ist, im Zuge der Bundeswehrreform geschlossen werden soll. 2015 beauftragte die Stadt Königswinter die Landesgesellschaft NRW.Urban, die Rahmenbedingungen für eine Nachnutzung zu klären. Zwei Jahre später gab es eine Projektidee des Rhein-Sieg-Kreises, einen Teil des Areals als Zwischenlager für Papier, Biomasse-Brennstoff und Kompost zu nutzen. „Wir haben in der Königswinterer Kommunalpolitik viele Jahre über alternative Nutzungsmöglichkeiten für das Areal diskutiert“, erinnerte auch Königswinters Bürgermeister Lutz Wagner. „Die Entscheidung der Bundeswehr, das Depot jetzt wieder zu nutzen, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung für die Stadt.“

So ganz geräuschlos soll die Rückkehr nach Eudenbach dann aber doch nicht vonstatten gehen: Sollte die Corona-Pandemie es zulassen, wird der Festakt im Sommer nachgeholt, teilt die Bundeswehr mit.