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Königswinterer Planungsausschuss: Neubauprojekt in der Altstadt kann kommen

Königswinterer Planungsausschuss : Neubauprojekt in der Altstadt kann kommen

Der Königswinterer Planungs- und Umweltausschuss hat grünes Licht für das Bauprojekt der Bergbahnen im Siebengebirge an der Winzerstraße 2 in der Altstadt gegeben. Wenn am Dienstagabend der Stadtrat den Satzungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans "Östliche Drachenfelsstraße/Winzerstraße" fasst, könnte der Bauantrag gestellt werden.

Der Baubeginn wäre dann in drei bis vier Monaten möglich. Mit der Fertigstellung wird in der zweiten Jahreshälfte 2017 gerechnet.

Die Königswinterer Wählerinitiative (Köwi) hätte gerne erst in der Novembersitzung des Planungsausschusses einen Beschluss gefasst und meldete Beratungsbedarf an. Sie konnte den kritischen Stellungnahmen aus den Reihen der Bürgerschaft durchaus etwas abgewinnen. "Die Anregungen, die auf das Thema Blickachse abzielen, sind berechtigt. Es stellt sich die Frage, ob hier nicht eine städtebauliche Chance vergeben wird", sagte Fraktionschef Lutz Wagner. Es sei der Job des Ausschusses, die städtebaulichen Vorgaben zu machen.

Die Bürger bemängeln, dass die bislang vorgesehene Konzeption die städtebauliche Fragestellung der "Blickachse Drachenfelsstraße" vollständig ausblende. "Der Endpunkt dieser Sichtachse wird weder durch entsprechende Raumkanten und städtebauliche Verknüpfung mit den angrenzenden Freiflächen definiert, noch durch besondere Aufmerksamkeitselemente betont. Die Möglichkeit, an dieser Stelle auf Besucher bereits über eine größere Distanz eine besondere Anziehungswirkung auszuüben, würde unter Beibehaltung der bisherigen Planung grundlos verspielt", heißt es in einer Stellungnahme.

In der Sitzung machte Klaus Hacker, Direktor der Bergbahnen im Siebengebirge, jedoch deutlich, dass der Investor nicht mehr bereit sei, von der Planung des Düsseldorfer Architekten Hannes Ehehalt abzuweichen. Diese sieht ein dreigeschossiges Gebäude mit einer abgerundeten Fassade vor. Da der Bau die Vorgaben des alten Bebauungsplans nicht erfüllt, war das Änderungsverfahren notwendig geworden.

"Wir haben heftigst diskutiert, sind aber alle der Meinung gewesen, dass wir das Verfahren so durchführen möchten", so Klaus Hacker. Man wolle schnellstmöglich die Baulücke an der Winzerstraße schließen. "Das ist so kein prickelnder Zustand." Die anderen Fraktionen waren wie auch die Verwaltung der Meinung, dass das Thema jetzt und nicht erst im November entscheidungsreif sei.

Grünen-Fraktionschefin Claudia Owczarczak sprach von "Zeitverschwendung", wenn man warten würde. Joachim Hirzel (SPD) erinnerte in Anspielung an die Prachtstraßen in Paris und München daran, dass die Drachenfelsstraße kein Boulevard Haussmann und auch keine Maximilianstraße sei, sondern eine normale Straße, die zum Drachenfels führe. Die Köwis zogen schließlich ihren Vertagungsantrag zurück. Beim Beschluss, dem Königswinterer Stadtrat die Änderung des Bebauungsplans zu empfehlen, gab es dann auch keine Gegenstimme.

Das neue Gebäude

Im Erdgeschoss ist eine gastronomische oder touristische Nutzung vorgesehen. Im ersten Obergeschoss sollen Direktion und Verwaltung der Drachenfelsbahn Königswinter eine neue Bleibe finden. In der zweiten Etage des Neubaus sollen weitere Büros entstehen.

Das erste Obergeschoss wird mit der benachbarten Talstation der Drachenfelsbahn durch eine verglaste Brücke verbunden. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro.