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Neubeschilderung im Siebengebirge: Neue Schilder geben sicheres Geleit

Neubeschilderung im Siebengebirge : Neue Schilder geben sicheres Geleit

Auf der Zielgeraden befindet sich die die Beschilderung des Siebengebirges. Am Mittwoch wurden auf dem Wanderparkplatz in Vinxel die Wandertafeln ausgetauscht.

Sie sind der letzte Baustein im Gesamtkonzept. Nötig geworden war die Neubeschilderung, weil vor fast genau drei Jahren der neue Wegeplan für das Siebengebirge in Kraft getreten war.

Ziel des neuen Wegeplans, der in der Bevölkerung durchaus umstritten ist, war eine Ausdünnung des relativ dichten Wegenetzes im Siebengebirge. Allerdings gilt dieser nur für den Teil des Naturschutzgebietes, der auf dem Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises liegt. Das Wegenetz im Bonner Teil ist nicht betroffen, wie am Mittwoch Christoph Rüter, Abteilungsleiter im Amt für Natur- und Landschaftsschutz beim Rhein-Sieg-Kreis, erläuterte.

Parallel laufende Wanderwege wurden gestrichen

Rund 280 Kilometer Wanderwege gibt es im Siebengebirge, 30 davon sind durch den neuen Wegeplan weggefallen. „Dabei wurden von der zuständigen Bezirksregierung meistens parallel verlaufende Wege gestrichen“, so Rüter. Ziel sei es, den Wildtieren mehr Ruhe zu ermöglichen – Rehen und Wildschweinen, aber auch der Wildkatze, deren Anwesenheit mit mehreren Exemplaren im Siebengebirge belegt sei.

Ein weiteres Ziel sei es gewesen, die Nutzung der Wege klarer zu definieren – für Wanderer, Radfahrer und Reiter. Denn gerade in Bezug auf die Radfahrer waren die Regelungen eher schwammig. Diese durften bislang auf Wegen fahren, die breiter als 2,50 Meter sind. „Doch manche Wege fangen an Kreuzungen breit an und werden dann immer schmaler“, so Rüter. Für Klarheit sorgen Dreiecke an den Bäumen. Rotes Dreieck heißt: Hier darf gewandert werden. Das gelbe Dreieck bedeutet, dass der Weg auch von Radfahrern genutzt werden darf. Rüter: „Es ist jetzt deutlich markiert, wo Radfahrer fahren dürfen – und wo nicht“

Insgesamt besteht die Wegführung im Siebengebirge aus vier Bestandteilen. Begonnen wurde im vergangenen Jahr mit der Erneuerung der Wegbeschilderung. Hierbei handelt es sich um die Natursteine, die den Wanderern den Weg weisen und zum Beispiel Ziel, Entfernungen und Rundwanderungen anzeigen. „Die Steine waren bislang mit Hand beschriftet und teilweise nicht mehr zu lesen“, so Rüter. Zudem waren sie im Wortsinne nicht immer zielführend. Rüter: „Da wurde Bad Honnef als Ziel ausgewiesen und zwei Steine weiter stand nur noch Rommersdorf drauf. Für Ortsunkundige ein Problem.“

Rund 260.000 Euro für die Neubeschilderung

Nun sind in die 480 Steine Scheiben eingelassen, die nicht nur in sich schlüssig sind, sondern zum Beispiel auch auf die in den Wanderfibeln für das Siebengebirge zusammengefassten Wanderungen verweisen. Zwar gab es am Anfang einige Scheiben mit falschen Hinweisen, wie Christian Rosenzweig von der Gesellschaft für Umweltplanung und wissenschaftliche Beratung Bonn, einräumte. Diese seien aber, soweit man wisse, alle behoben, betonte Rüter am Mittwoch.

Mit 220.000 Euro machten Steine und Scheiben den Löwenanteil der Gesamtsumme von rund 260.000 Euro für die Neubeschilderung aus. „Aber wir haben ausgerechnet, dass händisch markierte Steine alle fünf Jahre nachgearbeitet werden müssten. Dann hätten wir nach zehn Jahren bereits genauso viel Geld ausgegeben“, so Rüter weiter. 70 Prozent der Kosten übernimmt die Bezirksregierung, die übrigen der Kreis.

Zeitgleich erfolgte der zweite Baustein, die Wegekennzeichnung über die Dreiecke. Im Herbst 2015 dann folgte der Dritte, die neue Wanderkarte, die auf den neuen Wegeplan abgestimmt ist und von der Tourismus Siebengebirge GmbH herausgegeben wird.

Letzter Schritt sind nun die Wandertafeln. In Bad Honnef hängen sie bereits, in Königswinter werden sie in den nächsten Tage angebracht, ab kommender Woche dann auf Bonner Gebiet. Denn sie zeigen das gesamte Naturschutzgebiet Siebengebirge und damit auch Ennert, Kuckstein und Paffelsberg. Die Wegebeschilderung aber endet an der Stadtgrenze.