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Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Eudenbach konzertiert in der Pfarrkirche

Konzert in Eudenbach : Ein himmlisches Vergnügen

Ein Jahr hatten die Musiker der Freiwilligen Feuerwehr Pause gemacht mit ihrem Adventskonzert. In der Pfarrkirche Sankt Mariä Himmelfahrt belegten sie jetzt, dass sich das Warten gelohnt hat.

Das war die pure Vorfreude auf Weihnachten. Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Eudenbach gab nach vielen Jahren Pause wieder ein Adventskonzert – in der Pfarrkirche Sankt Mariä Himmelfahrt, einer „Konzerthalle“ mit toller Akustik. Dieses räumliche Plus spielte der bestens präparierten Musiktruppe noch zusätzlich in die Karten. Die 38 Aktiven um Dirigent Dieter Bergmann boten den Besuchern in der vollbesetzten Kirche ein himmlisches Vergnügen.

Aber nicht nur musikalisch hatte sich das Blasorchester auf den Punkt vorbereitet. Die Kulisse war bemerkenswert – im Altarraum, vor dem großen Wandgemälde, hatte das Orchester auf einem hohen, gestaffelten Podest seinen Platz. Zig weiße Weihnachtssterne davor, geschmückte Tannenzweige an den Kirchenbänken und zarte weiße Blümchen in den Nischen der Kirche – allein optisch bot sich den Konzertgästen ein wunderbares Bild.

Traditionelle Weihnachtslieder wechselten sich mit modernen Arrangements und Hits aus der ganzen Welt ab. Das Bonbon: Dirigent Dieter Bergmann und Musikzug-Leiter Stephan Ennenbach sowie Paula Fuhr und Franca Weber führten das Publikum immer wieder charmant in die Stücke ein. „Wir haben uns bemüht, ein facettenreiches Programm zusammenzustellen“, sagte Bergmann zu Beginn.

Und damit hatte er nicht zu viel versprochen. Die Zuhörer waren begeistert – und bei einigen Titeln auch zum Mitsingen eingeladen: Im Programmheft gab es für die nicht so ganz textsicheren Besucher abgedruckte Nachhilfe: Beim Nikolauslied „Lasst uns froh und munter sein“ zeigten die Eudenbacher dann, wie putzmunter sie sind und klatschten im Takt.

Mit dem allseits bekannten „O come, all ye faithful“ oder „Adeste Fidelis“ waren die Feuerwehrmusiker gestartet. Und danach bereitete Dieter Bergmann die Besucher auf den nächsten Titel vor – „Stellen Sie sich vor, es ist Winter, eisig kalt, Eisblumen sind an den Fenstern. Und ein Pferdeschlitten fährt vorbei.“ Exakt: Zeit für „Sleigh Ride“, das vor 70 Jahren erstmals in Boston aufgeführt wurde. Gehobene Unterhaltungsmusik und von den Eudenbachern perfekt umgesetzt – die Glöckchen der Pferdeschlitten waren nicht nur in der Phantasie zu hören.

Bekannt auch „O holy night“ – tief romantisch, 1848 vom französischen Komponisten Adolphe Adam komponiert und im frankophilen Bereich so beliebt wie hier „Stille Nacht“. Ein ergriffenes Publikum, das bald darauf in die Zeit der Beatles wechseln durfte – „Imagine“ von John Lennon, eine Melodie irdischer Melancholie. Noch ein Welthit: „The sound of silence“ von Simon & Garfunkel.

Auch Beethoven fehlte nicht: „Rockin‘ Elise“ – das von Frank Bernaerts für Blasmusiker arrangierte Stück „Für Elise“, ein rockiger Auftakt zum anstehenden Beethoven-Jahr. Beethoven hatte Händel als größten Komponisten bezeichnet. Der Gigant, dessen Musik als groß in ihrer Einfachheit gilt, wurde für den Schlusspunkt des Konzertes gewählt mit dem „Hallelujah Chorus“. Die Eudenbacher machten dem Genie alle Ehre – das Publikum erhob sich nach dem letzten Ton tief beeindruckt und applaudierte minutenlang. Hallelujah!

Eine Zugabe ließ nicht auf sich warten: „Feliz Navidad“ – frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr: Lateinamerikanisch-beschwingt, zum Mitklatschen schön. Der Dank Stephan Ennenbachs galt Pfarrer Markus Hoitz, Kirchenvorstand Josef Göbel, die die Kirche als Konzertsaal zur Verfügung gestellt hatten, den Kameraden der Löschgruppe als Helfer, Dieter Bergmann und den Musikern, die schon ab September ins Weihnachtsrepertoire abtauchen mussten sowie beim Publikum. Das durfte mit Spenden, der Eintritt war gratis, die Jugendarbeit der Feuerwehr fördern. Draußen, vor dem in Rot und Blau angestrahlten Portal, gab es anschließend Glühwein und Punsch.