Neuer Bezirksdienstbeamter in Königswinter Polizist aus Leidenschaft übernimmt den Bezirksdienst in Oberpleis

Oberpleis · Er setzt auf einen guten Drakt zur Bevölkerung: Berthold Sakowski ist der neue Bezirtksdienstbeamte in Oberpeis. Was den 58-Jährigen an seinem Beruf begeistert und was er sich von seiner neuen Aufgabe erhofft, berichtet er dem GA.

 Setzt auf ein gutes Miteinander mit den Bürgern: Berthold Sakowski ist der neue Bezirksdienstbeamte in Oberpeis

Setzt auf ein gutes Miteinander mit den Bürgern: Berthold Sakowski ist der neue Bezirksdienstbeamte in Oberpeis

Foto: Iris Zumbusch

Viele Grundschüler und Kindergartenkinder aus Ittenbach, Heisterbacherrott und Thomasberg kennen ihn längst. Polizeihauptkommissar Berthold Sakowski ist seit September 2023 Bezirksdienstbeamter für genau diese Königswinterer Ortsteile im Bergbereich. Damit hat der langjährige Polizeibeamte die Position von Theodor Engenhorst übernommen, der selbst 40 Jahre im Polizeidienst tätig war.

„Er ist in diesem Bereich so etwas wie der Dorfsheriff“, ordnete Dominik Gaida, Sprecher des Bonner Polizeipräsidiums, augenzwinkernd den Tätigkeitsbereich des Bezirksdienstbeamten ein. Zudem sei Sakowski ein „Allrounder“, also jemand, der in zahlreichen Aktionsfeldern eingesetzt werden könne.

Berthold Sakowski stammt ursprünglich aus Niedersachsen, genauer aus dem Kreis Grafschaft Bentheim. Der heute 58-jährige fühlt sich seit vielen Jahren im Rheinland nach eigenen Angaben pudelwohl und ist mit seiner Familie in der Region heimisch geworden. „Meine Frau ist Kölnerin, insofern bin ich auch mit der rheinischen Mentalität vertraut“, lacht Sakowski.

Der GA trifft ihn in der ehemaligen Polizeiwache in Oberpleis. Das kleine Wachgebäude neben dem Oberpleiser Busbahnhof dient ihm als Standort, in dem er wichtige anfallende Bürotätigkeiten ausführen kann. Als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger ist das einstige Wachgebäude übrigens nur noch montags zu angegebenen Sprechzeiten geöffnet.

Das Gute an der Tätigkeit als Bezirksdienstbeamter sei die Freistellung vom Schichtdienst. „Ich kann mir meine Arbeitszeiten selbst einteilen.“ Das komme der Familie entgegen. Allerdings seien je nach Einsatzlage durchaus auch Wochenenddienste oder nächtliche Einsätze nicht ungewöhnlich. Die durch die schwierige politische Lage im Weltgeschehen oder die Klimakrise steigende Zahl an Demonstrationen etwa im Bonner Stadtgebiet wirke zunehmend auf das „normale“ Tätigkeitsfeld eines Bezirksbeamten hinein.

„Zu meinen Aufgaben gehören auch Einsätze auf Pützchens Markt oder auf dem Bonner Weihnachtsmarkt“. Die ländliche Lage der Orte, die Sakowski betreue, böten ihm allerdings auch ein sehr persönliches Umgehen mit den Bürgerinnen und Bürgern, und im Alltag zeige er vor allem gerne Präsenz. „Das schafft Vertrauen und erhöht das Sicherheitsgefühl der Menschen.“

Als Sakowski seine Polizeitätigkeit 1986 begann, blieb er zunächst 20 Jahre im Personenschutz. „Das waren turbulente und gefährliche Zeiten“, erinnerte er sich und nennt die Stichworte Diplomatenschutz und Terrorismus in Bonner Hauptstadtzeiten. In späteren Jahren konnte er in den verschiedenen Einsatzbereichen Erfahrungen sammeln. „Nach einem 30-stündigen Nonstopp-Einsatz in Gorleben in voller Schutzausrüstung habe ich gelernt, was Menschen unter extremen Bedingungen leisten können.“

Erfahrung ist das, was bei der Bewerbung auf die Stelle als Bezirksdienstbeamter unbedingt dazu gehöre, erklärte Gaida. Es brauche zudem etwas Zeit, um die Menschen in den Bezirken kennen zu lernen – aber umso ausgeprägter sei dann der persönliche Kontakt. „Die Leute winken, wenn sie mich sehen, und das macht Freude“, sagt Sakowski.

In Königswinter sind vier und in Bad Honnef drei Bezirksdienstbeamte im Einsatz. Informationen zu Tätigkeitsfeldern und Ansprechpartnern bei der Polizei gibt es unter bonn.polizei.nrw

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